Der Oltner mit Engadiner Wurzeln hat in seiner Karriere oft genug erfahren, dass nicht alles nach Wunsch läuft. Als Torhüter genoss er früh Kultstatus. In Bern kehrte er einst aus Frust über einen Hagel von Gegentreffern als Torhüter des EHC Olten das Tor um. In Fribourg war er während der russischen Flugjahre mit Slawa Bykow und Andrej Chomutow Publikumsliebling. Aber bis heute geht die Legende, seine Nervenschwäche sei der Grund für drei Finalniederlagen in Serie (1992, 1993, 1994). Er sieht die Sache anders: «Es kann ja auch sein, dass wir damals dank mir dreimal das Finale erreicht haben…»

Seine Selbstironie hilft ihm auch jetzt. Der Vertrag in Basel wäre noch eine Saison gelaufen. Nach dem Konkurs folgt nun das «administrative Spiessrutenlaufen»: Anmeldung der Lohnforderung fürs laufende Konkursverfahren und der schwere Gang aufs Arbeitsamt. Stecher erzählt, er habe erst einmal leise Vorwürfe anhören müssen. Die zuständige Fachfrau habe erstaunt festgestellt, dass sein Arbeitsvertrag im nächsten Frühjahr auslaufe und er sich trotzdem nicht seit Monaten um eine neue Stelle beworben habe. Das sei doch nachlässig. «Ich habe dann erklärt, dass es einen schlechten Eindruck gemacht hätte, wenn ich mich als Basler Trainer mit gültigem Vertrag regelmässig bei der Konkurrenz um einen Job beworben hätte.» Er konnte den Vorwurf entkräften, er sei ein Hallodri.

Eine Nummer kleiner als Krueger

Auf dem Arbeitsamt geht es auch um die Vermittelbarkeit. Dino Stecher hat einen guten Ratschlag bekommen. Warum nicht Vorträge halten und Bücher schreiben und so viel Geld verdienen wie Ralph Krueger? Der ehemalige Nationaltrainer ist offenbar durch diese Tätigkeit weit über den Sport hinaus bekannt geworden. «Da musste ich einwenden, dass ich halt doch eine Nummer kleiner als der Krueger sei und auf diesem Weg kaum meinen Lebensunterhalt verdienen könnte.» Der arbeitslose Trainer hat Verständnis für die unkonventionellen Ansichten. «Die machen auf dem Arbeitsamt ja nur ihren Job und niemand hat Erfahrung mit arbeitslosen Hockeytrainern aus der NLB.»

Dino Stecher sagt, er sei nach der Konkurs-Ankündigung erst einmal geschockt gewesen. Aber Existenzängste habe er keine. Er müsse ja nicht für eine Familie sorgen und er habe schon oft erfahren, dass immer wieder irgendwo eine Türe aufgehe. «Fatal wäre in einer solchen Situation eine negative Einstellung.» Er unterlässt daher auch Schuldzuweisungen und sagt, es sei einfach sehr schade. Der Konkurs habe alle überrascht. «Wir waren auf Kurs und hatten ein gutes und entwicklungsfähiges Team.» Es habe keinerlei Anzeichen für das Ende gegeben.

Weiterbildung für Stecher

Zuletzt war er nach dem verletzungsbedingten Ende seiner Karriere 1999 auf dem Arbeitsamt. Er konnte jedoch bald ins Trainergeschäft einsteigen und ist bisher nur in Olten (in der 4. Saison) entlassen worden. Er hat aus der Tätigkeit als Cheftrainer oder Assistent unter anderem in Arosa, Olten, Biel und bei den GCK Lions reichlich Erfahrung gesammelt und kann sich vorstellen, auch als Nachwuchs- oder Sportchef zu arbeiten. Die Zeit bis zum nächsten Job werde er zur Weiterbildung nutzen. Spiele beobachten und vielleicht auch im Ausland mal beim Trainingsbetrieb als Hospitant reinschauen. Er helfe nun den Spielern noch ein wenig bei den administrativen Pflichten wie dem Gang aufs Arbeitsamt. Dann sei seine Mission in Basel erfüllt.