Kunstturnen

Die Solothurner Kunstturnerin Sara Metzger fährt an die EM nach Brüssel

Die Zuversicht im Gesicht geschrieben: Sara Metzger betritt nächste Woche die grosse Turnbühne.

Die Zuversicht im Gesicht geschrieben: Sara Metzger betritt nächste Woche die grosse Turnbühne.

Die Solothurnerin Sara Metzger feiert in Brüssel ihr EM-Debüt. Wegen einer Sehnenscheidententzündung fällt ihre Teamkameradin Sarina Gerber für die Europameisterschaft in Brüssel aus. Metzger erbt ihren Platz

Nein, gefreut habe sie sich nicht, als sie von der Verletzung von Sarina Gerber erfuhr, versichert Sara Metzger. Gerber fällt wegen einer Sehnenscheidenentzündung für die bevorstehenden Europameisterschaften in Brüssel aus. Ihren Platz erbt die 15-jährige Solothurnerin, die erst vor zwei Wochen am Länderkampf in Wil ihren internationalen Einstand bei den Elite-Turnerinnen gab.

Rückenbeschwerden plagten sie über mehrere Monate

Metzger kennt das Gefühl des Zuschauens nur zu gut. Die Kunstturnerin vom Gym Center Emme ist selber erst von einer langwierigen Verletzung zurückgekehrt. Über mehrere Monate plagten sie Rückenbeschwerden, die sie intensiv behandeln lassen musste und ihren Formaufbau stark einschränkten. «Es war eine frustrierende Zeit, umso schöner ist es, dass ich jetzt wieder voll belastungsfähig bin.»

In Wil stellte Metzger, die ihre Nervosität beim ersten Einsatz auf der grossen Bühne verständlicherweise nicht verbergen konnte, ihre Fähigkeiten unter Beweis. «Ich konnte meine Trainingsleistungen bestätigen und die Übungen fast fehlerfrei turnen.» In der Einzelwertung reichte das zum 10. Platz.

Mit dem Team unter die Top Ten

Was diese Grundlage im Hinblick auf die am Mittwoch beginnende EM rangmässig bedeuten könnte, lässt sich schwer abschätzen. Wunderdinge dürfen von Sara Metzger keine erwartet werden. Für die Solothurnerin geht es darum, an ihrer ersten grossen Meisterschaft Erfahrungen zu sammeln. «Ich will mein Bestes geben», sagt sie vorsichtig.

Konkreter definiert der Schweizerische Turnverband (STV) die Zielvorgaben. Sara Metzger und ihre Kolleginnen sollen mit der Mannschaft einen Platz unter den Top Ten erreichen. Ausserdem will das Team um Trainer Zoltan Jordanov eine Athletin in den Final der besten 24 im Mehrkampf sowie eine in einen Gerätefinal der besten acht bringen.

Die Zuversicht scheint berechtigt. Aspirantin auf einen Spitzenrang ist Teamleaderin Julia Steingruber. Sie unterstrich mit ihrem Sieg vor einer Woche FIG-Challenge-Cup im kroatischen Osijek ihre blendende Verfassung.

Das Privileg, zu Hause zu schlafen

Mit ihrem Übertritt ins Elitekader haben sich die Koordinaten von Sara Metzger in den letzten Monaten verändert. Während sie vorher täglich von ihrem Wohnort nach Bern reiste, pendelt sie heute von Solothurn nach Biel in die Schule und anschliessend nach Magglingen ins Training. Die Sprungspezialistin hat sich in der neuen Umgebung schnell zurechtgefunden. Sie schätzt die gute Stimmung und den intakten Mannschaftsgeist. Darüber hinaus geniesst sie das Privileg, abends nach Hause zu fahren. «Ich hätte auch bei einer Gastfamilie wohnen können, habe mein eigenes Zimmer aber vorgezogen.» Dieses wird Metzger in den kommenden Tagen gegen ein Hotelzimmer in der belgischen Hauptstadt tauschen müssen. Was sie nur zu gerne macht.

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