Fussball
Die Spannung bis zum Schluss hochhalten

Der FC Subingen empfängt am Samstag (15.30) in der 2. Liga inter mit Thalwil ein absolutes Spitzenteam. Obwohl der Abstieg in die Solothurner 2. Liga rechnerisch feststeht, ist von Frust im Abschlasstraining überhaupt nichts zu spüren.

Hans Peter Schläfli
Drucken
Teilen
Mike Koch (am Ball) ist bereit, auch nach einem Abstieg weiter für Subingen zu spielen. Hans Peter Schläfli

Mike Koch (am Ball) ist bereit, auch nach einem Abstieg weiter für Subingen zu spielen. Hans Peter Schläfli

«So, wie man die alte Saison aufhört, beginnt man die neue», spornt Trainer Patrik Schüpbach vor dem heutigen Heimspiel gegen das Spitzenteam Thalwil (Anstoss 15.30 Uhr) seine Mannschaft an. Von Frust ist beim FC Subingen im Abschlusstraining auf dem Affolter überhaupt nichts zu spüren, obwohl der Abstieg in die Solothurner 2. Liga mittlerweile rechnerisch feststeht. Vorausgesetzt vom Verband werden nicht noch eine ganze Serie Forfait-Niederlagen ausgesprochen. Aber mehr dazu später.

«Wir waren uns immer im Klaren, dass es für Subingen schwierig wird in dieser extrem starken Gruppe 5», erklärt Patrik Schüpbach. Viel habe nicht gefehlt. «Zudem standen uns mit Hubler, Cubuk und Largiadèr die drei besten Torschützen der letzten Jahre nicht mehr zur Verfügung, und diese konnten wir nicht ersetzen. Und wenn man sieht, wie die Zürcher Mannschaften in der Gruppe 5 wirtschaften, dann wird auch der nächste Solothurner Aufsteiger Mühe haben, wenn er sich nicht mit bezahlten Spielern verstärken kann.»

«Es ist extrem schade», sagt zum Beispiel der 21-jährige Michael Koch. «Wir haben in der letzten Zeit grosse Fortschritte gemacht und könnten jetzt sicher in der 2. Liga inter mithalten.» Trotzdem wird auch er Subingen treu bleiben. «Nun nehmen wir halt ein Jahr Anlauf in der Solothurner 2. Liga. Mein Ziel ist es jedenfalls, sofort wieder aufzusteigen.» Michael, der wie seine Brüder Raphael und Philippe Koch beim FCZ-Nachwuchs versucht hatte, seinen Traum als Profi zu realisieren, hat sich in Subingen neu orientiert. «Ich bin ehrgeizig und mache keine halben Sachen. Deshalb kommt für mich die 1. Liga derzeit nicht infrage. Ich will mich ganz auf meine Karriere bei der Credit Suisse konzentrieren.»

So ganz hat man sich in Subingen aber doch noch nicht mit dem Abstieg abgefunden. Aufgrund von Unregelmässigkeiten bei Spielerqualifikationen könnte es noch einen Umsturz geben, hofft man im Wasseramt. Trainer Patrik Schüpbach nennt das Beispiel, das ihn am meisten stört: «Uster hat im letzten September den Serben Bogdan Stevic nach Ablauf der internationalen Transferfrist als Neuanmeldung lizenzieren lassen und seither mit ihm 28 Punkte erobert. Doch Stevic spielte zuvor unter anderem bei Partizan Belgrad als Profi und hätte nur mit einem internationalen Transfer wechseln können.» Andere Teams hätten gegen den Einsatz des Serben fristgerecht Protest eingelegt.

«Ich erwarte jetzt vom Fussballverband, dass er den Fall Bogdan Stevic untersucht und einen Grundsatzentscheid fällt», sagt Schüpbach. Subingens Trainer fordert: «Wenn Uster wirklich vorsätzlich das Transferreglement umgangen hat, dann muss der Verband Sanktionen verhängen.» Er habe aber das Gefühl, dass man das Ganze unter der Decke halten will, weil man keine Kettenreaktion auslösen wolle. «Andere Vereine der Gruppe 5 und auch der Gruppe 3 mit Wacker Grenchen könnten ähnlich zweifelhafte Transfers getätigt haben», fügt er hinzu. Patrik Schüpbach fordert deshalb einen grundsätzlichen Entscheid. «Einige Vereine holen mit Touristenvisen illegal Profispieler aus dem Balkan in die Schweiz. Das ist eine Wettbewerbsverzerrung. Da muss sich der Fussballverband überlegen, ob er das in der Amateur Liga weiterhin zulassen will.»