Das Meisterschaftsrennen von Gippingen war ein reines Ausscheidungsrennen. Bei sommerlicher Hitze nahmen die Favoriten in der viertletzten von 17 Runden das Heft in die Hände. Aus dem von Runde zu Runde kleiner werdenden Feld rissen neun Fahrer aus.

Darunter alle Favoriten. Nach einer Tempoverschärfung in der Steigung zum Loorholz splitterte sich die Spitze erneut auf und das Quartett Pellaud, Küng, Chavanne und Stüssi konnte sich entscheidend absetzen.

Beim letzten Aufstieg zum Loorholz, fünf Kilometer vor dem Ziel, setzte der 20-jährige, in seiner zweiten Saison als U-23-Fahrer stehende Walliser Simon Pellaud alles auf eine Karte. Er griff an und kam sofort einige Meter weg.

Pellaud hielt bis ins Ziel durch und holte sich mit seinem ersten Saisonsieg gleich das Meistertrikot. Der Walliser hatte in diesem Frühjahr keinen einfachen Stand: «Ich war einige Wochen krank und auch an den mit der Nationalmannschaft bestrittenen Rennen hatte ich kein Glück. Aber sie haben mir gut getan.»

Dass seine Verfassung im Steigen war, hatte Pellaud Ende Mai in Cham-Hagendorn gezeigt, als er hinter Silvan Dillier den zweiten Platz belegte. Nach dem Sieg an der Schweizermeisterschaft muss Pellaud gleichwohl zweimal durchatmen: «Ich kann es noch fast nicht fassen, dass ich diesen Titel holte. Das muss ich zuerst verdauen.»

Der zweitplatzierte Colin Stüssi kam eher unerwartet zum Medaillengewinn: «Ich profitierte natürlich von der Ausgangslage. An mir war es am Schluss nicht mehr, nachzujagen. Ich konnte mit auf den Spurt konzentrieren. Unser Konzept ist aufgegangen.»