Statt das 30-jährige Jubiläum mit einem internen Anlass zu feiern, organisierte der Volleyballclub Langenthal ein einmaliges Highlight. Die Kreuzfeldhalle wurde für das Schweizer Team mit gleich zwei Vergleichen gegen Aserbaischan zum Schauplatz der Hauptprobe für die Europameisterschaft, die vom 6. bis 11. September in Zürich stattfinden wird. Die Spiele entschieden sich erst im Tiebreak und endeten jeweils mit einem 3:2-Erfolg für Aserbaidschan, das 35. Stelle der Weltrangliste steht.

Besonderes Ereignis

«Für uns als mittelgrosser Verein ist dieses Länderspiel etwas Spezielles», erklärt der Präsident des VBC Langenthal, Christian Kunz und fügt an: «Unsere Athleten haben zum ersten Mal die Chance, Matches auf hohem Niveau zu sehen. Sie werden sicher leuchtende Augen haben.» So war es für die beiden U17-Spielerinnen des VBC, Lona Kinsberger und Mara Sutter, die für das Wischen zuständig waren.

An der Seitenlinie hatten sie Zeit, das Geschehen hautnah zu verfolgen: «Man hat nicht immer die Gelegenheit, so etwas mitzuerleben. Wir werden sicher einige Sachen übernehmen. Die Aufwärm-Übungen zum Beispiel», sagt die 14-jährige Lona und Teamkollegin Mara ergänzt: «Es ist schon toll zum Zuschauen.»

Testspiel Schweiz-Aserbaidschan: Die Schweizerinnen gewinnen den dritten Satz 25:20

Die Schweizerinnen gewinnen den dritten Satz 25:20

Intensive Vorbereitungszeit

Die vierjährige Vorbereitungsphase der Volleyballerinnen hat sich ausbezahlt. Denn unter den Augen des Bundespräsidenten und EM-Schirmherren Ueli Maurer präsentierte sich das Team, das an 109. Stelle der Weltrangliste liegt, von seiner besten Seite. Obwohl die Schweizerinnen im ersten Match mit 17:25 und 22:25 in Rückstand gerieten, gelang es ihnen mit gutem Service-Spiel, konsequenter Blockarbeit sowie frechem Angriff zum 2:2 auszugleichen.

Es kam zum Tiebreak, das die über 350 Zuschauer in Atem hielt: Nach einem 0:5-Rückstand startete das Team mit der 20-jährigen Topskorerin (25) Laura Unternährer und der Aussenangreiferin Inès Granvorka eine Aufholjagd und kämpfte sich zum 10:10 zurück. Doch in der Schlussphase agierte die Mannschaft von Trainerin Svetlana Ilic zu wenig abgeklärt – die Osteuropäerinnen nahmen überhand und verwerteten den zweiten Matchball.

Satzball Schweiz im 4. Satz

Satzball für die Schweiz im 4. Satz

Auch das zweite Spiel endete im Tiebreak mit einem 3:2-Sieg zugunsten der Gäste. «Wir hatten einen verhaltenen Start, dann wurde der Service besser. Noch muss die Blockarbeit etwas stabiler werden. Aber wir können zufrieden sein und so weitermachen», erklärte Assistenztrainer Timo Lippuner. «Wichtig war, dass es uns nach den ersten beiden Sätzen gelungen ist, nicht aufzugeben», sagte die Oltnerin Laura Sirucek, die im zweiten Spiel 16 Punkte erzielte.

Schlüsselspiel gegen Frankreich

Das Team hat in Langenthal bewiesen, dass es dem europäischen Niveau standhalten kann. An der EM spielt Aserbaidschan im C-Pool, während die Schweiz im B-Pool auf Italien (4. der Weltrangliste), Belgien (38.) und Frankreich (41.) trifft. «Das Schlüsselspiel wird gegen die Französinnen sein. Wir können sie besiegen», sagt der Assistenztrainer im Hinblick auf die EM.