«Verhandlungen gewinnt man im Kopf», so der Buchtitel von Frieder Gamm, einem erfahrenen Verhandlungsspezialisten und Motivationscoach. Spiele hingegen verliert man im Kopf, so eine gängige Sportweisheit.

Ein Blick auf die Tabelle der 1. Liga verrät, dass es momentan in der Gruppe 3 keinen Platz für Verhandlungen gibt. Der TV Solothurn steht mit nur drei Verlustpunkten souverän an der Tabellenspitze und kann sich derzeit nur selber schlagen.

Ein ärgerliches 37:37-Unentschieden vor der Weihnachtspause im Heimspiel gegen den Lokalrivalen Herzogenbuchsee und eine unnötige 25:26-Auswärtsniederlage gegen Thun stehen zu Buche. Aus diesem Grund gibt sich TVS-Trainer Matthias Heger vor der Revanche nicht verhandlungsbereit: «Thun erwischte einen super Tag, während bei uns herzlich wenig passte – das wird es am Mittwoch nicht mehr geben.»

Gute Aussichten

Nach dem Abstieg der letzten Saison wurden früh grössere Veränderungen angekündigt. «Wir waren nicht spielerisch unterlegen, sondern körperlich nicht bereit», sagte Heger damals. «Daraus haben wir die nötigen Schlüsse gezogen.»

Zwölf Meisterschaftsspiele später erklärt er selbstbewusst, dass «es für jeden Gegner schwer wird mitzuhalten, wenn wir Vollgas geben». In Solothurn hat man es geschafft, zur nötigen Disziplin zurückzufinden, ohne dadurch die Lockerheit zu verlieren. «Die Stimmung ist hervorragend und die junge Truppe wächst Tag für Tag mehr zusammen.»

Dank der guten Ausgangslage blickt Heger dem Duell erwartungsfroh entgegen: «Thun tut mir leid, denn von uns ist definitiv eine Reaktion zu erwarten – jeder Spieler ist heiss auf die Begegnung.» Auch wird die Partie wichtige Rückschlüsse für den weiteren Saisonverlauf liefern: «Die mentale Komponente wird sehr interessant zu beobachten sein», freut sich Heger.

Vier Stammkräfte fehlen

Verzichten müssen die Solothurner mit Arn (verletzt) – mit fünf Treffern bester Torschütze gegen Thun –, Wassmer (WK), Mocci und Melcher (beide rekonvaleszent) voraussichtlich auf vier Stammspieler.

«Uns fehlen zurzeit einige Akteure, doch die werden gut ersetzt», ist Heger überzeugt. «Wir haben in dieser Saison alle einen grossen Schritt nach vorne gemacht und nun gilt es, die Früchte zu ernten.»

Angesichts der deutlichen Ausgangslage und dem gewonnenen Selbstbewusstsein der Solothurner bleibt die Devise, dass sich der TVS heute wie im Hinspiel nur selbst schlagen kann.