Der FC Wangen bei Olten, der Absteiger aus der 1. Liga, bleibt dank dem dritten Sieg in Serie zumindest in der 2. Liga inter nach der Vorrunde der beste Klub des Kantons. Trainer Juan Castro zeigte sich «natürlich glücklich nach einem Derbysieg. Wir haben super gekämpft und wurden dafür am Ende belohnt.»

Er freute sich insbesondere darüber, dass Sandro Husi in der 87. Minute das entscheidende Tor erzielte: «Schon in den letzten paar Spielen war er sehr gut drauf, hat viel gearbeitet für die Mannschaft. Schön, dass er jetzt endlich auch vollstrecken konnte.»

Der 25-jährige Flügelstürmer spielte in der Vorrunde zehnmal durch, nur dreimal wurde er kurz vor Schluss ausgewechselt. Bei der letzten Gelegenheit gelang ihm endlich das erste Saisontor. Und dies ausgerechnet gegen den FC Dulliken, dessen Trikot er in der letzten Spielzeit noch getragen hatte, ehe er im Sommer zu seinem Stammverein zurückkehrte.

«Es war schon ein spezieller Match für mich», sagte Husi hinterher. «Die Saison bei Dulliken ist nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte.» Das Wiedersehen mit seinen Ex-Teamkollegen hätte er sich laut eigener Aussage «nicht besser wünschen können». Es sei eine Genugtuung für ihn, den Game-Winner beigesteuert zu haben.

Wangen war effizienter«Valdimiro Quinjica spielte mir den Ball hoch in den freien Raum. Ich hatte beide Innenverteidiger vor mir, konnte aber mit einem Kopfball vorbeigehen und den Ball am Goalie vorbeilegen», beschrieb Husi die entscheidende Szene des Derbys.

In diesem war Wangen nicht besser als Dulliken, aber effizienter. Die Gastgeber waren in der ersten Halbzeit zwar tonangebend, nach der Pause waren die Dulliker dem Lucky Punch allerdings deutlich näher. Doch die Niederämter liessen sich in der 87. Minute von Husis Geniestreich düpieren und kassierten in der Nachspielzeit noch das 0:2 per Elfmeter.

«Wir standen hinten sehr solide», lobte FCW-Trainer Castro seine Abwehr. «Weil wir wegen den Verwarnungen vorsichtiger agieren mussten, hatte Dulliken in der zweiten Halbzeit zwar ein leichtes Übergewicht, aber nicht wirklich gefährliche Torchancen», erklärte er.

Eine Viertelstunde vor Schluss hätte indes Blerim Bekteshi seine eigene, spezielle Geschichte schreiben können. Bekteshi lief während rund zehn Jahren für Wangen in der 1. Liga auf, im Sommer wechselte er nach dem Abstieg auf die Ey. Nach einem Freistoss von der Seite kam der Verteidiger frei zum Kopfball, setzte diesen aber knapp drüber.

Ein Steigerungslauf
Dank dem Punktemaximum aus den letzten drei Spielen überwintert Wangen als Bester der vier Solothurner Klubs auf dem neunten Tabellenplatz. Die Nummer eins der Region zu sein, sei nicht wichtig, so Matchwinner Sandro Husi. Vielmehr die Tatsache, dass vor ein paar Wochen noch niemand damit gerechnet hätte: «Es war eine ganz neue Mannschaft nach dem Abstieg. Wir mussten uns zuerst finden. Nach dem schwachen Saisonstart konnten wir uns zuletzt extrem steigern. Mit dem Abschluss können wir sehr zufrieden sein.» Die Vorrunde insgesamt beschrieb Husi als ordentlich.

Denn trotz der starken Serie am Ende war die erste Saisonhälfte mit der Ausbeute von 16 Punkten alles andere als rosig, vor allem für einen Absteiger. Das weiss auch Juan Castro, der aber entgegnete: «Im Sommer waren wir definitiv nicht der Favorit auf die Nummer eins im Kanton. Dank viel Arbeit und Leidenschaft sind wir es jetzt.» Der 38-Jährige verwies zudem auf die vier Unentschieden in der Vorrunde: «Die bringen einen natürlich nicht weiter. Da hätten wir noch den einen oder anderen Match für uns entscheiden müssen. Dann sähe es jetzt auch ein bisschen besser aus.»

Zulegen für die Rückrunde
Glücklich zeigte sich Wangens Trainer vor allem über die Entwicklung seiner Mannschaft im Verlauf dieser Vorrunde. Er nannte den 16-jährigen Innenverteidiger Ivan Harambasic als Beispiel und unterstrich, dass mehr als eine Handvoll Spieler des Kaders in der letzten Saison noch bei den Junioren gespielt hätten. «Die Jüngeren mussten sich zuerst an den deutlich höheren Rhythmus der 2. Liga inter gewöhnen. Jetzt sind sie in der Liga angekommen», meinte Castro stolz.

Trotzdem ist er nicht ganz zufrieden mit dem vorhandenen Spielermaterial. Es mangle dem Team vor allem an Erfahrung: «Ich würde das Kader im Winter gerne mit drei ehemaligen Erstliga-Spielern noch etwas verbreitern.» Muss er auch, denn weit weg sind die anderen drei Solothurner Klubs nicht.