U17-Nationalmannschaft
Die Schweiz schafft es dank weltmeisterlicher Hilfe an die EM-Endrunde

Die U17-Partie Schweiz gegen Tschechien in Solothurn war auch ein Heimspiel für Dany Ryser. Der U17-Weltmeister von 2009 sah vor Ort, wie die Eidgenossen die tschechische Auswahl mit 1:0 bezwang und nun zu den acht Endrunden-Teilnehmer gehört.

Daniel Weissenbrunner
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Schweizer U17 kann an die EM-Endrunde
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Kadoic (links) und Stettler im Freudentaumel
Eric Briner luchst dem tschechichen Gegenspieler den Ball ab.
Eric Briner Sieg im Kopfball-Duell.
Deni Kadoic setzt sich gegen zwei Tschechen durch.
Die Schweizer jubeln, die Tschechen trauern.
Jolan Forestal umzingelt von tschechischen Gegenspielern.
Nicolas Hunziker schneller als sein Gegenspieler.
Des einen Freud ist des andern Leid.
Nicolas Hunziker im Spiel gegen Tschechien in Solothurn.
Marco Trachsel, Aaron Burkhardt, Deni Kadoic und Marko Drakul (von rechts) freuen sich über den Sieg.

Schweizer U17 kann an die EM-Endrunde

KEYSTONE

Seit 25 Jahren lebt Dany Ryser in Solothurn. Quasi zum Jubiläum hat er sich und den lokalen Fussball-Liebhabern ein Geschenk gemacht. Er holte die U17-Elite-Finalrunde in den Kantonshauptort. Dank seinem Netzwerk erhielt die Schweiz vergangenen November an der Auslosung in Nyon den Zuschlag. «Danach war klar, dass die Partie gegen Tschechien hier stattfinden sollte», sagt Ryser. Der solothurnische Regionalverband (SOF) und der FC nahmen schliesslich die Fäden in die Hand. Der Aufwand blieb nicht unbelohnt. Die Schweizer sicherten sich mit 1:0-Sieg die Teilnahme an der Euro in der Slowakei.

Mit dem gleichen Resultat endete im November 2009 der WM-Final in Nigeria. Ryser, der eloquente Ausbildner führte die U17-Junioren damlas in einer beispiellosen Kampagne zum ersten WM-Titel in der Geschichte des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV). Die aufregenden Wochen in Westafrika hat Ryser bis heute nicht vergessen: «Das Zusammenleben mit dem Team war einmalig. Es war ein unvergessliches Erlebnis.» Der Erfolg richtete das Scheinwerferlicht nicht nur auf das talentierte Team, sondern auch auf Ryser. Etwas, das seinem Naturell nicht entspricht. «Ich stehe nicht gerne im Zentrum», sagt er in seiner vornehmen, zurückhaltenden Art.

Seine Bodenständigkeit mag mit ein Grund sein, weshalb er den Triumph nicht mit einer Aufgabe im Klubgeschäft verknüpfte und vergoldete. Zumindest bis heute nicht. Anfragen landen immer wieder auf seinem Bürotisch. Ryser hat sie bisher alle abgelehnt.

Er ist ein Typ, der die Nestwärme sucht. Diese bietet ihm sein Umfeld in Solothurn. Zudem weiss er, was er beim und am SFV hat. Seit 1997 ist er im Verband tätig. Zusammen mit dem damaligen Technischen Direktor Hansruedi Hasler, Markus Frei oder Hans-Peter Zaugg hatte er massgeblichen Anteil am Aufschwung im Schweizer Fussball. Die Nachwuchsauswahlen haben sich unter den Topnationen in Europa festgesetzt. Ryser gibt unumwunden zu, dass ihn diese Entwicklung mit Stolz erfüllt.

Sein Vertrag als Chef der Nachwuchsabteilung läuft noch mit 2015. «Was danach kommt, werden wir zum gegebenen Zeitpunkt sehen.» Es würde allerdings nicht überraschen, wenn er einen weiteren Zyklus anhängt. «Sag niemals nie sagt er zwar. Wenn Bayern München anklopfen würde, müsste ich mir das ernsthaft überlegen», sagt er scherzend.

Zum Scherzen war ihm auch gestern zumute. Ryser hatte in seiner Funktion als Spielerbeobachter Nationaltrainer Heinz Moser die richtigen Informationen über die Tschechen weitergegeben.