Jetzt ist es also so weit: Nach 105 Tagen auf dem NLB-Thron mussten die Oltner den morgigen Gegner Ajoie also vorbeiziehen lassen. Dabei hatte es nach dem 2:1 durch Marco Truttmann gar nicht so schlecht ausgesehen für die Gäste, obwohl die Führung insgesamt etwas glückhaft war. Und so überraschte es nicht, dass die GCK Lions das Zepter bald definitiv in ihre Hände nahmen. War die Niederlage drei Tage zuvor in La Chaux-de-Fonds noch auf Unvermögen und auch ein wenig Pech zurückzuführen, war der Gegner am gestrigen Abend schlicht besser. Und so dürfte denn die Analyse dieser Niederlage auch für erheblich mehr Gesprächsstoff sorgen.

Hartnäckiger Gegner

Mit den Lions wartete der befürchtet hartnäckige Gegner auf die Oltner. Zwar verzeichneten die Gäste durch Marty Sertich bis zur 5. Minute die ersten Abschlüsse der Partie, doch dann nahm auch die Offensiv-Maschinerie der Junglöwen immer mehr Fahrt auf. Die vielen Zweikampfszenen an der Bande lösten sich zunehmend auf und mündeten in temporeichen Angriffen. Zwar dauerte er fast bis Drittelsmitte, ehe Micheli einen ersten Abschluss in Richtung Thomas Kropf wagte, doch das nutzten die Zürcher gleich für eine Dauerprüfung des Gästekeepers. Dieser löste den letzten Teil der Aufgabe spektakulär, indem er den Puck mit der Kelle in der Luft am Eintritt ins Gehäuse hinderte.

Zürcher übernehmen Spieldiktat

Die nächste Prüfung für den Oltner Schlussmann folgte in der 16. Minute, als sich Alexandre Tremblay gleich dreimal versuchen durfte. Die Zürcher hatten das Spieldiktat längst übernommen, während sich die Gäste kaum mehr entfalten konnten. Und nachdem der Lions-Goalgetter nur eine Minute später noch am Innenpfosten scheiterte, war es Ness, welcher mit der Sirene doch noch den ersten Treffer für sein Team erzielte. Auch die erste Szene in Abschnitt zwei gehörte den Gastgebern, wobei Sandro Zangger den zweiten Treffer nur knapp verpasste. Es waren dann aber die Oltner, welche etwas glücklich zum Ausgleich kamen: Pascal Annen nützte mit seinem Weitschuss eine Unsicherheit von GCK-Goalie Wolf zum 1:1.

Tremblay dreifacher Torschütze

Das Spiel hatte jetzt deutlich an spielerischer Qualität zugelegt und den Lions gelang es immer wieder, sich im Drittel der Gäste festzusetzen. Allerdings handelten sie sich jetzt auch vermehrt kleine Strafen ein, und eine solche nutzte der Leader drei Minuten später zur erstmaligen Führung. Doch nur gerade 62 Sekunden später stellten auch die Zürcher ihre Powerplay-Qualitäten unter Beweis und glichen das Spiel wieder aus. Dann war die Reihe wieder an den Gästen: Ihre Überzahl war zwar ansehnlich, nicht aber von Erfolg gekrönt. Mehr noch: Alexandre Tremblay kämpfte sich mit Schwung vors Tor und versenkte die Scheibe zum 3:2. Es lief die 46. Minute, in welcher die Gastgeber das Spiel mit einem Doppelschlag durch Tremblay und Faic entschieden. Und der GCK-Kanadier wurde zunehmend zur dominierenden Figur der Partie. Eben noch als 4:2-Torschütze in Aktion getreten, lieferte er sich mit Landsmann Cormier ein Techtelmechtel und musste für vier Minuten raus. Kaum zurück, sorgte er mit einem kernigen Schuss und dem 6:2 dafür, dass die Lage der Oltner noch ungemütlicher wurde. Marcon schien diese zwar mit dem schönsten Treffer der Partie noch ein wenig abschwächen zu können. Doch Ness mit dem Schlusspunkt eine halbe Minute später sowie der Gesamteindruck aus den 60 Minuten gegen die Lions mochten daran so recht nichts mehr ändern.