Swiss-League-Playoffs
Drei Spiele, zwei Tore: Wie lässt sich beim EHC Olten bloss die Offensive wiederbeleben?

Der EHC Olten schiesst in drei Spielen zwei Tore – zu wenig, um in einem Playoff-Final bestehen zu können.

Silvan Hartmann
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So will man die EHCO-Stürmer sehen: Lukas Haas, Jewgeni Schirjajew und Silvan Wyss nach einem entscheidenden Tor. Fresh

So will man die EHCO-Stürmer sehen: Lukas Haas, Jewgeni Schirjajew und Silvan Wyss nach einem entscheidenden Tor. Fresh

Urs Lindt/freshfocus

Rapperswil-Trainer Jeff Tomlinson zollte dem EHC Olten einen Tag vor dem Finalauftakt grossen Respekt und zählte während eines Besuchs dieser Zeitung im Lakers-Training auf, was die Oltner so stark machen würde:

Eine «ungemein starke Offensive mit individueller Klasse», «Spieler, die den Unterschied ausmachen können» sowie ein «sehr starkes Powerplay»: «Wir werden viel disziplinierter spielen müssen», sagte Tomlinson. Ihm war ganz offensichtlich auch nicht entgangen, mit welchen Stärken sich der EHCO vor allem im Viertelfinal gegen Thurgau durchgesetzt hatte.

Doch dieser Playoff-Final zwischen Rapperswil-Jona und Olten schreibt so weit andere Geschichten, welche auch Lakers-Trainer Tomlinson erstaunen dürften.

Die Oltner Torgefährlichkeit aller Sturmlinien sowie die gefürchtete Dominanz im Powerplay sind plötzlich wie weggeblasen. Nur zwei Tore in den drei absolvierten Finalspielen gelangen dem EHCO – zu wenig, um in einem Playoff-Final bestehen zu können, ist man sich bei den Oltnern einig.

Sinnbildlich dafür steht auch eine weitere Zahl: die Anzahl Torschüsse. In jeder der Finalpartien hechelte der EHC Olten hinterher – 27:31 Torschüsse im ersten, 23:26 im zweiten sowie 21:40 Abschlüsse im dritten Spiel.

Warum lässt der EHCO die Durchschlagskraft in der Offensive plötzlich vermissen? Und wie lässt sich bloss die Oltner Offensive wiederbeleben? Würden die EHCO-Spieler ein Rezept finden, sie hätten es mit Sicherheit längst korrigiert.

Und so bleibt im EHCO-Lager oft bloss die Anerkennung, dass man mit Rapperswil eben auch nicht gegen einen schlechten Gegner spiele, der früh stört, früh das Pressing in der Offensive sucht und so den Oltner Spielaufbau stört.

Resignation ist aber bei den Powermäusen einen Tag nach der 1:3-Niederlage in Rapperswil noch längst nicht erkennbar. Insbesondere von der Sturmlinie um Silvan Wyss, Topskorer Lukas Haas und Jewgeni Schirjajew dürfte man sich noch mehr Einfluss erhoffen.

Wer unabhängig voneinander mit den drei EHCO-Hoffnungsträgern spricht, merkt, dass sie sich einig sind: Einfacher spielen, mehr bewegen, schneller den Abschluss suchen. «Was wir im Viertelfinal und Halbfinal noch gutgemacht haben, will nun nicht mehr ganz so gut klappen», ist auch dem selbstkritischen Silvan Wyss aufgefallen.

Er ergänzt: «Wir spielen aber gut – bis vor das Tor. Dort müssen wir noch zulegen, noch mehr dorthin gehen, wo es wehtut, und die Beine besser bewegen», sagt Wyss, der sich explizit in seine Aussage miteinbezieht.

Powerplay: Pucksicherheit verloren

Auch Stürmer Jewgeni Schirjajew meint dazu: «Wir müssen einfacher spielen. Es verlangt jetzt im Final niemand mehr, schöne Tore zu erzielen. Wir sind auch auf dreckige Tore angewiesen», meint der wirblige Stürmer und ergänzt: «Wir müssen uns dafür mehr bewegen, um sie aus ihrem guten Stellungsspiel zu locken.»

Man hat das Gefühl, dass es noch immer bloss eine kleine erfolgreiche Szene braucht, damit der EHC Olten auch in der Offensive auf die Erfolgsschiene zurückfindet. Vielleicht könnte diese eine Szene durch ein erfolgreiches Powerplay dem EHCO Luft verschaffen.

Doch selbst dort scheint die Pucksicherheit etwas abhandengekommen zu sein. «Sie spielen aggressiv in Unterzahl. Das können wir auch ausnutzen, indem wir mit kleinen Pässen schnell spielen und offene Räume nutzen», so Lukas Haas.

Klar ist so oder so: Dem EHC Olten bleibt nicht viel Zeit, Anpassungen zu vollziehen. Schaffen es die Oltner nicht, an den Leistungen der bisherigen Playoffserien anzuknüpfen, stehen sie bereits nach dem heutigen Spiel mit dem Rücken zur Wand.

Doch so weit will man beim EHCO nicht denken. Haas: «Wir machen noch immer sehr vieles richtig. Wir kämpfen füreinander, gehen für jeden von uns. Das zeichnet uns als Team aus.»