Analyse
Die Transfer-Wunschzettel der Solothurner Fussballklubs sind lang

Die Vorfreude auf die Meisterschaft in der 2. Liga inter war gross. Nach dem Abstieg des FC Wangen bei Olten fieberte die Fussballregion den Derbys zwischen dem Ex-Erstligisten, dessen Nachbarn FC Olten sowie dem FC Dulliken entgegen.

Raphael Wermelinger
Raphael Wermelinger
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«Der FC Dulliken verstärkte seine direkten Konkurrenten.»

«Der FC Dulliken verstärkte seine direkten Konkurrenten.»

Remo Fröhlicher

Die Solothurner Klubs hatten sich in der 2. Liga inter in den letzten Jahren selten mit Ruhm bekleckert. Der neutrale Fan durfte nun hoffen, dass sich die neuen Ligakonkurrenten gegenseitig anspornen, denn Konkurrenzkampf beflügelt.

Der Auftakt wurde den Erwartungen gerecht. Dulliken und Olten lieferten sich am ersten Spieltag ein packendes Derby, welches der Stadtklub erst in der letzten Minute für sich entschied. Gleichzeitig erfüllten die Wangner ihre Pflicht und starteten mit einem Sieg gegen den FC Rothrist.

Ernüchterung

Doch schnell stellte sich die Ernüchterung ein. Der FC Wangen bei Olten, bei dem es nach dem Sturz aus der 1. Liga zu einem wahren Spielerexodus gekommen war, musste mit seiner jungen Mannschaft zwischenzeitlich viel Lehrgeld bezahlen. So blieben die Wangner neunmal in Folge ohne Sieg.

Den Höhepunkt erreichte die Baisse des FCW mit dem 0:7-Debakel am zehnten Spieltag bei den Reserven des FC Aarau. Wangen belegte zu diesem Zeitpunkt den zweitletzten Tabellenrang.

Mit den abschliessenden Siegen gegen Wohlen II (2:0), Pajde (3:2) und Dulliken (2:0) zog das Team von Trainer Juan Castro den Kopf noch aus der Schlinge und überwintert immerhin auf Platz neun und damit als bester Solothurner Klub der Liga.

Handlungsbedarf vorhanden

Trotzdem äusserte Juan Castro nach dem letzten Vorrundenspiel bereits Handlungsbedarf. Der FC Wangen will sich in der Winterpause mit erfahrenen Spielern verstärken. Castro spricht von drei ehemaligen Erstliga-Spielern, welche den Weg auf die Chrüzmatt finden sollen.

Auch der FC Olten wird sich auf dem Transfermarkt umsehen. Insbesondere hofft Trainer Flavio Catricalà aber wohl, dass die Blessuren bei den diversen angeschlagenen Spielern in der Winterpause verheilen. Die Verletzungshexe hat beim FC Olten arg zugeschlagen in der Vorrunde.

Diese beendete der Stadtklub mit der Ausbeute von einem Punkt pro Spiel als Tabellenelfter direkt über dem Strich. Die Dreitannenstädter starteten vielversprechend, gewannen die ersten beiden Saisonspiele.

Danach mussten sich die Oltner aber während acht Partien auf den nächsten Dreier gedulden. Somit verpasste der FCO die eigenen Erwartungen deutlich. Den Vorstoss in die erste Ranglistenhälfte hatte Catricalà vor der Saison nämlich als Ziel herausgegeben.

Der grosse Absturz Dullikens

Den grössten Absturz erlebte Dulliken. Die Saison 2015/16 hatten die Niederämter auf dem vierten Platz beendet, in der vergangenen Spielzeit waren sie auf dem sechsten Schlussrang klassiert.

Nun fiel der FCD auf den zwölften Rang, den ersten Abstiegsplatz, zurück. Mit 14 Toren aus 13 Spielen fehlte es der Mannschaft von Trainer Herbert Fischer vor allem an der nötigen Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor.

Nachdem es in den letzten Jahren den Eindruck gemacht hat, Dulliken habe sich in der 2. Liga inter etabliert, müssen die Niederämter in der Rückrunde ihrer fünften Interregio-Saison – wieder einmal – einen Steigerungslauf hinlegen, um in der Liga zu bleiben.

Dullikens Präsident Ueli Schenk und Vizepräsident Roland Gruner werden in der Winterpause zweifellos alle Hebel in Bewegung setzen, um das Kader zu verstärken und eine konkurrenzfähigere Elf zu formen für die Rückrunde. Es gilt dabei, die Fehler, die in der Sommerpause gemacht wurden, auszumerzen.

Dulliken verstärkte seinen Konkurrenten

Der FC Dulliken verstärkte, nicht nur vor der Saison, seine direkten Konkurrenten. Rouven Corti und Sandro Husi, die in der letzten Spielzeit beim FC Dulliken nicht wie gewünscht zum Zuge gekommen waren, kehrten im Sommer zu ihrem Stammklub Wangen zurück. Und waren die Schlüsselspieler in der Vorrunde.

Husi schoss im Derby gegen Dulliken das entscheidende Tor und damit die Wangner in der Tabelle vor die Niederämter. Innenverteidiger Thomas Hubeli wechselte nach zwei Saisonspielen die Fronten und entwickelte sich in der Schlussphase der Vorrunde zu Wangens Abwehrpatron.

Dem noch nicht genug verloren die Dulliker im Verlauf der Vorrunde auch Hazir Zenuni, den verlässlichsten Goalgetter der vergangenen Jahre. Nicht an den FCW, sondern an den FC Olten.

Hoffnung auf spannenden Rückrunde

Nach der ernüchternden Vorrunde des Trios keimt nun dafür die Hoffnung auf eine umso heissere Rückrunde. Wangen, Olten und Dulliken werden sich schon im Winter auf dem Transfermarkt konkurrieren, sich womöglich gegenseitig Spieler abluchsen.

Wer die besten Angebote vom Transfer-Wühltisch pflücken konnte, wird sich spätestens am zweiten März-Wochenende des neuen Kalenderjahres herauskristallisieren. Am 11. März wird der FC Olten den FC Dulliken zum Rückrundenstart auf dem Kleinholz erwarten.

Dann wird der Abstiegskampf so richtig lanciert. Im Moment sieht es nicht danach aus, als hätte es für alle drei Klubs aus der Region Platz in der 2. Liga inter. Deshalb wird bereits auf dem Transfermarkt eine Vorentscheidung fallen.

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