Wie viel Wert diesem zehnten Unentschieden des arg abstiegsbedrohten FC Solothurn gegen Luzern II bei-kommt, wird sich erst in den letzten drei Punktekämpfen weisen. Ist es ein Punktgewinn oder sind es zwei verlorene Zähler?

Die durch die Abwesenheiten der beiden gesperrten Tobias Meier und Oezdemir sowie des in Prüfungen steckenden Du Buisson umformierte Heimelf kam nicht mehr an das Ren-dement wie gegen Schötz und in Köniz heran. Sie enttäuschte in Sachen Aggressivität, Aufsässigkeit und Geschlossenheit.

Elfmeter und Platzverweis

Wesentlichen Einfluss auf den Spielablauf hatten die beiden verschossenen Elfmeter – beidseits einer – und der Platzverweis gegen den Luzerner Urtic bis zur 32. Minute. In der dritten Minute kam im eigenen Strafraum der linke Aussenverteidiger Hunziker im Zweikampf mit Mazreku zu Fall und berührte mit der Hand den Ball. Der englische Gastschiedsrichter entschied auf Strafstoss. Einmal mehr erwies sich FCS-Hüter Molina als gewiefter Penaltykiller wie er Likas Elfer abwehrte.

Weiterhin machte Luzern Druck. Doch dann enteilte Stadelmann rechts pfeilschnell. Urtic als hinterster Mann konnte ihn rund 25 Meter vor dem Tor nur per Foul stoppen und sah bereits in der neunten Minute die Rote Karte. Wieder Stadelmann drang in der 31. Minute rechts in den Gästestrafraum ein. Seinen Vorstoss beendete Damcevski ebenfalls mit Foul – der zweite Elfer! Titton setzte den Ball jedoch an die Latte (32). «Dieser Penalty tut weh, er irritierte die ganze Mannschaft», räumte der FCS-Trainer ein.

Taktischer Wechsel

Bereits fünf Minuten vorher nahm Hasler einen taktischen Wechsel vor. Um die linke Abwehrseite zu stärken, beorderte er Luca Meier für Hunziker aufs Feld und Mallia wechselte nach hinten links. «Ich hörte, dass Luzern seine rechte Angriffsseite forcieren wollte, und habe Hunziker nach der Penaltyszene schützen wollen», begründete Hasler.

Ängstliche Reaktionen des FCS

Solothurn gelang es nicht, dem Gegner sein Spiel aufzuzwingen und zu mehr Laufarbeiten zu verleiten. Auch in Unterzahl blieben die Zentralschweizer aktiver und offensiver. Sie verstanden es organisatorisch überzeugend, ihren Ausfall zu kompensieren. «Bei uns fehlte es am letzten Pass oder dann wurde der Ball dem besser platzierten Mitspieler abgenommen», bemängelte Roland Hasler. Zudem, je länger das Spiel dauerte, je ängstlicher agierten die Solothurner. Hasler erklärte dies so: «Die Spieler brachten es nicht aus ihren Köpfen, eine zweite Niederlage wie am 18. November 2012 in Muttenz zu erleben, als in 50-minütiger Überzahl in der 79. Minute ein Konter nach einer Tändelei das 0:1 zur Folge hatte».