Eishockey
Diesmal reichte die reguläre Spielzeit

Olten gewinnt auch in Basel 4:3 und schafft sich eine hervorragende Ausgangslage. Die zweite Viertelfinalpartie zwischen Basel und Olten war jedoch eine komplett andere als noch jene vom Freitagabend.

Michael Forster
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Die Sharks verpassen es, den 2:1-Vorsprung auszubauen. Hier scheitert Basels Pascal Wittwer (vorn, in Rot) am Oltner Torhüter Thomas Kropf.

Die Sharks verpassen es, den 2:1-Vorsprung auszubauen. Hier scheitert Basels Pascal Wittwer (vorn, in Rot) am Oltner Torhüter Thomas Kropf.

bz Basellandschaftliche Zeitung

Ging es da unmittelbar nach Spielbeginn mit einer regelrechten Keilerei los, verlief das Duell gestern überraschend ruhig. So richtig gewollt sei das nicht gewesen, meinte nach dem Spiel Jamie Wright. «Wir haben uns zu Hause sicher etwas bewusster auf die Rolle des Spielmachers konzentriert, und das ist uns, vor allem im ersten Drittel, auch gelungen.» Vielleicht sei es auch die gegenseitige Nervosität gewesen, die dazu beigetragen habe, dass es im erstsen Spiel so schnell «gräbled» habe, entgegnete Bruno Marcon zum nicht mehr ganz so intensiven Auftakt.

Wie dem auch sei: Gestern waren es vor allem die frühen Tore, die für Emotionen sorgten. So entwischten bereits in der 3. Minute Plavsic und Roy aus einer Unterzahl und sorgten für einen aus Sicht der Gastgeber perfekten Spielauftakt. Doch die Antwort der Gäste liess nicht lange auf sich warten: Es war Carsen Germyn, der fünf Minuten später das Resultat wieder ausglich.

Nach der Pause sahen sich die Gäste mit einem Handicap konfrontiert: Marco Vogt musste, für einen hohen Stock, mit einer 5-minütigen Disziplinarstrafe frühzeitig unter die Dusche. «Das machte uns nur noch stärker», sah Marcon sein Team als moralischer Sieger aus der langen Unterzahl hervorgehen. Und prompt schlugen die Gäste zu: Zuerst durch Captain Della Rossa zum 2:2, dann durch Pascal Krebs zur erstmaligen EHCO-Führung.

Und genau hier setzte denn auch Wrights Kritik am Spiel seiner Mannschaft an. «Wir müssen wieder an das solide Defensivspiel aus der Qualifikation anknüpfen. Und wir müssen es hinkriegen, ein besseres zweites Drittel zu spielen – das ist und jetzt schon zweimal nicht gelungen.» Zwar brachte der 34-jährige Kanadier sein Team während einer doppelten Überzahl wieder auf 3:3 heran und hatten die Basler in der 48. Minute die erneute Führung dreifach auf dem Stock. Und doch sollte es nicht sein mit dem Ausgleich der Basler in dieser Viertelfinalserie. Denn es waren die Oltner, die den Sieg und damit das 2:0-Gesamtscore vehementer anpeilten und in der 57. Minute dann auch verdient herausspielten.

Marcon legte hinter dem Tor aus vollen Lauf backhand auf Martin Wüthrich auf, der am orientierungslosen Damiano Ciaccio vorbei ins halbleere Tor traf. Nein, wirklich gesehen habe er Wüthrich nicht, gestand Passgeber Marcon später ein, aber «gschmöckt» habe er ihn schon, meinte er mit einem Schmunzeln. «Manchmal muss man ganz einfach auch am richtigen Ort stehen.» Der Adelbodner machte vor allem im starken Boxplay seiner Mannschaft den Unterschied aus, aber auch in der Chancenauswertung. «Sie haben einen starken Torhüter, doch wir haben ihn viermal bezwungen.» Nicht gross hadern mit der zweiten knappen Niederlage mochte Jamie Wright. Der Kanadier gibt sich auch nach dem neuerlichen 3:4 kämpferisch: «Das ist das Gute an den Playoffs: Sie sind erst fertig, wenn das 7. Spiel gespielt ist.»