Marigona hiess die Frau, welche vor rund 100 Jahren die rote Fahne mit dem schwarzen Adler genäht hatte, die am Tag der Unabhängigkeit Albaniens gehisst wurde. Ihr zu Ehren nennen die Kosovo-Albaner und Albaner der Region ihren neu gegründeten Fussballklub CIS Marigona Derendingen; der Adler ist ihr Wappentier und die Klubfarben sind Rot und Schwarz.

Gegründet wurde der Verein eigentlich schon 2008, und der Adler hat schon ein paar Höhenflüge absolviert: Als Untersektion des Solothurner Italienerklubs CIS Solettese stellte Marigona bereits eine Mannschaft, die rasch von der 5. in die 3. Liga aufstieg. Zudem stiess Marigona Solettese 2009 im Solothurner Cup sensationell bis in den Halbfinal vor. Im Futsal ist Marigona Derendingen bereits länger eigenständig und mit je einem Team in der Nationalliga A und B führend in der Region.

Auf eigenen Füssen stehen

Vom Centro Italiano Solettese wurde das CIS für den neuen Verein abgeleitet. Nun bedeutet es Club Integruar Shqiptar (integrierter albanischer Verein). «Die Zusammenarbeit mit Solettese war für beide Seiten gut, aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass Marigona ganz auf eigenen Füssen steht», kommentiert Trainer Engard «Edi» Gjokaj die Trennung.

Aber warum braucht die Welt überhaupt einen neuen Fussballverein mit dem Namen Marigona? Warum schliessen sich die Kosovo-Albaner und Albaner nicht alle Iliria Solothurn an? «Wir sind zwar ein Volk», erklärt Vorstandsmitglied Kristjan Laski, «aber etwas Konkurrenz tut immer gut. Zwischen Iliria und Marigona soll sich ein Derby entwickeln wie zwischen dem FC Zürich und den Grasshoppers oder Inter Mailand und AC Milan.»

Aufstieg ist das Ziel

Im Kader, das Marigona zur Verfügung steht, sind einige Namen zu finden, die sich auch in jedem Drittligateam gut machen würden. «Unser Ziel ist der Aufstieg, aber das wollen andere auch. Wenn es uns im ersten Jahr nicht gelingt, dann werden wir es weiter versuchen», sagt Gjokaj. «Die Vorrunde wird für uns als Ausländerverein schwierig, weil alle lange in der Heimat sind und die Vorbereitung darunter leidet.»

«Fast alle sind Schweizer, aber mit ausländischen Wurzeln», korrigiert Kristjan Laski den Trainer. Er hat neben dem sportlichen Erfolg noch weitere Ziele: «Wir wollen als Verein auftreten, ein gutes Image zu schaffen und zusammen Spass haben.»