Patrick Witschonke, Romano Meier, Yannick Schwaller, der das vierte Steine-Paar spielende Reto Keller sowie Ersatzmann Michael Probst waren nach der Vorrunde mit 6:3 Siegen nur über ein Tiebreak gegen Italien weitergekommen, aber von dort weg liessen sie sich nicht mehr aufhalten. Sie steigerten sich von Spiel zu Spiel auf ein zuletzt sehr hohes Niveau und räumten in den Playoff-Partien nacheinander die Schwergewichte Kanada (im Zusatz-End), Norwegen und Schottland aus dem Weg.

Besonders beeindruckend war die Darbietung im Final. Die Berner begingen kaum Fehler und ermöglichten es dadurch den jungen Schotten praktisch nie, Zweier- oder Dreierhäuser aufzubauen. Die einzige kritische Situation entstand im 9. End beim Stand von 6:3 und Vorteil des letzten Steins für die Schweiz. Reto Keller bereinigte sie jedoch mit einem spektakulären sogenannten Runback-Doppel-Takeout. Das Endresultat von 6:5 täuscht ein wenig darüber hinweg, dass die Schweizer das Spiel vom zweiten End an jederzeit unter Kontrolle hatten.

Der Solothurner Yannick Schwaller aus Halten kommt aus einer ausgesprochenen Curling-Familie. Sein Vater Christof und sein Onkel Andreas Schwaller, der heutige Nationalcoach der "Grossen", holten gemeinsam unter anderem 2001 WM-Silber und 2002 Olympia-Bronze. Auch Yannick Schwallers Gegenspieler ist mit dem Curlingsport gross geworden: Kyle Smith ist der Sohn der 1991er-Weltmeisters David Smith. Und Schottlands Nummer 3 Thomas Muirhead ist der jüngere Bruder der aktuellen Weltmeisterin Eve Muirhead.

Yannick Schwaller ist der fünfte Schweizer Junioren-Weltmeister nach dem Basler Stefan Traub (1990), dem Langenthaler Stefan Heilmann (1992), dem St. Galler Ralph Stöckli (1997) und dem Genfer Peter De Cruz (2010).

Flims GR. Junioren-Weltmeisterschaften. Junioren. Final: Schweiz (Bern/Patrick Witschonke, Romano Meier, Skip Yannick Schwaller, Reto Keller) - Schottland (TV/Duncan Menzies, Kyle Waddell, Thomas Muirhead, Skip Kyle Smith) 6:5. - Um Platz 3: Norwegen (Eirik Mjöen) - Kanada (Braden Calvert) 7:5.

Schlussklassement: 1. Schweiz 2. Schottland. 3. Norwegen. 4. Kanada. 5. Italien. 6. Schweden. 7. Russland. 8. Österreich. 9. USA. 10. China.

Juniorinnen. Final: Kanada (Kelsey Rocque) - Südkorea (Kim Kyeong-Ae) 6:4. - Um Platz 3: Russland (Alina Kowalewa) - Schweden (Isabella Wrana) 11:4.

Schlussklassement: 1. Kanada. 2. Südkorea. 3. Russland. 4. Schweden. 5. Schweiz (Glarus-Bern/Corina Mani). 6. USA. 7. Tschechien. 8. Schottland. 9. Italien. 10. Dänemark.