Jahresvorschau
Diese Namen und Ereignisse bewegen den Solothurner Sport 2013

Während der nächsten 12 Monate werden wieder zahlreiche Geschichten geschrieben. Die Regionalsportredaktion schaut in die Kristallkugel und nimmt einige dieser Anekdoten vorweg.

Michael Schenk
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Haben Einfluss auf das Sportjahr 2013: Usain Bolt (Mitte), Wayne Gretzky, Roger Federer, Nicola Müller, Murat Yakin und Xherdan Shaqiri (von unten links im Uhrzeigersinn). Keystone (4), ZVG (3)

Haben Einfluss auf das Sportjahr 2013: Usain Bolt (Mitte), Wayne Gretzky, Roger Federer, Nicola Müller, Murat Yakin und Xherdan Shaqiri (von unten links im Uhrzeigersinn). Keystone (4), ZVG (3)

Keystone

Wie immer auf den Punkt parat steigt Thomas Zindel am Eidgenössischen Schwingfest in Burgdorf völlig überraschend doch noch einmal in die Zwilchhosen. Im letzten Gang bodigt er mit seinem Spezial-Schwung, dem Zindel-Gümpli, den Berner Hünen Christian Stucki und holt sich seinen vierten Eidgenössischen Kranz. Weil jeder seiner drei vorausgegangenen Kranzgewinne an Eidgenössischen mit einem besonderen Moment verbunden war – fünf Tage vor Aarau 2007 etwa wurde er erstmals Vater, einen Tag nach Frauenfeld 2010 bestand er die Prüfung zum Steuerexperten – knackt Zindel am Tag nach dem Fest den Lotto-Jackpot und spendiert Solothurn ein Bähnli auf seinen Lieblingsberg, den Weissenstein.

Nach dem Sieg an seinem Heim-Kantonalen in Balsthal schraubt und rotiert sich Simon Nützi vom TV Wolfwil auch am Eidgenössischen Turnfest in Biel zum König der rund 60000 Turnerinnen und Turner. Damit kommt der Nationalkader-Athlet doch noch in den Genuss eines Staubfängers, sprich traditionellen, goldenen Lorbeerkranzes. Am Kantonalen gab es ja «nur» eine neumodische Medaille.

Was der SC Langenthal kann, kann der EHC Olten schon lange. Die Powermäuse tanzen im NLB-Playoff-Final den Haien aus Basel kräftig auf der Nase rum und werden NLB-Meister. Daran kann auch Oltens Goalie Legende Dino Stecher nichts ändern, der seinen Job als Headcoach der Sharks bereits während der Nati-Pause im Februar angetreten hat.

Wenn der Fanklub von Nathalie Schneiter die Alphörner und Kuhglocken an der Mountainbike-EM auf dem Berner Gurten zum Glühen bringt, weil ihr «Nathi» soeben die Goldmedaille gewonnen hat, glauben selbst die ortsansässigen Maulwürfe, sie seien im Musikantenstadl.

Weil er ja schon als Junior beim FC Derendingen meist der war, auf den man laaaaange warten musste, bis er mit Duschen und packen fertig war, lässt sich Marco Mathys Zeit mit seinem ersten Tor für die Nationalmannschaft. Mit dem Treffer im letzten WM-Qualispiel am 15. Oktober gegen Slowenien in der 90. Minute aber schiesst der Mittelfeldspieler die Eidgenossen gerade noch rechtzeitig an die WM «para o Brasil».

Der Junioren-Europameister im Kleinkaliber-Dreistellungswettkampf, Jan Lochbihler aus Holderbank, macht der helvetischen Schützen-Elite in seinem ersten Elite-Jahr gehörig Feuer unter dem Hintern. Schliesslich sollen Tells Söhne und Töchter an den Olympischen Spielen 2016 in Rio endlich wieder die Mitte «preichen».

Nachdem der Finanzchef und die Verantwortliche fürs Marketing schon kapituliert haben, weil sie mit dem Führungsstil von Präsident Rolf Bieri nicht klar kommen, löst sich bis im Frühjahr auch der Rest der Führungscrew des FC Grenchen im Nichts auf. Damit ist man wieder da, wo man schon ein Jahr zuvor war. Nun kann Barbara Banga, die Frau von Stadtpräsident Boris Banga, doch noch frisch gebräunt wie Gigi Oeri das Kommando im Verein übernehmen.

Nach dem sie mit ihrer Leistung an den Olympischen Spielen in London überhaupt «not very amused» sein konnte, dreht die Feldbrunner Triathletin Daniela Ryf gross auf. Die alles überragende interne Konkurrentin, Olympiasiegerin Nicola Spirig, ist vorerst mehr mit Pampers und bibi-nuk Nuggis beschäftigt, denn mit Rennrad und Laufschuhen. Die Bühne ist reif für Ryf.

Mit Ersatzpaddel im Boot, das zur Not auch als Segelmast dienen kann, rauscht Mike Kurt an der WM in Prag durch den Wildwasser-Kanal aufs Podest. Der 10-fache Schweizermeister verlängert nach dem unglücklichen Olympiaauftritt in London seine Karriere um eine Saison. Das Tor 18, das ihm im Lee Valley White Water Center zum Verhängnis wurde, passiert Kurt mit Verachtung, aber fehlerfrei.

Der EHC Zuchwil Regio engagiert auf die Finalspiele um den Amateur-Schweizermeister-Titel einen Schach-Grossmeister, um nicht erneut Gefahr zu laufen, wie im Vorjahr von Martigny, sportlich zwar äusserst fragwürdig aber strategisch ausgekocht, ausgeknockt zu werden.

Die NLB-Handballer der SG Solothurn/Grauholz gewinnen den Vierkampf am Tabellenende gegen Stans, Horgen und Biel und schaffen den Klassenerhalt. Coach Zlatko Portner, einst dreifacher Meister mit Barcelona sowie Weltmeister und Olympia-Dritter mit Jugoslawien, wechselt sich selbst ein und sorgt 51-jährig immer noch für die entscheidenden Tore.

Raphael Spiegel aus Langendorf kommt bei West Ham in der Premier League zu seinem Debüt und hält prompt einen Penalty gegen ManU-Star Wayne Rooney. Letztere ballert die Kugel darauf Richtung Stratosphäre und muss Spiegel zur Strafe die Schuhe putzen.

Nach dem ernüchternden Einstieg ins Profibusiness beim italienischen Team Fassa Bortolo sieht die Welt für die Hägendörferin Doris Schweizer wieder viel rosiger aus – Kunststück, ihre neues Team heisst ja auch «be pink.»

Nach dem überraschenden Schweizer Meistertitel trumpfen die Hornusser der HG Recherswil-Kriegstetten auch am Eidgenössischen Schwing- imd Älplerfest im Nahen Burgdorf gross auf und schaffen das Double. Die örtlichen Musikgesellschaften sind schon jetzt fleissig dabei, im Verdi-Jahr dessen Triumphmarsch aus der Oper Aida fehlerfrei ins Repertoire zu üben.