Seit 2003, als sie letztmals Schweizer Meister auf dem Kleinfeld wurden, konnten die Unihockeyanerinnen aus Oekingen diesen Titel nie mehr wiederholen. Und dies, obwohl sie sich seither mit einer Ausnahme immer unter den Top 4 der Meisterschaft – sprich ergo im Playoff-Halbfinal-Feld – platzieren konnten. «Ich weiss auch nicht», sinniert Teamleaderin Alice Roth, «wir schiessen einfach viel zu wenig Tore. Vor allem dann, wenn es um die Wurst geht.»

Und: «Wir haben schon viel ausprobiert – aber einen Mentaltrainer können wir uns nicht leisten.» Auch heuer scheint sich die Mission «Silber statt Gold» fortzusetzen. Das erste Playoff-Finalspiel gegen Altendorf haben die Solothurnerinnen zu Hause 5:9 verloren. «Und dabei», betont Roth, «waren wir überhaupt nicht schlechter.» Allein vier Mal sei etwa eine der ihren allein auf die gegnerische Torfrau zugestürmt – ohne dass es dabei nur einmal «geklingelt» hätte.

Kommando übernommen

Selbst der Trainerwechsel respektive die -absetzung nach der Vorrunde scheint just derzeit nichts zu bringen. «Wir hatten keine sonderlich gute Saison», räumt «Lise», so der Spitzname von Alice Roth im Team, ein. Darum hätten sie und ihre Schwester nach der Vorrunde die Trainingsleitung übernommen. Mit dem vorherigen Coach hätte man das Heu einfach nicht auf der gleichen Bühne gehabt.

Eine nicht sonderlich gute Qualifikation heisst im Fall von Oekingen notabene, dass man die Quali gewinnt aber eben nicht so überlegen, wie es sich standesgemäss ziemte. Immerhin. «Wir haben im Halbfinal Gossau besiegt», stellt Alice Roth fest. Insofern sei die Saison ok. Gegen Gossau hatten die Wasserämterinnen während den letzten Jahren schon mehr als einen Meistertitel vergeigt. Und nun, da die Ostschweizerinnen aus dem Titelkampf raus sind, droht neues Ungemach von den Schwyzerinnen vom Ufer des Obersees. Am Samstag heisst es in der Halle der Konkurrenz «Verlieren verboten», ansonsten ist die Gold auch 2016 «futschijama».

Es geht doch

Während den Playoffs coacht der TK-Chef des Vereins, Sandro Müller, die gloriosen Unihockey-Ladys. Roth: «So können sich alle voll und ganz aufs Spiel konzentrieren.» Ob die Wende gelingt und ein drittes Spiel über den Titel entscheidet, wird sich morgen weisen. Dass die Oekingerinnen Titel gewinnen können, haben sie 2012 mit dem Cupsieg bewiesen.

Vielleicht stellen sich die Oekingerinnen am Samstag einfach vor, dass die Tore so gross wie Fussball-«Kästen» sind – dann wird sich schon ein Loch finden, um die durchlöcherte Polyethylen-Kugel zu versenken.