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Die Wetten laufen für ein «Stängeli» für die Solothurner

Vor dem morgigen 1.-Liga-Derby zwischen dem Tabellenvierten aus Solothurn und dem Elften aus Grenchen (16 Uhr, Stadion) dreht sich nicht die Frage nach dem Sieger, sondern wie hoch das Resultat ausfällt.

Daniel Weissenbrunner
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Drunter und drüber: Solothurn (Nazim Elezi, rechts) und der ehemalige Grenchner Waylon Grosjean sind seit dieser Saison vereint beim FCS und treffen morgen auf den krisengeschüttelten Kantonsrivalen.

Drunter und drüber: Solothurn (Nazim Elezi, rechts) und der ehemalige Grenchner Waylon Grosjean sind seit dieser Saison vereint beim FCS und treffen morgen auf den krisengeschüttelten Kantonsrivalen.

Marcel Bieri/Archiv

San Marino kam am Dienstag gegen die Schweiz beim 0:4 vergleichsweise glimpflich davon. Mit einem solchen Ergebnis könnten morgen auch die Grenchner in Solothurn gut leben. «Was wir momentan sportlich bieten, reicht nämlich bei weitem nicht für die 1. Liga», sagt Sportchef Renato Brun ungeschminkt. Seine Mannschaft ist die Schiessbudenfigur der Liga. Das Torverhältnis von 4:49 nach neun Runden sagt alles über die desolate Verfassung des einstmals stolzen Vereins aus.

Nebst Mitleid wecken die chaotischen Zustände – wenn wunderts – auch Häme. Es laufen Wetten, ob den Solothurnern ein «Stängeli», sprich ein zweistelliger Sieg gelingt. Aus der Luft gegriffen ist der Tipp nicht. Die Grenchner kassierten am vergangenen Wochenende im Cup gegen Lancy eine 0:10-Packung. Es war nach dem 1:10 gegen Wangen die zweite zweistellige Niederlage.

Respekt des Gegeners

Von Schadenfreude will Aziz Sayilir indes nichts wissen. Das verbietet ihm der Respekt vor dem Gegner. «Natürlich wissen wir, dass die Grenchner eine schwierige Zeit durchmachen.» Aber den Verein der Lächerlichkeit preiszugeben, sei völlig fehl am Platz, sagt der Solothurner Trainer. Sayilir weiss, wovon er spricht. Als er im Frühjahr den Posten beim FCS übernahm, steckte der Klub ebenfalls – wenn auch nicht gleich dramatisch wie die Grenchner – in einem sportlichen Tief und war abstiegsgefährdet.

Sayilir gelang das, wovon die Grenchner nicht einmal zu träumen wagen. Er führte den Erstligisten zurück in die Erfolgsspur. Nach einem harzigen Saisonstart gehören die Solothurner mittlerweile zur Spitzengruppe. Der sportliche Höhenflug widerspiegelt das neue Selbstverständnis. Mit der neuen Vereinsführung um Präsident Samuel Scheidegger weht ein frischer Wind. «Das merkt auch die Mannschaft. Es gibt nicht dauernd Nebengeräusche», sagt Sayilir.

Die nächste GV in Grenchen

Ganz anders in Grenchen: Im FC brennt es an allen Ecken und Enden. Nach dem Abgang der Vorstandsvorsitzenden Nadia Aubry, befindet sich der Verein wieder einmal auf der Suche nach einem Präsidenten. Am 26. November soll an der nächsten ausserordentlichen Generalversammlung, der vierten innerhalb eines Jahres, ein neuer Chef vorgestellt werden.

Alles andere als ein Sieg für die Solothurner würde unter diesen Vorzeichen erstaunen. Die Hoffnungen von Grenchens Sportchef Renato Brun ruhen derweil darauf, das nächste Debakel zu verhindern.

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