Fussball 1. Liga
Drei Gegentore in 14 Minuten waren zu viel für den FC Solothurn

Am Mittwoch konnte der FC Solothurn einen knappen 2:1-Erfolg gegen Yverdon feiern. Doch am Samstag verlor die Zaugg-Truppe mit 1:3 und verabschiedete sich so aus dem Aufstiegsrennen.

Pius Rüegger
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Der FC Solothurn verliert das Rückspiel gegen Yverdon mit 1:3 und verabschiedet sich so aus dem Aufstiegsrennen.

Der FC Solothurn verliert das Rückspiel gegen Yverdon mit 1:3 und verabschiedet sich so aus dem Aufstiegsrennen.

Hansjörg Sahli

Über beide Spiele betrachtet, hat sich mit Yverdon die bessere Mannschaft für die Finalrunde qualifiziert. Solothurn trat in diesem Rückspiel zu wenig homogen auf. Die Ambassadoren konnten sich in der zweiten Halbzeit zu wenig einbringen und offensive Akzente setzen. Dieses Rückspiel wies nicht mehr die gleiche Qualität wie das Hinspiel auf. «Yverdon war um das eine Tor besser, muss man fairerweise sagen», anerkannte Hans-Peter «Bidu» Zaugg nach seinem letzten Spiel als Trainer des FC Solothurn sportlich. «Sie waren solider, vom Fitnessstand her besser als wir und athletischer», fügte er an.

Für Zaugg lag es nicht nur am 1:2 im Hinspiel Sekunden vor dem Abpfiff. «Ich denke, es waren vor allem die drei Tore heute in kurzer Zeit, die entschieden. Wir waren dabei nicht gut aufgestellt und haben es dem Gegner zu einfach gemacht; wir haben verteidigt wie Junioren», analysierte Zaugg. Beim 1:0 ermöglichte Khelifi mit einem langen Ball aus dem Mittelfeld Moussilou das Überlaufen von Anderegg (11.). Beim 2:0 beendete Dia Mbaye links mit einem Fallrückzieher in der eigenen Hälfte einen Solothurner Vorstoss und leitete damit den Konter über Eleouet rechts zu Rushenguziminega im Zentrum ein (21.). Beim 3:0 verwertete Eleouet einen Freistoss von der rechten Seitenlinie aus gut 40 Metern direkt (25.).

Dem Elfer zum 3:1 folgte nichts

Erwartet wurde eine Startoffensive der Waadtländer. Vielmehr waren es die Gäste, die den ersten zehn Minuten den Stempel aufdrückten. Anstatt daraus Profit ziehen zu können, kassierten sie drei Gegentreffer in einer Viertelstunde. Die Solothurner reagierten. Captain Du Buisson holte gegen Yverdon-Hüter Brenet einen Eckball heraus (28.). Bei dessen Ausführung stiess Chappuis Hunziker im Strafraum um. Schiedsrichter Brunner entschied sofort auf Elfmeter. Diesen verwertete Chatton sicher zum 3:1 (30.).

Veronicas Torschuss wurde Corner

Dieser Anschlusstreffer wirkte für die Westschweizer als Warnruf. Es galt, einen zweiten Gegentreffer zu verhindern. Dieser hätte ihr Ausscheiden bedeutet. Die Zweikämpfe wurden intensiver, engagierter und härter. Dies geschah auf Kosten der Spielqualität. Die aussichtsreichste Möglichkeit für die Rotweissen hatte Veronica in der 87. Minute. Dessen Schuss konnte Rossé jedoch in Corner lenken.

Yverdon wirkte besser organisiert, spielte aber auch fehlerhaft. Aufpassen mussten die Besucher auf die schnellen Angriffsauslösungen für die im Antritt spritzigen Offensivleute der Romands. In diesen Phasen wurden den Solothurner Grenzen aufgezeigt. Es mangelte an der Kreativität und am Druckaufbau, um die gut gestaffelte Defensive der Platzherren ernsthafter zu gefährden. «Wir leisteten uns zu viele Fehlpässe, die Kraft kosteten, hatten aber auch einen Moment nachgelassen, was sich in unserer Körpersprache ausdrückte», sah es Zaugg.

«Man kann es schaffen»

Dieses knappe Ausscheiden hat auch positive Aspekte. «Wir haben gesehen, dass man es schaffen kann», die letzte Aussage vom als Trainer scheidenden, aber als Sportchef bleibenden Fussballlehrer. Sein Nachfolger kann mit einigem Potential starten. Das Kader dürfte keine grossen Veränderungen aufweisen. Höchstens minimale Verstärkungen sind zu erwarten.

Telegramm

Yverdon - Solothurn 3:1 (3:1)

Stade Municipal. – 1023 Zuschauer. – SR Brunner. – Tore: 11. Moussilou 1:0, 21. Rushenguziminega 2:0, 25. Eleouet 3:0, 30. Chatton 3:1 (Foulpenalty).

Solothurn: Jeffrey Grosjean; Kohler, Waylon Grosjean, Anderegg (87. Asani), Du Buisson; Nastoski (46. Bisevac), Fleury (69. Veronica); Schrittwieser, Stauffer, Hunziker; Chatton.

Yverdon: Brenet; Reis Rocha, Rossé, Dia Mbaye, Cazzaniga; Chappuis, Gudit (75. Lusuena); Eleouet, Rushenguziminega, Khelifi (68. Deschenaux); Moussilou (81. Da Silva).

Bemerkungen: Yverdon ohne De Pierro, Glauser (beide verletzt), Bovay (andere Mannschaft), Bamele und Lauper (beide überzählig). So­lo­thurn ohne Koch (gesperrt), Dembélé (verletzt), Hasanovic, Disler (Familie) und Russo (Junioren). – Verwarnungen: 30. Dia Mbaye (Unsportlichkeit), 40. Fleury, 77. Stauffer, 78. Lusuena und 92. Schrittwieser (alle Foul). – Eckbälle: 2:3 (1:2).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker von Pius Rüegger:

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