Unihockey

«Die Woche in Tschechien war extrem wertvoll»

Matthias Hofbauer

Matthias Hofbauer

Für Wiler-Ersigen verlief der Champions Cup gar nicht nach Wunsch. Captain Matthias Hofbauer ist selbstkritisch, frustriert und begeistert. Am meisten beeindruckt haben ihn die Aufholjagden gegen Helsinki und Tatran.

Matthias Hofbauer, Trainer Luukkonen hat gesagt, das Team würde an den knappen Niederlagen gegen Helskinki (2:3) und Tatran (5:6 n.V.) wachsen. Sind Sie heute grösser als vor einer Woche?

Matthias Hofbauer: Nein. Aber die Woche in Tschechien war extrem wertvoll für unsere Mannschaft. Das ganz gewiss. Spielerisch und was unser Defensivverhalten angeht haben wir uns stark verbessert; aber auch als Team sind wir zusammengewachsen.

Was hat Sie am meisten beeindruckt?

Die Aufholjagden gegen Helsinki und vor allem im Halbfinal gegen Tatran haben mir sehr imponiert. Der Erfolgshunger in dieser Mannschaft ist enorm. Am liebsten würden die Spieler die Zeit nach vorne drehen und den nächsten Meistertitel feiern.

Es fällt auf, dass Wiler diese Saison gegen starke Gegner fast immer in Rückstand geriet, ehe man sich bewusst zu werden schien, wer man eigentlich ist, und aufdrehte?

Ja, das ist so. Aber ich glaube nicht, dass wir Angst vor dem Siegen haben. Wir müssen noch rausfinden, wo der Schalter zum Umlegen ist.

Gehen Sie gegen ein schwedisches, finnisches oder tschechisches Team ehrlich mit der gleichen Überzeugung an den Sieg ins Spiel wie gegen Köniz oder Chur?

Ja, dieser Glaube ist da. Deshalb ist es eigentlich komisch, dass wir erst in Rückstand geraten müssen. Gut, ich kann nicht in die Köpfe der jüngeren Spieler hinein sehen. Es ist so, dass wir gegen Gegner aus diesen Nationen sehr gut spielen müssen, um zu gewinnen.

Fehlt es am Spielwitz und der nötigen Leichtigkeit und Lockerheit?

In unserer Linie ist das wohl so. Da fehlt es schon noch etwas daran. Die dritte Linie hat bislang das flüssigste Spiel in unserer Mannschaft.

Neuer Trainer, viele neue Spieler, neues System – zu viel Neues auf einmal auf diese Saison hin?

Die fehlende Lockerheit hat auch mit zu hohen Erwartungen zu tun. Wir müssen daran arbeiten, nicht zu viel zu studieren, um zu mehr natürlichen Chancen zu kommen. Heiki Luukkonen hat uns am Champions Cup auch aufgefordert, lockerer zu sein.

Ihr Teamkollege Adrian Zimmermann hat gesagt, der grosse Frust werde noch kommen. Sie haben ihr Ziel in Tschechien klar verfehlt.

Wenn man so viel Zeit in die Vorbereitung eines Turniers steckt, eine Woche so eng beisammen ist, grosse Gegner an den Rand einer Niederlage bringt und dann zwei Mal so knapp verliert, ärgert einen das schon. Das braucht Zeit, um das wegzustecken.

Ärgerlicher als eine klare Pleite?

Ganz klar. Einzelne Spieler, ich inklusive, wissen, dass es gereicht hätte, hätten sie besser gespielt. Das kann einen weiterbringen.

Kommt es im Heimspiel am Samstag gegen Zug nun zur grossen Frustbewältigung?

Ich kann mir schon vorstellen, dass es ein gutes Resultat für uns gibt.

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