Klar fiel Visps erster Sieg nach drei Niederlagen gegen die Oltner am Schluss zu hoch aus, weil die Walliser in den letzten 61 Sekunden noch zweimal ins leere Tor trafen. Und dennoch: Am verdienten Erfolg der Gäste gab es nichts zu rütteln. Denn abgesehen von drei Überzahltoren blieben die Oltner vor heimischem Publikum eine spielerische Reaktion nach dem Thurgau-Debakel über weite Strecken schuldig.

Oltens Powerplay versus Patrick Tremblay unentschieden. Unter diese Kurzformel hätte man bereits das erste Drittel stellen können. Denn der 32-jährige Kanadier schoss die beiden Visper Tore quasi im Alleingang. Das 0:1 in der fünften Minute, das 2:2 124 Sekunden vor der ersten Pausensirene. Dass die Oltner nicht schon nach dem ersten Spielabschnitt im Rückstand lagen, hatten sie zum einen dem kleinlich pfeifenden Schiedsrichter Marco Prugger und zum andern ihrer exzellenten Powerplay-Ausbeute zu verdanken.

Gleich vier Walliser schickte der Head in den ersten 15 Minuten auf die Strafbank – darunter nach sieben Minuten Tremblay und den Ex-Internationalen Michael Zeiter wegen Stockschlags und Beinstellen im Zweierpack. Mit fünf gegen drei liessen sich die Oltner nicht zweimal bitten, und Cory Pecker glich in der achten Minute nur 36 Sekunden nach dem Doppelausschluss zum 1:1 aus. Gar noch weniger lang (elf Sekunden) dauerte es, bis Hirt einen Ausschluss Rüeggs in der 15. Minute zur einzigen Oltner Führung ausnützte.

Doppelstrafe überstanden, aber...

Nur 38 Sekunden waren im zweiten Drittel gespielt, als die Walliser abermals in Front lagen. Wieder war es eine Einzelaktion, nur der Name des Torschützen lautete diesmal anders (Triulzi). Nichts Neues dagegen bei Oltens erneutem Ausgleichstreffer: Auch das 3:3 durch Schwarzenbach fiel in der 29. Minute im Powerplay – erneut dauerte es bei einem Ausschluss Rüeggs nur 36 Sekunden, bis der Puck im Netz landete.

Dass dies zugleich der letzte Oltner Treffer der Partie sein sollte, konnten die 2168 Zuschauer zu jenem Zeitpunkt noch nicht erahnen. Und dennoch war es irgendwie logisch. Denn bei Vollbestand auf dem Eis überzeugten die Visper wesentlich mehr. Es war denn auch bezeichnend, dass sie kein Powerplay brauchten, um zu ihren Toren zu kommen.

Wenn sie einen «Tolggen» in ihrem Reinheft hatten, dann war es den, dass sie eine Doppelstrafe Oltens (Vogt und Meister mussten wegen Stockschlags und Beinstellens gemeinsam in die Kühlbox) Mitte des zweiten Drittels nicht zu einem Treffer ausnützten. Weil aber Topskorer Dolana sechs Sekunden nach der Rückkehr des Oltner Duos aufs Eis doch noch zum 3:4 traf, hielt sich der Ärger der Walliser in Grenzen.

Die letzte Chance verspielt

Deutlich mehr dürfte sich hingegen Tremblay geärgert haben, als er in der 44. Minute bei vier gegen vier Feldspielern nach einem Solo die Vorentscheidung verpasste, weil er an Tobler scheiterte. Genauso wie Marcon eine Minute später auf der Gegenseite. Da die die Oltner mittlerweile wieder komplett waren, wäre dies Powerplay-Tor Nummer 4 gewesen – und die zweitletzte Chance, dem Match doch noch eine Wendung zu geben.

Denn die letzte kam in der 56. Minute, als Zeiter zum zweiten Mal auf die Strafbank musste. Doch ausgerechnet das wichtigste Powerplay war eines der wenigsten überzeugenden. Und so kam es, wie es kommen musste. Als Tobler seinen Kasten erstmals verlassen hatte, traf Tremblay 61 Sekunden vor Spielschluss ins leere Tor. Kurz nach dem Wiederanspiel-Bully ging Tobler nochmals raus, und diesmal nützte Dolana die günstige Situation aus, um etwas für sein Konto als Topskorer zu tun.