Handball
Drei Sekunden fehlten der SG Solothurn/Grauholz zum Sieg gegen Chênois

Die Spielgemeinschaft Solothurn/Grauholz muss Chênois im letzten Moment noch das 28:28 zugestehen – der Kampf gegen den Abstieg ist schwieriger als erwartet. Trainer Zlatko Portner zieht trotzdem eine positive Bilanz.

Hans Peter Schläfli
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Andri Tatarinoff und die SG Solothurn/Grauholz muss sich mit dem Unentschieden zufrieden geben.
Für einmal kein Durchkommen für Solothurns Andri Tatarinoff (Mitte).
SG Solothurn/Grauholz Coach Zlatko Portner ist mit der kämpferischen Leistung der Mannschaft zufrieden.

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Hans Peter Schläfli

Hätte man der SG Solothurn/Grauholz vor dem NLB-Match gegen das starke Chênois einen Punkt angeboten, dann wäre dieses Angebot wahrscheinlich dankend angenommen worden. Am Schluss aber ärgerten sich die Solothurner masslos über das 28:28, denn es hätten nur noch drei Sekunden zum Sieg gefehlt, als Chênois doch noch der Ausgleich gelang. Dabei schienen die zwei wichtigen Punkte zwei Minuten vor der Schusssirene beim Zwischenstand von 28:25 greifbar nahe.

«Ich gratuliere meiner Mannschaft trotzdem für diese Leistung, das war kämpferisch ausgezeichnet», lobte Trainer Zlatko Portner die Solothurner am Ende. «Aber was mich beunruhigt, ist dass wir jetzt zum zweiten Mal in den letzten Minuten einen Vorsprung aus der Hand gaben.» Was war aus der Sicht des einstigen jugoslawischen Nationalspielers schiefgelaufen? «Der Gegner hat seine Verteidigung auf 4:2 umgestellt und uns zum Abschluss verführt. Die Chance zum entscheidenden Tor haben wir. Ich weiss nicht, ob das ein Penalty war, aber einen Freistoss sollte man geben. Die Schiedsrichter haben laufen gelassen und so kam es zum Konter, der den Ausgleich brachte.»

Es fehlte also an der Cleverness, weshalb der Vorsprung, der drei Minuten vor Schluss mit 27:23 so sicher aussah, nicht über die Zeit geschaukelt werden konnte. Hätten die Solothurner den Ball 10 Sekunden vor Schluss noch einmal mehr quer gespielt, wäre ihr letzter Angriff vielleicht wegen der absichtlichen Spielverzögerung abgepfiffen worden, aber die Zeit hätte dann wohl nicht mehr für einen koordinierten Genfer Abschlussversuch gereicht. Wenn man in dieser Situation, als nur noch 8 Sekunden fehlen, aufs Tor schiesst, dann muss der Ball drin sein – war er aber nicht.

Aber auch wenn es nicht ganz zum Sieg gereicht hatte, war es eine starke Leistung der SG Solothurn/Grauholz, auf die man aufbauen kann. Von der ersten Sekunde an wurde konzentriert verteidigt, variantenreich über beide Flügel oder durch die Mitte angegriffen, und auch die Chancenauswertung war diesmal gut. Dass Tom Althaus und Luca Mühlemann fehlten, machten die anwesenden Spieler dadurch wett, dass sie wirklich präsent waren und alles gaben.

Aber was gefehlt hat, war dann vielleicht doch dieser individuell überragende Spieler, der in den letzten Sekunden vielleicht mit einer Einzelaktion für die Solothurner alles klar gemacht hätte. Bitter: Alle anderen direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg konnten in dieser Runde gewinnen.

Wer gegen Chênois einen Punkt holt, gegen Yellow Winterthur gewinnt und gegen Leader Altdorf nur mit einem Tor Differenz verliert, sollte eigentlich nicht auf dem letzten Platz stehen. Das grosse Problem sind die miserablen Leistungen bei den Niederlagen gegen Biel und Horgen. Wenn die SG Solothurn/Grauholz in den Rückspielen gegen Stans, Biel und Horgen so stark auftritt wie am Samstag gegen Chênois, dann ist der Abstieg in die 1. Liga durchaus noch abzuwenden.