EM-Qualifikation
Die Volleyball-Schweiz schaut nach Schönenwerd

Die Schweizer Nationalmannschaften kämpfen in der Betoncoupe Arena in Schönenwerd um die EM-Teilnahme. Die Männer treffen auf Ungarn, die Frauen auf Kroatien.

Raphael Wermelinger
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Die Schweizerinnen feierten am Mittwoch zum Auftakt der EM-Qualifikation einen 3:1-Auswärtssieg gegen Österreich.

Die Schweizerinnen feierten am Mittwoch zum Auftakt der EM-Qualifikation einen 3:1-Auswärtssieg gegen Österreich.

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Am Mittwoch starteten die Schweizer Nationalteams in die EM-Qualifikation. Die von Timo Lippuner gecoachte Frauen-Equipe holte zum Auftakt einen 3:1-Sieg in Österreich. Nach dem Verlust des Startsatzes (18:25) steigerten sich die Schweizerinnen merklich und entschieden die Sätze zwei und drei deutlich mit 25:13 und 25:11 für sich.

Durchgang vier verlief bis zum 20:19 ausgeglichen. Danach punkteten nur noch die Schweizerinnen. Erfolgreichste Punktesammlerin beim Startsieg war Captain Laura Künzler mit 21 Zählern. Kroatien und Albanien heissen die weiteren Gegner. Um sich erstmals auf sportlichem Wege für die EM zu qualifizieren, müssen die Schweizerinnen mindestens den zweiten Platz erreichen

Start der Männer misslungen

Den Männern misslang dagegen der Start in die EM-Kampagne. Coach Mario Mottas Team musste sich den favorisierten Ukrainern auswärts mit 0:3 geschlagen geben. Nach lediglich 72 Minuten stand das eindeutige Verdikt fest: 16:25, 16:25 und 20:25. Einzig im dritten Durchgang, in dem die Schweizer zwischenzeitlich mit 10:7 führten, war die Partie ausgeglichen.

Morgen Sonntag gehts mit dem ersten Heimspiel in der Betoncoupe Arena in Schönenwerd weiter. Der Gegner Ungarn konnte sein Startspiel gegen Mazedonien nach 0:2-Satzrückstand noch drehen und im Tiebreak für sich entscheiden. Die Frauen treffen am zweiten Spieltag auf den Gruppenfavoriten Kroatien. Dieser lancierte die EM-Qualifikation mit einem 3:0-Erfolg gegen Albanien.

Gute Chancen für die Frauen

«Wir wollen an die EM», stellte Coach Timo Lippuner vor der EM-Quali klar. Sein Team bereitete sich seit Mitte Juli auf die Kampagne vor. «Wir sind nach wie vor ein junges, vergleichsweise unerfahrenes Team, und die Konstanz ist unsere grosse Herausforderung», sagte Lippuner. Weniger Hoffnungen hegen die Männer. Sie sind der grosse Aussenseiter in der Quali-Gruppe. Trotzdem glaubt Mario Motta an ein Weiterkommen, denn: «Im letzten Jahr haben wir bewiesen, dass wir mit hoch angesehenen Gegnern mithalten können. Wir besiegten sogar Kroatien, das in nahezu unveränderter Besetzung in diesem Jahr die European League gewonnen hat.»

Der Italiener, seit Februar 2017 im Amt, musste im Frühling neben den Rücktritten von einigen erfahrenen Kräften auch mehrere Absagen hinnehmen. Mit Sébastien Steigmeier fehlt dem Team, das zum grossen Teil aus Spielern der NLA-Klubs Näfels, Schönenwerd und Luzern besteht, einer der Eckpfeiler der vergangenen Jahre. Für die EM-Endrunde von September 2019 in Belgien, Frankreich, Slowenien und den Niederlanden qualifizieren sich die sieben Gruppensieger und die besten fünf Zweitplatzierten.

Novum in Schönenwerd

Erstmals seit sechs Jahren können die Schweizer Nationalmannschaften heuer wieder vor eigenem Publikum antreten. Alle Heimspiele der Qualifikation werden in der Betoncoupe Arena in Schönenwerd ausgetragen. In der reinen Volleyball-Halle befindet sich auch der Trainingsstützpunkt der beiden Equipen. Morgen Sonntag tragen erstmals in der Geschichte des Schweizer Volleyballverbandes beide Nationalteams am gleichen Tag und an der gleichen Spielstätte ein EM-Qualifikationsspiel aus. Die Frauen spielen um 15.30 Uhr gegen Kroatien, im Anschluss treffen die Männer um 18.30 Uhr auf die Ungarn.

Mit Libero Julian Fischer, Diagonalangreifer Yves Roth, Samuel Ehrat (Mitte) und Luca Ulrich (Annahme) figurieren vier Schönenwerder im Schweizer Kader. Ehrat, der in den vergangenen Jahren für Näfels spielte und in der Sommerpause zu «Schöni» wechselte, freut sich schon auf seine neue Wirkungsstätte: «Die Halle war mit ein Grund, weshalb ich nächste Saison im Dress von Volley Schönenwerd auflaufe. Wir konnten die tolle Infrastruktur nun den ganzen Sommer mit der Nationalmannschaft nutzen und uns optimal auf die EM-Quali vorbereiten», so der 33-Jährige.

«Wir freuen uns, die Betoncoupe Arena auch mit der Nati einzuweihen. Schönenwerd war schon immer ein gutes Pflaster für stimmungsgeladene Volleyball-Feste.» Auch Passeur Reto Giger, der für Näfels spielt, hat eine starke Bindung zu Volley Schönenwerd: «Dort begann mein NLA-Abenteuer. Sieben Jahre durfte ich für den Klub auflaufen. Ich freue mich immer wieder, hierher zurückzukommen. Mit der neuen Halle haben wir optimale Trainingsbedingungen.» Laura Künzler, Captain der Frauen-Nati, freut sich ebenfalls auf die Heimspiele in der Betoncoupe Arena: «Die Chance, sich für eine EM zu qualifizieren, ist Ansporn genug. Das Ganze noch vor heimischem Publikum ist die Kirsche auf der Torte.»