EHC OIten

Die Sehnsucht nach dem Siegen

Will mit gutem Beispiel vorangehen: der neue EHCO-Captain Stefan Hürlimann.hr. aeschbacher

Will mit gutem Beispiel vorangehen: der neue EHCO-Captain Stefan Hürlimann.hr. aeschbacher

Stefan Hürlimann Der neue Captain des EHC Olten freut sich nach vier sportlich schwierigen Jahren in Rapperswil auf die neue Herausforderung.

Als Stefan Hürlimann im letzten Februar seine Unterschrift unter den Dreijahresvertrag mit dem EHC Olten setzte, da kam endlich das zusammen, was eigentlich zusammenkommen musste. Was nur die wenigsten wissen: Der 30-Jährige wohnt zusammen mit seiner Lebensgefährtin Alexandra Kämpf und Sohn Maxim (5) schon seit fünf Jahren in Olten. Und das, obwohl er während dieser Zeitspanne in Genf, Lausanne und Rapperswil Eishockey spielte. «Weil Alexandra hier verwurzelt ist und auch in der Politik tätig ist (als Gemeinderätin, Anm. d. Red.) und das Eishockeygeschäft bekanntlich sehr schnelllebig ist, haben wir uns entschlossen, Olten als Wohnort zu behalten.» Im Welschland mietete sich Hürlimann eine Zweitwohnung, nach seiner Rückkehr zum Stammklub in Rapperswil übernachtete er bei Bedarf bei seinen Eltern, die in Einsiedeln wohnen. «Das Pendeln wurde auch wegen des Verkehrs zunehmend mühsam. Aber auf der anderen Seite hatte ich so immer die Möglichkeit, nach den Spielen das Erlebte im Auto zu verarbeiten. So konnte ich zu Hause wirklich abschalten.»

Das mit dem Abschalten war in den vergangenen vier Jahren nicht immer so einfach für Stefan Hürlimann. Als Spieler und später auch Captain der Rapperswil-Jona Lakers (600 NLA-Spiele, 46 Tore, 69 Assists) erlebte er am Zürichsee primär die Schattenseiten des Sports. Die Niederlage war ein treuer Begleiter der Mannschaft, die im vergangenen Frühling in die NLB abgestiegen ist. Er sagt: «Es war mental eine anstrengende Zeit. Besonders während der Playouts.»

Jetzt kann Hürlimann mit dem Velo ins Training radeln und ist glücklich mit sich und der Welt. «Vielleicht hätte ich noch einen Job bekommen in der NLA. Aber ich wollte nicht mehr länger warten. Olten war sehr interessiert an mir und hat sich entsprechend bemüht um meine Dienste», sagt er und fügt an: «Ich bin jetzt an einer Topadresse in der NLB. Der EHCO ist stabil und ambitioniert. Die Mannschaft ist gut aufgestellt. Man kann deshalb wirklich von einer Traumlösung für mich sprechen.»

Wie viel man in Olten von Stefan Hürlimann hält, zeigt, dass er ihn – für einen Neuzugang eher ungewöhnlich – gleich zum Captain ernannt hat. «Das Trainerduo fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, das Amt zu übernehmen. Für mich war aber wichtig, dass mich die Mannschaft wählt und meine Mitspieler hinter mir stehen», sagt Hürlimann, der dieselbe Funktion auch während zweier Jahren in Rapperswil ausgeübt hat. Er sagt: «Ich bin vom Charakter her schon eher der Leadertyp. Ich möchte mit gutem Beispiel vorangehen – – «Leading by example» – auf und neben dem Eis.»

Auch Stefan Hürlimann weiss, dass letztlich das Produkt auf dem Eis entscheidend ist für das eigene Seelenheil, jenes der Mitspieler und vor allem des Umfelds. «Es macht so vieles einfacher, wenn man gewinnt», sagt er. Nach den Jahren voller Niederlagen ist beim EHCO-Captain die Sehnsucht nach dem Siegen entsprechend gross. «Es wäre schön, mal wieder auf der Erfolgswelle zu surfen. Mal wieder zehn Spiele hintereinander zu gewinnen.»

Hürlimann ist sich aber bewusst, dass es für die Erfüllung seiner Wünsche harter Arbeit bedarf: «Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben. Aber wir wissen auch, dass wir in jedem Spiel eine starke Leistung zeigen müssen. Sonst kann es schnell in die andere Richtung gehen.» Eine Richtung, die Hürlimann aus eigener Erfahrung zur Genüge kennt – und so schnell nicht mehr erleben möchte.

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