Biberist
Die Subinger Familie ist mit dem Velo am Turnfest

Das Regionalturnfest in Biberist ist mit rund 3800 Turnerinnen und Turnern zu einem Mega-Event avanciert. Die Dimensionen sind riesig. Mit dabei ist auch der TV Subingen, mit 155 Turnerinnen und Turnern der «Grösste» aus dem Kanton Solothurn.

Michael Lüthi (Text und fotos)
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Der TV Subingen überzeugt mit einer frechen Darbietung in der Kleinfeldgymnastik.

Der TV Subingen überzeugt mit einer frechen Darbietung in der Kleinfeldgymnastik.

Solothurner Zeitung

Der Himmel weint über Biberist. Doch die Turnerinnen und Turner lachen, ja strahlen. «Wir Turner lassen uns vom Wetter doch nicht drausbringen», sagt Rolf Brunner, Präsident des TV Subingen. Mit Schirmen, Sonnenschirmen und Regenschützen kämpfen sie gegen den Dauerregen an. Aber die meisten lassen sich «ganze ohne» vom Nass bespritzen. «Regen macht doch schön», lautet die Devise. Und der Wettergott hat schliesslich um 14.10 Uhr ein Einsehen mit der Masse. Erste Sonnenstrahlen kriechen hervor – tosender Jubel auf der Anlage.

Mit rund 3800 Turnerinnen und Turnern sind die Biberister an der Grenze der Kapazität angelangt. Die Vereine wurden nicht zum Fest eingeladen, sondern konnten sich im Internet anmelden. «Wir mussten sogar noch Vereinen absagen», lässt das OK verlauten. Und so kam es, dass in Biberist mehr Vereine aus auswärtigen Kantonen am Start waren. «Wir sind zu einem Nationalen Turnfest mit regionaler Beteiligung geworden», sagt ein Mitorganisator.

155 Turnerinnen und Turner

Einen speziellen Status am Regionalturnfest geniesst der TV Subingen. Mit 155 Turnerinnen und Turnern (inklusive Jugend) stellt er die grösste Delegation des Kantons Solothurn. Gemeinsam ist der Verein am Morgen in Subingen mit dem Velo nach Biberist gefahren. «Wir versuchen immer, alles zusammen zu machen. Das ist bei uns das Wichtigste», sagt Rolf Brunner. Er spricht von der Turnerfamilie Subingen. Also eigentlich sollte es TF anstatt TV Subingen heissen. Und wenn die Wasserämter an einem Turnfest auftauchen, macht die Konkurrenz grosse Augen. «Wir gehören stets zu den grössten Vereinen. Das macht uns schon stolz», erzählt der Präsident.

Die Subinger treten nur in den schätzbaren Disziplinen (mit Noten) an. «Wir wollen das reine Turnen zelebrieren.» Gute Noten sind das Hauptziel. Aber auch der zweite Teil, das Festen, «ist für uns eine wichtige Sache». Und während dieses zweiten Parts, sei schon die eine oder andere Liebschaft entstanden, wie Rolf Brunner erzählt. Das Turnfest also als Partnerbörse. Turner sind zwar Konkurrenten, aber in erster Linie Freunde, eine Familie. So springen die Subinger kurzerhand ein und helfen dem Organisator Biberist aktiv! beim Aufstellen des Bodens für die Vorführung von Schweizer Meister Mels. «Sie haben uns dafür zwei Kisten Bier versprochen. Die nehmen wir natürlich gerne», sagt Brunner und schmunzelt.