Automobil
Die Solothurnerin Rahel Frey zittert um ihren Platz in der DTM

Rahel Frey muss trotz ihres ersten Top-10-Platzes damit rechnen, den Platz in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft zu verlieren.

Ruedi Kuhn
Merken
Drucken
Teilen
Bildergalerie Rahel Frey
22 Bilder
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012
Rahel Frey, Impressionen aus der Saison 2012

Bildergalerie Rahel Frey

Im Juli letzten Jahres bekam Rahel Frey von einem Fan ein Glücksschweinchen geschenkt. Dieses haben ihre Mechaniker auf der einen Seite mit einer Schweizer Flagge, auf der anderen Seite mit der Startnummer 17 verziert und im Cockpit ihres Wagens befestigt. Die Botschaft war klar. Frey sollte in den nächsten Rennen vermehrt die Sau raus lassen.

Gut zwei Monate später liess das kleine Energiebündel aus dem solothurnischen Aedermannsdorf tatsächlich die Sau raus. Sie wuchs sogar buchstäblich über sich heraus. Beim Rennen in Valencia schaffte sie den ersten Top-10-Platz ihrer Karriere. Nach einem beherzten Auftritt klassierte sie sich auf Rang sieben und holte die ersten DTM-Punkte.

Will Audi eine Frau?

Ob der Exploit allerdings ausreicht, um im Team von Audi eine dritte DTM-Saison anhängen zu dürfen, ist fraglich. Sehr fraglich sogar. Von den acht Plätzen für 2013 sind sieben bereits bestätigt. Beim letzten Platz geht es für Audi um eine Grundsatzentscheidung. Es stellen sich drei Fragen: Plant Motorsportchef Wolfgang Ullrich weiterhin mit einer Frau? Kommt ein Routinier? Oder vergibt man den Platz an ein Nachwuchs-Talent aus den eigenen Reihen? Die Entscheidung wird, ja muss in den nächsten Tagen fallen. Schliesslich stehen die Wintertests vor der Tür.

Frey hat zum jetzigen Zeitpunkt keine allzu guten Karten. Für Ullrich ist die bald 27-jährige Schweizerin zwar eine gute Repräsentantin der Marke Audi und hat fahrerisch zweifellos Fortschritte gemacht, aber die Resultate blieben nun mal weitgehend hinter den Erwartungen zurück. Einen Vorwurf muss sich Frey allerdings nicht gefallen lassen: mangelnde sportliche Einstellung.

Am Einsatz fehlt es auch nicht. Damit sie in der wichtigsten Tourenwagenmeisterschaft aus dem Schatten der Konkurrenten treten und erfolgreich sein kann, hat sie im vergangenen Jahr ihren gewohnten Lebensstil umgestellt. Um in der Nähe ihrer Crew zu sein, war sie in den vergangenen Monaten vermehrt in Kempten im Allgäu. So lernte sie die Abläufe und Hintergründe rund um das Team genau kennen und konnte ihre PR-Termine besser koordinieren. Um ihre Fitness, Reaktionsfähigkeit und Reflexe zu verbessern, besucht sie seit Oktober des vergangenen Jahres eine Karateschule in Kreuzlingen.

Zukunft auf der Langstrecke

DTM hin, DTM her; Frey dürfte bei Audi auch in diesem Jahr eine Rolle spielen. Vielleicht wird sie vermehrt bei Langstreckenrennen eingesetzt. Ihr Fazit der zwei Jahre in der DTM fällt positiv aus. Sie sagt: «Für mich waren die Jahre 2011 und 2012 eine grossartige Lebensschule. Ich habe viel gelernt und Erfahrungen gesammelt.» Eines steht fest: Ihre Laufbahn als Rennfahrerin steht weiter unter dem Motto «go fast and never give up» (fahre schnell und gib nie auf). Alles andere würde nicht zur Blondine mit dem grossen Temperament und dem herzlichen Lachen passen.