Eine Stunde lang war es ein bitteres Debüt in der 2. Liga inter für Dullikens Trainer Alessandro Rizzo. Nach zwei Treffern in der ersten Halbzeit erhöhten die Gäste aus Wettingen in der 56. Minute bereits auf 3:0.

Torschütze Pascal Bonnemain bekam in dieser Szene gleich zwei Versuche von den Dullikern serviert. Im zweiten bezwang er Michael Wehrli mit einem Flachschuss. In den letzten dreissig Minuten des Startspiels fanden die Niederämter allerdings noch Energiereserven.

Edon Morina eröffnete die Schlussoffensive der Dulliker, als er in der 64. Minute den Pfosten traf. Vier Minuten später der nächste Dulliker Schuss an die Torumrandung. Innenverteidiger Mario Panzeri, neu vom FC Olten gekommen und gleich Captain der FCD-Elf, setzte seinen Kopfball an den Pfosten. Schliesslich fasste sich erneut Morina ein Herz, zog aus 25 Metern ab und zimmerte den Ball exakt ins Lattenkreuz (71.). Sicher das schönste Tor des Tages.

Anschluss kam zu spät

Nun war die Reihe an Giovanni Gerardi, der in der vergangenen Saison wie Panzeri noch das Trikot des Ligakonkurrenten Olten getragen hatte. Zuerst vergab der 26-Jährige nur um Zentimeter, sein Abschluss landete in der 74. Minute genau am Lattenkreuz.

Gerardi konnte aber doch noch einen Einstand mit Torerfolg feiern. Mit einem halbhohen Freistoss, welcher tückisch aufsetzte vor dem Gehäuse, überwand er Marco Amore im Tor des FC Wettingen. Es lief aber schon die drittletzte Minute. Für ganz grosse Comeback des FCD fehlte die Zeit.

Alessandro Rizzo hätte natürlich lieber mit einem Punktgewinn angefangen, stellte er klar. «Wir schenken ihnen die ersten beiden Tore», haderte der 34-Jährige. «Beim 0:1 war es ein Missverständnis. Da hätten wir kompromisslos befreien müssen.» Florian Adili traf für Wettingen ins verlassene Dulliker Tor.

Knapp fünf Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit spitzelte Anthony Gullo den Ball im Fallen an FCD-Goalie Wehrli vorbei. «Wir laufen mit, statt den Gegner ins Abseits laufen zu lassen», sagte Rizzo. «Zwei extrem unglückliche Gegentore. Wir machten es insgesamt aber ziemlich gut.»

Zwölf Neue im Einsatz

Es gilt nämlich zu bedenken: Rrustolli-Nachfolger Rizzo musste im Sommer zum Amtsantritt eine Herkules-Aufgabe bewältigen. Beinahe den gesamten Kader galt es zu ersetzen nach dem Spieler-Exodus.

So standen denn gegen den FC Wettingen nicht weniger als acht neue Schützlinge in der Startelf des FC Dulliken: Panzeri, Gerardi (beide vom FC Olten gekommen), Morina und Nützi (FC Rothrist), Enis und Edin Ademovic (FC Trimbach), Wehrli (FC Muri) und Wiederkehr (FC-Aarau-Nachwuchs).

Beim Klub geblieben sind nur Lars Kaufmann, Shkendim Asani und Aziz Kukavica. Im Verlauf der Partie kamen mit Özdemir, Slishani, De Silva und Curic noch vier weitere Neue aufs Feld.

«Wir müssen natürlich noch weiter zu einem Team werden», sagte Rizzo. Positiv stimmte ihn die zweite Halbzeit des Startspiels: «Wir haben Moral gezeigt. Mit etwas mehr Glück hätte es sogar zum Punkt gereicht.» In der Pause habe er seinen Spielern eingeflösst, dass noch nicht verloren sei.

«Glaubt dran, sagte ich nur. Denn der Gegner war ja nicht besser. Wir können definitiv auch zwei Tore schiessen.» Was seine Mannschaft auch bewies. Entscheidend war aber der dritte Gegentreffer zehn Minuten nach der Pause. «Klar regte ich mich darüber auf. Aber es ist halt immer auch noch ein Gegner auf dem Platz und der FC Wettingen war kein schlechter», so Rizzo.

Dass seine Spieler in der letzten halben Stunde die Kraft hatten, die Gäste noch einmal in Gefahr zu bringen, sei ebenfalls erfreulich. «Ein grosses Kompliment an die Spieler für die gezeigte Reaktion in der zweiten Halbzeit. Jetzt müssen wir in den nächsten Spielen den Erfolg und die Punkte wollen.» Am nächsten Samstag wartet auf Rizzo und den FC Dulliken das Derby beim FC Wangen b. Olten.