Am Mittwoch unterlagen die Schweizerinnen im ersten Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft 2018 in Frankreich mit 28:32 gegen Kroatien. Das Team von Trainer Jesper Holmris legte zwar einen Blitzstart hin und führte nach acht Minuten mit 6:2. Bis zur Pause handelte sich die Frauen-Nati wegen defensiver Mängel dann aber einen kapitalen 12:19-Rückstand ein. Holmris zeigte sich vor allem darüber enttäuscht, wie sein Team in der Deckung so viele Zweikämpfe auf einfach Weise verloren habe: «Es wäre viel mehr drin gelegen.»

Das erste Spiel der EM-Kampagne, in der den Schweizerinnen die Aussenseiterrolle einnehmen, fand in Zagreb vor mageren 250 Zuschauern statt. Für das zweite Qualispiel vom Sonntag wurden bis vorgestern bereits etwas mehr als 1200 Tickets verkauft. Mit Norwegen gastiert der amtierende Welt- und Europameister in der Oltner Stadthalle. Der Schweizer Handball-Verband (SHV) hofft, bei diesem Leckerbissen einen neuen Zuschauerrekord aufstellen zu können. Der bisherige Rekord für ein Frauen-Länderspiel datiert aus dem Jahre 2012.

Im März waren damals 1550 Fans in der St. Galler Kreuzbleiche bei der 19:26-Niederlage gegen Island dabei. Die aufgerüstete Oltner Stadthalle bietet am Sonntag Platz für eine Kulisse von 2000 Zuschauern. Bei Ticketcorner sind noch Sitzplätze in zwei Kategorien (40 Franken oder 35 Franken) und Stehplätze (25 Franken) zu haben. Kinder bis 12 Jahre profitieren von 50 Prozent Rabatt, Jugendliche bis 16 Jahre von 30 Prozent. Ein VIP-Ticket kostet 95 Franken.

Nach 13 Jahren wieder in Olten

2004 traf die Schweizer Männer-Nati im Rahmen eines Vier-Länder-Turniers in der Stadthalle auf Norwegen. Seither wurde in der Dreitannenstadt kein Länderspiel mehr ausgetragen. Bei der Rückkehr nach 13 Jahren soll nun also gleich eine Rekordmarke aufgestellt werden. Eben weil mit Norwegen ein attraktiver Gegner, ja die momentan beste Equipe der Welt, zu Gast ist, begründet Marco Ellenberger diese Ambitionen.

«Für die Stadt Olten spricht natürlich die zentrale Lage», erklärt der Mediensprecher des SHV und ergänzt: «Die Halle hat eine gute Grösse und in Olten gibt es ein sehr innovatives, lokales OK, welches die Durchführung des Spiels organisiert.» Gemeint ist der HV Olten, der in den letzten Jahren mehrmals das Final4, die Schweizer Cupfinals in der Stadthalle durchgeführt hat.

Spezieller Boden für dieses Spiel

Diese Erfahrung sei auch nötig, sagt Marco Ellenberger und verweist auf die strengen Auflagen, welche der europäische Handball-Verband an die Austragungsorte stellt. «Es müssen unter anderem mindestens 2000 Leute Platz haben», führt er aus. «Es braucht zusätzliche Tribünen auf beiden Seiten des Spielfeldes und auch hinter den Toren.

Ausserdem gibt es ein klares Anforderungsprofil, was die Beleuchtung und die gesamte Technik betrifft.» Weil auf dem Boden ausschliesslich die Markierungen des Handball-Feldes zu sehen sein dürfen, muss, wie am Final4, ein spezieller Boden verlegt werden. Dies geschieht im Verlauf des heutigen Tages.

Marco Ellenberger zeigte sich zuversichtlich, dass am Sonntag mehr als 1550 Zuschauer für eine Rekordkulisse sorgen werden: «Es sind ja jetzt schon über 1200 Tickets weg. Einen solchen Run gab es in der Schweiz noch nie bei einem Frauen-Handballspiel. Und es wird sicher auch noch ein paar Kurzentschlossene geben.» Zum möglichen Ausgang des Spiels meinte der SHV-Mediensprecher: «Alles andere als ein deutlicher Sieg des Welt- und Europameisters wäre eine Überraschung.»

Die Schweiz ist in der Gruppe mit Norwegen, Kroatien und der Ukraine der klare Underdog. Nur schon ein Punktgewinn in den sechs Partien käme einer Überraschung gleich. «Im Hinblick auf den Sonntag müssen wir uns enorm steigern», forderte Trainer Jesper Holmris nach der Kroatien-Niederlage von seinen Spielerinnen. Die Unterstützung im Oltner Handball-Tempel Stadthalle wird auf jeden Fall riesig – vielleicht sogar rekordmässig – sein.