Eishockey
Dino Stecher: Eine Oltner Legende mit einer Basler Zukunft

Dino Stecher ist neben André Rötheli der berühmteste Eishockeyaner der letzten 30 Jahre, die dem Oltner Nachwuchs entstammten. Gestern schlugen zwei Herzen in der Brust des ex Nationalgoalies.

Michael Schenk
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Eine emotionale Partie: Dino Stecher war im Kleinholz live mit dabei.

Eine emotionale Partie: Dino Stecher war im Kleinholz live mit dabei.

Aeschbacher

Dino Stecher, einst in Olten gross geworden und nächste Saison Trainer der Basel Sharks, war gestern einer von 2677 Zuschauern im Kleinholz. «Olten ist über alle Linien sehr ausgeglichen und verfügt über die stärkeren Individualisten. Darin liegt wohl der derzeit grösste Unterschied zwischen den beiden Mannschaften», bilanziert er das, was er gesehen hatte. Die Überraschung, auf die Stecher vor dem Match spekuliert hatte, nämlich dass «Basel den grossen Favoriten besiegt», trat nicht ein. «Obwohl», so Stecher, «ich erwartet hatte, dass Basel nachdem es zu Beginn des Mitteldrittels eine 4-minütige Unterzahl überstanden hatte, noch einmal kommt.» Der Schub der Befreiung kam nicht. Die Gastgeber feierten derlei im 15. Heimspiel der Saison den 14. Sieg. «Olten spielt derzeit ein sehr starke Eishockey. Man sieht, dass der Kern der Mannschaft seit Jahren zusammen ist». Wenn Dino Stecher gestern einer Mannschaft einen Sieg gegen Basel irgendwie gönnen mochte, dann dem EHC Olten. «In dieser Saison ja – aber nächste Saison nicht mehr», lacht er.

Mit acht Jahren trat der gebürtige Engadiner, nachdem er mit seiner Familie in die Region Olten gezogen war, dem EHCO bei. Mit 19 erhielt er seinen ersten Profivertrag, 1985 stieg er mit den Dreitannenstädtern in die NLA auf. «Als wir dann zwei Jahre später wieder abstiegen führte mich mein Weg in die übrige Hockeyschweiz», so der heute in Aarburg lebende Assistenzcoach in Biel. Auch punkto Trainerlaufbahn diente Stecher Olten quasi als Anschieber. 2005 übernahm er einen Job im Nachwuchs und war später bis 2009 auch Assistenz- und Headcoach des Fanionteams. 2009 wechselte er – mit kurzem Unterbruch als Chefcoach der GCK Lions – zum EHC Biel. Seit 2009 ist er im Seeland Assistent von Kevin Schläpfer.

Der 47-jährige legendäre Goalie von Gottéron, den ZSC Lions und der Nati hat ergo eine grosse Oltner Vergangenheit. Hinsichtlich Zukunft wünscht er sich eine ähnlich so grosse in Basel. Stecher wird Ende Saison Dany Gélinas als Headcoach der Sharks ablösen. Und er freut sich darauf: «Das, was ich gestern gesehen habe, macht Lust auf mehr. Die Sharks haben Potenzial.» Die Möglichkeit indes, dass er schon früher vom Bielersee an den Rhein wechselt, negiert Stecher. «Nein, da kann ich alle Spekulationen ausräumen. Es ist klar abgemacht, dass ich den Vertrag in Biel erfülle.»

Aber natürlich sei sein Radar seit der Vertragsunterzeichnung vor rund zwei Wochen auch intensiv auf die Sharks gerichtet. «Es geht darum, Pflöcke für die nächste Saison einzuschlagen.» Sprich, die tragenden Spieler zu halten, und zu schauen, wo punktuelle Veränderungen nötig sind.» Diese «Doppelspurigkeit» lasse sich mit seinem Job in Biel sehr gut vereinen, sagt er. Schliesslich gebe es ja heute moderne Kommunikationsmittel. Abgesehen davon, dass sich mit Stechers Amtsantritt in Basel die Zusammenarbeit zwischen Biel und den Sharks deutlich intensivieren soll. «Da reden wir vor allem vom Nachwuchsbereich», hält Stecher fest. Also von Spielern, die in Basel an die NLA herangeführt, respektive allenfalls wieder in Form gebracht werden sollen oder umgekehrt in Biel zu NLA-Einsätzen kommen können.

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