NLB-Playoff-Final

«Die Torhüter machen die Serie zwischen Langnau und Olten eng»

«Die Torhüter machen die Serie zwischen Langnau und Olten eng»

EHCO-Center Codey Burki vor dem SCL-Tor.

«Die Torhüter machen die Serie zwischen Langnau und Olten eng»

EHCO-Center Codey Burki spricht nach dem 2:2 in der Finalserie gegen die Tigers über einen starken Michael Tobler im Tor und die Fehler im Aufbau. Diese gelte es, im Hinblick auf die nächsten Partien, zu minimieren.

Nach dem knappen und etwas glücklichen 2:1-Heimsieg des EHC Olten vom Dienstag ist die Finalserie gegen die SCL Tigers wieder völlig offen. Langnau machte das Spiel, Olten gewann es; dieser Schluss lässt ein Blick auf die Schussstatistik sowie den Puckbesitz im vierten Playoff-Finalspiel zu, welches den Oltnern den 2:2-Ausgleich in der Serie brachte.

Zwar räumt auch Codey Burki ein, dass der Gegner mehr vom Spiel hatte, verweist aber gleichzeitig darauf, dass seine Mannschaft dagegenhalten konnte und eine gute Leistung gezeigt habe.

Nach dem zweiten Vergleich im wiederum ausverkauften Kleinholz ist auch klar, dass es nicht zur – aus Langnauer Sicht erhofften – kurzen Finalserie kommen wird. Mindestens sechs Spiele lang wird sie dauern und frühestens am Sonntag in Olten zu Ende gehen.

Bilder zum vierten Finalspiel zwischen Olten und den SCL Tigers

Trainer Bengt-Ake Gustafsson scheint zwar auch in dieser für sein Team heiklen Phase an der Bande die gute Laune nicht zu verlieren, doch den Spielern ist die Nervosität auf dem Eis anzusehen.

Allen voran Topscorer Chris DiDomenico, welcher zuweilen harsch auch gegenüber Teamkollegen reagiert und im zweiten Drittel das halbleere Tor nicht traf.

Flattern beim souveränen Qualifikationssieger tatsächlich die Nerven? «Ich weiss nicht, wie sie sich fühlen», sagt dazu Burki, «aber eines ist sicher: Die kurze Serie haben sie nicht bekommen. Das ist sicher.»

Wie lange reicht die Kraft?

Für den 27-Jährigen, der beim EHC Olten einen Vertrag für die nächste Saison besitzt, ist es der zweite Playoff-Final. Den ersten bestritt er vor zwei Jahren gegen Olten – im Dress des HC Lausanne.

Dabei gibt es durchaus Parallelen zu damals: «Jeder Final ist irgendwie vergleichbar; egal, wer gegenübersteht, man will gewinnen. Die Atmosphäre im Team ist dieselbe, auch jene, welche die Fans verbreiten.»

Burki bestätigt, dass es sich gegen Langnau um eine enge Partie handle mit zwei Mannschaften, welche gutes Hockey spielten. «Auf beiden Seiten hätten mehr Tore fallen könne, doch Langnau verfügt über einen guten Goalie, wie auch wir mit Tobler. Genau das macht die Serie eng, die Goalieleistungen. Das war bislang eine ganz gute kampfbetonte Serie – und sie könnte noch eine Weile dauern, wer weiss.»

Fehler, wie sie sich beide Defensivreihen am Mittwoch mehrfach leisteten, die gehörten dazu, so Burki. «Ich habe in meinem ganzen Leben noch kein perfektes Spiel ohne Fehler erlebt. Doch wir spielen einen Mannschaftssport. Da hat es Teamkollegen, die aushelfen und Fehler ausbügeln, wie zum Beispiel Michael Tobler. Er hatte ein paar Big Saves, genau das brauchen wir.»

Zurückzuführen sind die Fehler vor allem auf das aggressive Forechecking der Langnauer. Während die Oltner bewusst nur mit einem Mann den scheibenführenden Langnauer unter Druck setzen, wirbelten die Tigers praktisch das ganze Spiel über zu zweit in der Oltner Zone – was Trainer Heikki Leime zurecht als «sehr kräfteraubende Spielweise» bezeichnet.

«Ich weiss nicht, wie lange sie das durchziehen können.» Das gegnerische Forechecking ist deshalb einer der wichtigsten Punkte, welche es auch Sicht des EHCO zu beachten gilt.

«Wir wissen genau, dass sie immer blitzschnell da sind», so Burki, «für uns heisst das, den Puck schnell zu spielen und immer den Kopf oben zu haben.» Gleichzeitig müsse der Aufbau aber auch kontrolliert erfolgen. «Schlau spielen», nennt es der Center: «Solange wir den Puck in unseren Reihen haben, kann uns nichts passieren.»

Weniger Fehler, mehr Chancen

Wer denn nach je zwei gewonnenen Spielen im Vorteil ist, dazu ergibt sich weder von Spieler- noch von Trainerseite ein eindeutiges Statement.

«In dieser engen Serie konzentrieren sich die Spieler einzig auf das nächste Spiel», will sich Leime bezüglich der besseren Ausgangslage im Hinblick auf den NLB-Meistertitel ebenso wenig aus dem Fenster lehnen wie Codey Burki. «Wir haben einen sehr guten Teamgeist und müssen ganz einfach raus gehen, und unser Spiel machen.»

So oder so war die Partie vom Dienstag die richtige Antwort auf die verpasste Chance vom Sonntag. Diesmal waren es die Oltner, welche den Sieg «gestohlen» haben. Mehr noch: Sie haben dem Favoriten gezeigt, dass er das Spiel machen kann, den Sieg aber trotzdem nicht holt.

«Wie man gewinnt, ist am Ende egal», sagt Burki mit einem Lächeln im Gesicht, «wenn man einen Sieg holen kann, egal wie, dann nimmt man ihn. Aber natürlich müssen wir versuchen, unsere Fehler zu minimieren und dadurch die eigenen Chancen auf einen Sieg erhöhen.»

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