Die Alpwirtschaft Stierenberg oberhalb von Farnern ist ein Aussichtspunkt mit einem prächtigen Blick auf das gesamte Alpenpanorama. Hier wuchs Emil Berger als Jüngstes von sechs Kindern auf.

Bereits als 13-jähriger Bub bestritt er im Sommer 1980 mit dem Berglauf auf dem Weissenstein sein erstes Rennen. Er erinnert sich noch ganz genau: «29. von 83 gestarteten Junioren bin ich geworden.» Er war damals einer der Jüngsten unter den Teilnehmern. Für die Strecke von Oberdorf auf den Solothurner Hausberg benötigte der Schüler knapp über eine Stunde.

Beim zweiten Anlauf klappts

Bereits bei seinem zweiten Start, dem Attiswiler Geländelauf hinauf zur «Bättlerchuchi», kreuzte der schmächtige Kraxler das Ziel als Sieger. Die Alpweiden am Jurasüdfuss waren ein ideales Gelände für den starken Bergläufer, und es ist daher kaum verwunderlich, dass sich der Jüngling in diesem Gelände besonders wohl fühlte. Animiert durch seinen Schwager Ruedi Egger, wurde Berger schon früh Mitglied des Unteroffiziersverein Wiedlisbach und bestritt hier als Junior, damals allerdings noch ohne Packung, den Hans-Roth-Waffenlauf.

So wie Berger seine Trainings gestaltet und diese auch genau befolgt, so exakt führt der verheiratete gelernte Metzger und Vater zweier Kinder auch Buchhaltung über seinen Sport. Akribisch werden Trainings- und Wettkampfkilometer aufgeschrieben. Früher manuell in einem von ihm extra kreierten Heft, heute auf dem PC. Beim Durchblättern dieser Statistiken stösst man auf eine Reihe fast unglaublicher Daten.

Zweimal um die Welt

So hat er zum Beispiel insgesamt 249 Waffenläufe, 710 Zivilläufe und 41 Laufstrecken an bekannten polysportiven Stafetten in der ganzen Schweiz bestritten. Seine bisherigen 999 Läufe führten über eine Distanz von 15 036,6 Kilometer, für die Trainings wendete er insgesamt 72 002 Kilometer auf. Das ergibt total ziemlich genau zwei Weltumrundungen.

Insgesamt startete Berger an 229 verschiedenen Anlässen. 22-mal bestritt er den Frauenfelder Waffenlauf über die klassische Marathondistanz. 1995 lautete hier seine Bestzeit 2:49.20. Auch hat er bisher sämtliche 30 Austragungen des Grand-Prix von Bern über die 10 Meilen gelaufen, und zweimal den Bieler 100-km-Lauf bestritten.

1996 wurde er Dritter am 7-Etappen-Lauf von Genf nach Basel über 323 Kilometer mit einer Höhendifferenz von über 8000 Metern durch die Jurahöhen. Seinen einzigen Rückschlag erlebte er ausgerechnet vor seiner Haustür am Wiedlisbacher Waffenlauf. Gut im Rennen liegend, musste er nach einem Misstritt aufgeben.

Gestern Abend hat «Miggeli», wie ihn seine Freunde liebevoll nennen, in Sursee noch einen Abendlauf zum Auftakt einer neuen Laufserie bestritten, damit er am Samstag anlässlich der 4. Austragung des Wiedlisbacher Lauftages exakt vor seiner Haustür seinen 1000. Jubiläumslauf bestreiten kann.

246 Podestplätze

246-mal stand Berger auf dem Podest einer Laufveranstaltung. Sei es nun an einem Waffenlauf, Berg- Strassen- oder Geländelauf. Dabei erreichte er 59 Kategoriensiege, 84 Silber- und 103 Bronzemedaillen.

Mit der Grösse von 174 und 69 kg besitzt Berger über ideale Hebel für einen Langstrecken-Läufer. Angefangen hat er 1980 mit vier Wettkämpfen. Sechs Jahre später waren es bereits deren 28 pro Saison. Mit zunehmendem Alter wurden es immer mehr. Total «angefressen» war er 2006 mit 64 Rennen und im letzten Jahr pulverisierte er mit 73 Starts seine bisherige Bestmarke förmlich.

Und er denkt noch keineswegs ans Aufhören. Der Präsident der Läufergruppe Niederbipp, der er seit 13 Jahren vorsteht, plant nämlich, nachdem der Waffenlauf seit einigen Jahren als gestorben gilt, auch in dieser Sparte in Niederbipp wieder einen Neueinstieg.