Eine glückliche Hand hatte Solothurns Trainer Aziz Sayilir mit der Einwechslung der Stürmer Walther und Nlend für die Mittelfeldspieler Sasso und Hunziker in der 60. Minute bewiesen. Vier Minuten zuvor hatte Gjidoda Schötz’ Führung auf 2:0 ausgebaut. Wie schon beim 1:0 war es ein Freistoss, der zum Erfolg führte.

Dieser Doppelwechsel machte bei den Solothurnern neue Kräfte frei. Mit dem klassischen Dreimann-Sturm Nlend-Titton-Walther setzte Sayilir ein klares Zeichen. Zwei Minuten später flankte Mertoglu von links in den Strafraum, wo Titton mit dem Kopf beim entfernteren Pfosten den Anschlusstreffer erzielte. Die Signalwirkung blieb nicht aus. «Unser Motto lautet, auch wenn es 0:2 steht, nicht aufgeben, weiter alles geben und so war dieses 1:2 für unsere Moral sehr wichtig», analysierte Solothurns Teamchef. In der 69. Minute ware es erneut Mertoglu, der mit seinem Vorstoss einen Handspenalty herausholen konnte. Diesen versenkte Fleury souverän zum Ausgleich (70.).

Mertoglus dritter Assist zum Sieg

Solothurn witterte in der Folge seine Siegeschance, setzte nach. Der dritte Assist Mertoglus machte schliesslich die Wende vom 0:2-Rückstand zum 3:2-Sieg perfekt. Walther (77.) köpfte den Eckball am linken Pfosten ein. «Heute ist es aufgegangen, wir konnten mehr Energie investieren», sagte Sayilir.

Die Ambassadoren hatten aber noch nicht genug. Als Nlend in der 79. Minute auf eine ideale Vorlage von Fleury loszog, vermochte ihn Saner nur noch mit der Notbremse zu stoppen – Platzverweis für den Aussenverteidiger der Gäste. Weitere Tore fielen zwar nicht mehr, trotzdem hatten sich die Solothurner den Sieg mit ihrem grossen Einsatzwillen verdient.

Überraschend in Rücklage geraten

Bereits die Startphase hatte das Team von Sayilir geprägt. Mit Druck und Tempo starteten sie ins Spiel. In der zehnten Minute konnte Gästehüter Bossert den Solothurner Führungstreffer nach einem Kopfball Tittons nur mit einer Glanzparade verhindern. Weil die Zentralschweizer mit langen Bällen operierten, konnten die Gastgeber ihr Pressing aber nicht wie gewünscht aufziehen.

Sie mussten selbst zu diesem Mittel greifen. Defensives Risiko konnte nicht verhindert werden. «Wir spielten am Anfang nervös», sagte Sayilir. Dies hatte in der 39. Minute negative Folgen: Bei einem Freistoss von Binaku schlich sich Saliu an den entfernteren rechten Pfosten und brachte die Gäste überraschend in Führung. Doch die Solothurner liessen sich von diesem Rückschlag nur vorübergehend etwas aus dem Tritt bringen.