Handball
Diese Zwillinge aus Wangen haben grosse Träume – beim HSC Suhr Aarau sollen sie wahr werden

Die 16-jährigen Pablo und Patrick Rudolf spielen mit den U17-Elitejunioren des HSC Suhr Aarau um den Schweizer-Meister-Titel. Danach wollen sie weiter an ihrem Werdegang feilen.

Raphael Wermelinger
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Pablo Rudolf (links) und Zwillingsbruder Patrick spielen seit dem vergangenen Jahr für den NLA-Klub Suhr Aarau.

Pablo Rudolf (links) und Zwillingsbruder Patrick spielen seit dem vergangenen Jahr für den NLA-Klub Suhr Aarau.

Bruno Kissling

«Wir wollen es einmal in die NLA oder die NLB schaffen», haben die Zwillingsbrüder Pablo und Patrick Rudolf klare Vorstellungen, was ihren weiteren Karriereverlauf betrifft. An der Erfüllung dieses Traums arbeiten die 16-Jährigen täglich. «Wir haben pro Woche drei Trainings in der Halle, sind zusätzlich zweimal im Kraftraum, und an den Wochenenden stehen meistens gleich zwei Spiele an», schildern sie ihr Pensum.

Die beiden Wangner spielen beim HSC Suhr Aarau in zwei Mannschaften: bei der U17-Elite und bei der U19-Equipe. Mit Ersterer kämpfen sie am 27. und 28. Mai in einem Hin- und Rückspiel gegen die HSG Nordwest um den Schweizer-Meister-Titel.

Vorbild Grossvater

Gestartet haben die Rudolf-Zwillinge ihre Karriere beim HV Olten, dem Partnerverein von Suhr Aarau. Und dies bereits im Alter von vier Jahren. Sie sind damit schon die dritte Generation ihrer Familie, die sich für den Handball-Sport entschieden hat. «Es war natürlich kein Müssen», stellt Patrick klar, «aber weil schon unser Grossvater und unser Vater spielten, war der Weg quasi vorgezeichnet.»

Mit Tennis, Eishockey und Unihockey testeten sie in jungen Jahren weitere Sportarten, blieben aber beim Handball. «Weil es ein körperbetonter Sport ist, bei dem man viel Kampfgeist braucht», begründet Pablo. «Man erlebt einfach auch eine geile Zeit mit dem Team», ergänzt Patrick.

Zwei Halb-Brasilianer

Mutter Paula Rudolf hätte es allerdings lieber gesehen, wenn ihre Söhne beim Eishockey geblieben wären. Lachend wirft sie ein: «Zwei Halb-Brasilianer auf dem Eisfeld, das wäre doch mal etwas Spezielles.»

Sie selbst spielt Volleyball und hat es daheim manchmal schwer, wenn ihr Mann und die zwei Söhne über deren Lieblingssport philosophieren: «Dann kann ich nicht mehr gross mitreden und versuche, die Diskussion auf ein anderes Thema zu lenken. Politik oder Wirtschaft zum Beispiel.»

Höhere Trainingsintensität

Pablo und Patrick Rudolf spielen erst seit dem vergangenen Jahr beim HSC Suhr Aarau, ihr Stammklub ist der HV Olten. «Wenn du es in die NLA schaffen willst, musst du irgendwann zu einem grossen Klub mit einer starken Nachwuchsabteilung», begründen sie ihren Wechsel.

So sei die Trainingsintensität in Aarau deutlich höher: «Wir spielen mit fünf Junioren-Nationalspielern zusammen. Da wird man automatisch besser.» Für den HV Olten engagieren sie sich aber immer noch, sie leiten zum Beispiel Junioren-Camps und helfen an grösseren Anlässen mit. Weil sie die familiäre Atmosphäre schätzen, wie sie erklären.

Rückkehr zu Olten nicht ausgeschlossen

Auch eine Rückkehr zum HVO als Spieler schliessen die beiden nicht aus: «Als Erstes wollen wir uns bei der U17-Elite einen Stammplatz erkämpfen und bei der U19 trainieren und Einsatzzeiten sammeln», so der Plan. Danach soll der Sprung in die Nationalliga gelingen. Eventuell über den Umweg 1. Liga beim HV Olten.

«Das Niveau im Handball ist extrem gestiegen», so Pablo. «In der 1. Liga wird bereits vier-, fünfmal pro Woche trainiert. Wenn wir im Alter von 17 oder 18 Jahren bereits in der 1. Liga spielen könnten, wäre das schon sehr gut.» Doch das ist Zukunftsmusik: Zuerst wollen die Wangner Handball-Zwillinge in zwei Wochen ihren ersten Schweizer-Meister-Titel feiern: «Es werden sicher zwei ausgeglichene Finalspiele gegen einen harten Gegner, aber wir denken immer positiv.»

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