Swim Regio Solothurn
Die Zweifel sind jetzt der Zuversicht gewichen

Sechs Finals und zwei Bronzemedaillen bei der Schweizer Meisterschaft zeugen von der vielversprechenden Arbeit, die da bei Swim Regio Solothurn geleistet wird

Michael Schenk
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Sheena Cameron holte sich Bronze.

Sheena Cameron holte sich Bronze.

zvg

Von den 13 Aktiven, welche die Swim Regio Solothurn an der Kurzbahn-SM in Lausanne vertraten, durfte viel Gutes erwartet werden. Coach Peter Lemesch rechnete nicht zuletzt dank starker «Zuzüge» mit «etlichen Finals». Letztlich wurden es sechs A- (Top 6) und vier B-Finals (Ränge 7 bis 12). Für die Glanzpunkte sorgten Sheena Cameron und Victor Voicu mit ihren Bronzemedaillen über 200 m Delphin.

«Wenn mir jemand vor dem Wettkampf diese Bilanz angeboten hätte, hätte ich sofort unterschrieben», sagt Lemesch. Er sei wirklich sehr zufrieden. Vor allem auch der sechste Rang der 17-jährigen Michelle Nemeth über 100 m Freistil freut den Deutschen. «Sie trainiert im Vergleich zur Konkurrenz relativ wenig. Und dafür, dass sie im Final praktisch die Nationalmannschaft gegen sich hatte, hat sie sich sehr gut geschlagen.» Mit 57,62 Sekunden senkte Nemeth ihre persönliche Bestzeit im Vorlauf deutlich.

Coach Peter Lemesch ist zufrieden mit den Leistungen.

Coach Peter Lemesch ist zufrieden mit den Leistungen.

zvg

Es war eine Zangengeburt und forderte von den Machern viel Geduld und Überzeugungsarbeit, ehe die «Swim Regio Solothurn» am 29. Oktober 2012 gegründet werden konnte. Eine Art Holding, die die Besten aus der Region vereint, damit diese zusammen an Wettkämpfen starten und sich im Training gegenseitig antreiben können. «Der junge Verein wurde damals von Blue Star Grenchen gut und von Gerlafingen bedingt unterstützt.

Der SC Solothurn sistierte die Zusammenarbeit im Juni 2013», erinnert sich Swim-Regio-Präsident Stephan Hug. Gärtli-Denken sowie finanzielle und sportliche Bedenken schränkten eine optimale Entwicklung des neuen «Elite-Vereins» vorerst ein. Inzwischen sitzen jedoch alle in einem Boot und ziehen am gleichen Strick. Dazu beigetragen haben auch sportliche Erfolge. Von Rang 32 im Medaillenspiegel der Nachwuchs-Schweizer-Meisterschaft 2013 rückten die Solothurner voriges Jahr auf Rang 22 und heuer gar auf Rang 17 vor.

Analysiert man das vorhandene Potenzial, ist es absolut naheliegend, dass man schon bald unter die Top 10 des Landes vorrücken kann. Mit den Brüdern Robert und Victor Voicu, die vom SC Solothurn «abstammen» und die zuletzt für den Grossklub Bern starteten, sowie der mehrfachen Schweizer Meisterin und Medaillengewinnerin an Landesmeisterschaften, Sheena Cameron, hat die Swim Regio kräftig an PS gewonnen.

Dadurch, dass die Basisvereine, wie erwähnt, enger zusammenarbeiten, haben sich auch die Rahmenbedingungen unterdessen deutlich verbessert. «Wir haben viel mehr Wasserfläche zur Verfügung, was die Qualität im Training gewiss steigert», sagt Lemesch. Unterstützung am Beckenrand erhält Letzterer derzeit von prominenter Seite.

Mit der US-Amerikanerin Claire Maust McDaniel steht dem Solothurner Coach aktuell eine Praktikantin zur Verfügung. «Sie ist nicht angestellt und will primär in den Schweizer Schwimmsport reinschnuppern», so Lemesch. Aber: «Wir sind natürlich absolut bestrebt, sie ins Boot zu holen.» Immerhin zählte Maust McDaniel einst zu den Besten der Welt über die 400 und 800 m Freistil. In die Region gekommen ist die Amerikanerin durch ihren Mann, der bei BMC in Grenchen tätig ist. Tja, da scheint eben Gutes Gutes anzuziehen.

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