Zunächst sah es nicht so aus, als ob Dulliken eine Minute vor Schluss noch in Führung gehen und das Spiel drehen sollte. Beide Klubs stiegen gut in die Partie. Chancen gab es auf beiden Seiten, ehe es plötzlich 2:0 für Gastgeber Olten stand. Was war geschehen? In der 14. Minute traf Tunahan Canik zum 1:0. Keine zwei Minuten später war es Sandro Iandiorio, der einen Oltner Freistoss entscheidend ablenkte. Sorgt ein Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten für die Entscheidung in diesem als Prestige-Duell angekündigten Derby?

In der Folge hatten beide Mannschaften zahlreiche Chance, manche davor gar hundertprozentige. Da gab es beispielsweise einen Oltner Eckball, den Torschütze Iandiorio mit dem Kopf an die Latte knallte. Möglichkeiten, den Anschlusstreffer zu erzielen, gab es auch für die Niederämter: Zum Beispiel als sie kurz vor dem Pausenpfiff zwei Mal aus guter Distanz einen Freistoss zugesprochen bekamen. Das erste Mal nahm Sandro Husi Anlauf – und knallte den Ball in die Mauer. Zwei Minuten später tat es ihm Hevzi Hasani gleich. Die Zuschauer erlebten eine unterhaltsame erste Halbzeit, nach der die Gastgeber zwar mit zwei Zählern Vorsprung führten, die Gäste aber nicht nachliessen und immer wieder für Unruhe sorgen konnten. Eindeutige Vorteile für eine Seite konnten nicht festgestellt werden, es deutete alles jedoch darauf hin, als ob die Oltner auch im ersten Heimspiel unter dem neuen Trainer Juan Castro ungeschlagen bleiben würden.

Dullikens Aufholjagd

Die zweite Halbzeit begannen beide Teams mit derselben Aufstellung wie schon die erste: Oltens Trainer Castro liess ein 4-3-3 spielen. Dulliken, das den ersten Match der Saison mit einem 1:1-Unentschieden gegen Subingen beendet hatte, agierte in einem 4-4-2-System. Wie schon im Spiel gegen Subingen waren die Niederämter bereits wieder in Rückstand geraten. Würde es ihnen gelingen, grad nach der Pause den eminent wichtigen Anschlusstreffer erzielen zu können? Drei Minuten später war die Antwort da: Ja, würde es. In der 48. Minute traf Hasani, der die Position des linken Aussenläufers bekleidete, zum 1:2 aus Dulliker Sicht. Während die Oltner langsam aber sicher abgaben, legte Dulliken noch einen Zahn zu: Josip Jukic traf in der 65. Minute zum 2:2-Ausgleichstreffer, mit dem das Nachbarschafts-Derby nun endgültig neu lanciert war.

Es folgten zwei weitere Top-Chancen der Dulliker, die Oltens Schlussmann Thomas Husi zunichtemachen konnte – wenn auch mit etwas Glück. Mit einem Hammer von Mittelstürmer Maryan Andonov zeigten die Gastgeber, dass mit ihnen auch nach dem verspielten Vorspruch noch zu rechnen war. Wenig später muss Oltens Aussenverteidiger Miro Golob nach einem Zweikampf mit Dullikens Hasani auf dem Feld gepflegt und in der 71. Minute schliesslich ausgewechselt werden. Für ihn kam Volkan Gülen. Mittlerweile waren es die Dulliker, die immer besser ins Spiel fanden und in der 78. Minute beinahe den Führungstreffer erzielen konnten: Mit einem schnellen Zuspiel lancierte Mittelfeldspieler Nils Wernli Stürmer Hasani, der auf der linken Seite zum wiederholten Mal völlig freistand. Dieser konnte das Zuspiel jedoch nicht verwerten und schoss meterweit übers Tor.

In der 89. Minute war es wiederum Dulliken, welches vor dem gegnerischen Tor einen Freistoss ausführte. Diese Aufgabe übernahm Wernli, der den Ball aufs, jedoch nicht ins Tor brachte. Der Nachschuss sollte es richten für die Gäste: Semir Dzombic traf zur 3:2-Führung. Dagegen konnten die Oltner in den wenigen Minuten, die noch blieben, nichts mehr ausrichten. Bei den Gastgebern war die Luft draussen. Feierstimmung war dafür bei den Dullikern angesagt. Der erste Dreier der Saison war Tatsache – und dies erst noch im Derby. Dementsprechend guter Laune war FCD-Trainer Massimo Saracino: «Die Jungs haben das, was ich in der Halbzeitpause gesagt habe, hervorragend umgesetzt und Verantwortung übernommen.»