FC Solothurn
Diesmal ein Solothurner Gegentreffer in der Nachspielzeit

Der FCS wird für seine Tempoerhöhung in der zweiten Halbzeit nicht belohnt und kassiert in der 92. Minute den Ausgleich. So wird's nichts mit dem zweiten Saisonsieg, doch der FCS ist weiterhin ohne Saisonniederlage.

Pius Rüegger
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Solothurn's Garra Dembélé.

Solothurn's Garra Dembélé.

Nordwestschweiz

Nach elf (!) Sekunden traf Bisevac den linken Pfosten. In der 50. Minute traf wieder Bisevac die Latte. In der 73. Minute erzielte Chatton im Zentrum auf Bisevacs Flanke von rechts mit dem Kopf sein erstes Saisontor für Solothurn. Diese Vorgabe(n) genügten nicht, den ersten Heimsieg der Ambassadoren einzufahren. In der zweiten Nachspielminute nützte Maliqi einen Ballverlust der Gastgeber eiskalt aus: Mit seinem Schuss Richtung entfernteren Pfosten glich der Gäste-Einwechselspieler überraschend aus. „Es ist ein dummer Ballverlust, wir dürfen nicht so Risiko nehmen eine Minute vor Spielende“, haderte Solothurns Trainer Hans-Peter „Bidu“ Zaugg. „Es ist bitter, so zwei Punkte abzugeben“, verbarg er seine Enttäuschung nicht. Und er hielt fest: „Diesmal haben wir das Gegentor in der Nachspielzeit erhalten, nachdem wir im ersten Heimspiel in der Nachspielzeit noch den Ausgleich schafften“.

Ausgleich statt klare Führung

Solothurn hatte es in der Hand, dieses Spiel vorzeitig zu entscheiden. Anstatt 1:1 hätte es 3:0 oder 4:0 heissen können. Ein Sieg in dieser Höhe wäre sogar verdient gewesen. Nach dem Seitenwechsel legten nämlich die Platzherren zu und dominierten das Geschehen. Chancen waren zur Genüge vorhanden. Doch der Abschluss wollte nicht klappen. Teilweise Eigenfehler in der Präzision zum letzten Pass, vom Gegner zugemachte Schussbahnen oder tolle Paraden von Black Stars-Schlussmann Oberle. „Schade, dass unsere gute Leistung von den Punkten her nicht belohnt wurde“, bedauerte Zaugg. Mit diesem völlig unnötigen Gegentor deckelten die Platzherren einen vorher überzeugenden Auftritt. Die plötzlich aufkeimende Nervosität nach konzentrierter und konsequenter Defensivarbeit ist unerklärlich. Die unverständlich verloren gegangene Ordnung brachte die Stadion-Truppe um ihre Früchte in Form des ersten Heimsieges 2016/17. „Wir haben wenig zugelassen, die grösste Gefahr des Gegners ging nach Fehlern von uns aus und wir kamen zu gut herausgespielten Chancen mit Aktionen durch die Mitte wie über die Seiten, sodass wir Druck machen konnten“, erkannte Zaugg.

Vorteile verspielt

In der ersten Hälfte glich dieser Kräftevergleich einem offenen Schlagabtausch. Im dessen Mittelteil konnten die Basler gut mitspielen. Vor dem 36-jährigen, von Xamax vor einem Jahr ans Rheinknie gestossenen Mittelstürmer Rodriguez musste die Solothurner Abwehr auf der Hut sein. Vorteile in der Spielanlage, variantenreicherer Aufbau und das vorgelegte Tempo waren hingegen die entscheidenen Elemente für die zahlreichen gefährlichen Abschlussversuche der Solothurner während der meisten Spielzeit.

Telegramm:

Solothurn – Black Stars Basel 1:1 (0:0)

Stadion. – 250 Zuschauer. – SR Rosset. – Tore: 73. Chatton 1:0, 92. Maliqi 1:1.

Solothurn: Jeffrey Grosjean; Disler, Stauffer, Hasanovic, Du Buisson: Nastoski (62. Asani); Veronica (68. Zayas), Fleury, Tan; Chatton, Bisevac.

Black Stars Basel: Oberle; Kovacevic, Farinha, Branislav Micic, Infantino; Kalayci (68. Kassem); Friedli (84. Chételat), Muslija (80. Maliqi), Hengel; Spahr, Rodriguez.

Bemerkungen: Solo­thurn ohne Waylon Grosjean (gesperrt), Dembélé (verletzt), Kohler (Militär), Hunziker (Ausland), Wagner, Schrittwieser und Nedzipi (alle anderes Team). Black Stars ohne Peromingo, Acar, Essatürk, Setti (alle verletzt), Ozan, Dinkel, Fazio, Aleksandar Micic, Urtuejoma, Bajraktari und Flocken (alle abwesend). – 1. (0.11) Bisevac Pfostenschuss. 50, Bisevac Lattenschuss. – Ver­war­nun­gen: 51. Farinha, 76. Chatton (beide Foul). – Eck­bälle 5:4 (0:2).

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