Swiss League

Die Suche nach Lucky Luke: Der EHC Olten verzweifelt im Abschluss und unterliegt Kloten 0:2

Der EHC Olten verliert gegen einen effizienten EHC Kloten 0:2. Es ist nicht nur die erste Niederlage vor eigener Kulisse im vierten Saisonheimspiel, sondern auch ganz grundsätzlich eine Partie, welche die Oltner nie hätten verlieren dürfen. Und: Das Powerplay krankt weiterhin. Es ist das schlechteste der gesamten Liga.

Konsterniert blickt EHCO-Trainer Fredrik Söderström nach dem Spiel auf den Videowürfel – und stellt fest: «Das ist die erste Niederlage, die so richtig schmerzt. Dieses Resultat tut weh.»

30:18 Schüsse zugunsten des EHC Olten widerspiegelt das Spielgeschehen bestens, reicht aber bei bestem Willen nicht bis auf die Anzeigetafel. 0:2 nach 60 Minuten ist darauf abzulesen. Klotens Stürmer Füglister erwischte nach Spielhälfte fast aus dem Nichts EHCO-Torhüter Simon Rytz zwischen den Beinschonern, nachdem zuvor bei den Oltnern an der eigenen blauen Linie eine Aneinanderreihung von Fehlern erfolgt war. Und in der Schlussphase stocherten drei Klotener Spieler so lange bei Torhüter Rytz im Slot nach, bis der Puck hinter der Linie lag. Das Tor wurde schliesslich dem sonst konterstarken Schweden Figren zugeschrieben.

Der EHC Olten bekundete selber grösste Mühe in der Offensive. Immerhin: Die Söderström-Truppe tat sich überhaupt nicht schwer, Chancen zu kreieren, diese erspielten sie im Minutentakt. So bekamen die 3264 Zuschauer eine äusserst attraktive, spannende Partie auf absolutem Swiss-League-Topniveau zu sehen. Nur eben keine Tore der Heimmannschaft. Denn der EHCO versagte im Abschluss komplett.

So müssten die Oltner bereits nach dem torlosen Startdrittel längst in Führung sein. Auf Truttmanns Pfostenschuss (nach einem herrlichen, befreienden Lobpass von Sartori) scheiterten auch Schwarzenbach, Haas oder Knelsen aus besten Abschlusspositionen. Und Schirjajew schaffte gar das Kunststück, aus einer Distanz von rund einem Meter auf einen Zuckerpass von Haas die Scheibe übers Tor abzulenken (19.).

Schlechtestes Powerplay der gesamten Liga

Auch nach dem Gegentreffer liess sich der EHCO nicht davon abbringen, nach vorne zu spielen, und zeigte weiterhin die bislang beste Leistung der Saison. Doch die Powermäuse wollten ihre für einmal überzeugende Systemtreue einfach nicht in Tore ummünzen. Demgegenüber zeigte der EHC Kloten, wie man auf fremdem Eis seine raren Chancen eiskalt ausnutzt. Die vierte Überzahlsituation nutzten die Klotener schliesslich resolut zum Oltner 0:2-Genickbruch aus.

Auch da war an diesem verhexten Abend der Unterschied der beiden Mannschaften auszumachen. Der EHC Olten nutzte einmal mehr keine seiner vier Powerplaychancen aus. Mit einer Powerplay-Effizienz von gerade mal 3,57 Prozent (ein Tor in 28 Versuchen) rutschen die Oltner in der Powerplay-Statistik an das Tabellenende der Liga. Dabei kann sich der EHCO nicht einmal über die Häufigkeit beklagen, mit mindestens einem Mann mehr zu agieren. Denn die Powermäuse kommen am zweithäufigsten aller Teams zu Überzahlsituationen.

Trainer Fredrik Söderström war nach Spielende enttäuscht, sah aber auch viel Gutes, ja eine «deutliche Steigerung» gegenüber den Spielen zuvor. «Heute haben wir so gespielt, wie ich es mir wünsche. Wir haben die richtige Einstellung mit harter Arbeit kombiniert und haben am System festgehalten. Wir haben das Spiel kontrolliert und haben viele Chancen kreiert. Das Problem ist nur, dass wir die Chancen nicht ausnutzen. Wir haben zurzeit viele Spieler, die zu oft über etwas nachdenken und nicht oft genug den Abschluss suchen», sagte Söderström und ergänzte metaphorisch: «Dabei sollten wir, wie Lucky Luke, nicht mit dem Schiessen zögern und stattdessen auf alles zielen, was sich bewegt.»

Auch Topskorer Lukas Haas haderte: «Wir arbeiten hart. Jeder im Team mag dem anderen das Tor gönnen. Doch irgendwie haben wir im Abschluss auch viel Pech, immer ist noch irgendwie ein Stock oder ein Schlittschuh dazwischen. Aber wir müssen das Positive mitnehmen. Wir dürfen stolz sein auf diese Leistung. Der Teamgeist stimmt, es ‹fägt›, so Hockey zu spielen. Ich bin zuversichtlich, dass wir bald für den Aufwand belohnt werden», bilanzierte Vize-Captain Haas.

Und so geht die verzweifelte Suche nach den Lucky Lukes in der Mannschaft in die nächste Runde. Bereits morgen Dienstag (19.45 Uhr) gastiert der EHCO erstmals in der brandneuen Lonza-Arena von Visp.

Highlights EHC Olten - EHC Kloten

Sie haben die Partie verpasst? Lesen Sie hier alles zur ersten Heimniederlage des EHCO im Liveticker nach: 

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