Automobil
Diese Rennfahrerin ringt um Anerkennung

Die Solothurnerin Rahel Frey läuft in der Deutschen Tourenwagen Masters noch nicht auf Hochtouren. Die 25-Jährige hat mit hochkarätiger Konkurrenz zu kämpfen.

Ruedi Kuhn
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Ehrgeizig: Rahel Frey schliesst eine Top-Ten-Platzierung in dieser Saison nicht aus. Bieri

Ehrgeizig: Rahel Frey schliesst eine Top-Ten-Platzierung in dieser Saison nicht aus. Bieri

Ein Rennen da, ein Showevent dort, ein Interviewtermin hier: Rahel Frey ist im Stress. Seit die 25-jährige Automobilrennfahrerin aus dem solothurnischen Aedermannsdorf in der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) für das Team Phoenix von Audi fährt, ist es vorbei mit der Ruhe. Der Rummel um ihre Person ist riesig.

Der Hauptgrund für das Interesse ist der Umstand, dass Frey die erste Schweizerin in der DTM ist. Kommt hinzu, dass «der kleine Sonnenschein» aus der Provinz über eine positive Ausstrahlung verfügt, stets ein Lächeln auf den Lippen hat, immer für ein Schwätzchen gut ist und die Flinte trotz sportlicher Rückschläge nicht ins Korn wirft.

Hochkarätige Konkurrenz

Dass die Resultate in den bisherigen fünf Rennen nur mässig waren, ist weniger auf fehlendes Können, sondern vielmehr auf die hochkarätige Konkurrenz zurückzuführen. Freys Rückstände auf Spitzenfahrer wie Bruno Spengler, Gary Paffet und Martin Tomczyk betragen meistens nur einige Zehntelsekunden, doch mehr als ein 15. Rang lag für die neue Audi-Pilotin im Feld der 18 Fahrer bis jetzt noch nicht drin.

So richtig zufrieden war die Blondine nur beim dritten Rennen in Spielberg. «Für mich war der Kurs auf dem Red-Bull-Ring ein Highlight», so Frey, «denn ich hatte erstmals das Gefühl, dass ich mit dem Auto fahre und nicht das Auto mit mir. Ich fühlte mich einfach toll.»

«Zu früh für eine Zwischenbilanz»

Spricht man Frey auf die mässigen Ergebnisse in den Trainings und in den Rennen an, winkt sie ab. «Für eine Zwischenbilanz ist es zu früh», sagt sie schon beinahe trotzig. «Eines weiss ich genau. Ich kann mich steigern. Es wäre falsch, nach so kurzer Zeit ein Urteil zu fällen. Ich muss Geduld haben schliesslich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.» Für ihren Arbeitgeber hat sie lobende Worte parat: «Audi ist eine grosse Familie. Die Unterstützung von allen Mitarbeitern des Teams ist genial. Mir macht das Ganze Spass.»

Die Ruhe vor dem Sturm

Vor dem nächsten DTM-Rennen am Nürburgring am 7. August nimmt Rahel Frey eine kleine Auszeit. In der letzten Juli-Woche sind Ferien auf Zypern angesagt. Meer, Sandstrand, Sonne und heisse Temperaturen sollen der jungen Schweizerin die Möglichkeit bieten, Energie und Kraft für grosse Taten zu tanken. Bleibt die Frage, ob sie tatsächlich abschalten und sich erholen kann. Mal schauen. Gut möglich, dass der DTM-Neuling die vielen Erlebnisse und Erfahrungen der vergangenen Monate während des Urlaubs Revue passieren lässt und nochmals analysiert.

Eines aber steht jetzt schon fest: Frey wird sich sicher nicht unter- kriegen lassen, ja sie schliesst nach eigener Aussage eine Platzierung in den Top Ten in dieser Saison nicht aus. «Im Motorsport», sagt sie, «geht oft alles sehr schnell.» Wer weiss? Vielleicht schlägt Rahel Freys grosse Stunde schon im Rennen am Nürburgring.