Rallye

«Die Zuschauer in Monte Carlo waren absolut verrückt»

Olivier Burri wird wegen seines spektakulären Stils verehrt. Foto: Key

Olivier Burri wird wegen seines spektakulären Stils verehrt. Foto: Key

Olivier Burri aus Belprahon ist einer der besten Piloten der Schweizer Rallye-Geschichte. Der vierfache Landesmeister glänzt mit spektakulären Drifts und Rang neun am WM-Lauf in Monte Carlo.

Wenn ein Schweizer Formel-1-Pilot in die Punkteränge fährt, sorgt das im Blätterwald für ein hörbares Rauschen. Gelingt dasselbe Kunststück einem Rallye-Piloten, ist das allenfalls eine Randnotiz oder eine Geschichte für die Fachpresse. Olivier Burri gelang dieses unerhörte Kunststück an der Rallye Monte Carlo (15.–20. Januar). Der Garagist aus Belprahon fuhr auf seinem nicht ganz taufrischen Peugeot 2007 S2000 mitten in die Phalanx der millionenschweren Werkteams. Gewonnen wurde die Rallye vom neunfachen Weltmeister Sébastien Loeb. Der 49-jährige Burri kämpfte sich auf den neunten Gesamtrang. In seiner Kategorie (S2000) bedeutete dies Rang zwei hinter dem Skoda-Werksfahrer.

«So schwierig war es noch nie»

«So schwierig wie in diesem Jahr waren die Bedingungen noch nie», sagt Burri und verdreht die Augen. Wenn es einer wissen muss, dann er. Bereits 14-mal war er in Monte Carlo am Start. 1993 und 1997 erreichte er mit dem siebten Rang seine besten Klassierungen. In diesem Jahr waren die Bedingungen so schwer, dass die Rallye nach 16 von geplanten 18 Prüfungen vorzeitig beendet wurde. Grund waren die enormen Zuschauer- und Schneemassen. «Es waren 500000 Zuschauer», schätzt Burri, «wegen des vielen Schnees standen die Leute auf der Strecke. Das war absolut verrückt.»

Asphalt, Schnee und Eis

Die Rallye Monte Carlo gilt als eine der anspruchsvollsten des Rennkalenders. Ob Asphalt, Schnee oder Eis, die Fahrer werden auf sämtlichen Unterlagen gefordert. In diesem Jahr waren sieben Eidgenossen am Start, nur zwei kamen ins Ziel. Burri ist einer der besten Piloten der Schweizer Rallye-Geschichte. In den 1990er-Jahren wurde er viermal Schweizer Meister. Bekannt ist er vor allem für seinen spektakulären Stil. Niemand driftet so schön wie Burri. «Ich liebe die Show», sagt der dreifache Familienvater, «die Zuschauer erwarten das von mir.»

Den Rallye-Sport in den Genen

Den Rallye-Sport haben die Burris in den Genen. Bereits Oliviers Vater war Pilot. Und auch Sohn Michaël (25) sitzt hinter dem Steuer. Auf einen Start in Monte Carlo musste der jüngste Spross der Rallye-Dynastie in diesem Jahr verzichten, weil das Budget nicht reichte. Dass Vater und Sohn einmal im selben Auto auf Punktejagd gehen, ist eher unwahrscheinlich. «Wir wollen beide am Steuer sitzen, Co-Pilot ist keine Option», sagt der Vater.

Nur im Fussball miteinander

Dagegen gehen die beiden im Fussball gemeinsam auf Torjagd. Vater und Sohn spielen für Belprahon in der 4. Liga. Olivier war früher gar Technischer Leiter beim interregionalen 2.Ligisten FC Moutier. Doch die ganz grosse Leidenschaft der Burris gehört dem Motorsport.

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