KÄMPFER DES JAHRES

Remo Stalder (24, Mümliswil)

Mit dem Kranz geadelt

Mit dem Kranz geadelt

Von null auf 100 in 1,4 Sekunden - so in etwa «donnerte» Remo Stalder in seinen achten und letzten Gang am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Burgdorf. Prompt erwischte der Wasserämter damit seinen Widersacher im Kampf um das begehrte Eichenlaub. Der Innerschweizer Martin Koch, seines Zeichens eidgenössischer Kranzgewinner 2007 und 2010 und zweifacher Siger am Luzerner Kantonalen, liess sich vom Blitzstart des Solothurners erwischen und fand sich flugs frisch paniert auf dem Rücken wieder. Der Jubel des jungen Nordwestschweizers, der seit Jahren viel mit König Matthias Sempach trainiert, war grenzenlos.

Mit dem bärenstarken Zimmermann haben die Nordwestschweizer am Kilchberg-Schwinget 2014 einen neuen Trumpf im Köcher. Als Eidgenosse muss Stalder fortan indes nicht nur mit schweren Gegnern rechnen, sondern auch damit, öfter auf Doping kontrolliert zu werden. Also Hände weg vor Spagyrik-Sprays...

LEISTUNG DES JAHRES

Martina Strähl (26, Oekingen)

Das Lächeln der Siegerin

Das Lächeln der Siegerin

Eine nicht zu unterschätzende Eigenschaft macht Martina Strähl zu einer aussergewöhnlichen Persönlichkeit: Sie ist meist gelaunt. Selbst in Zeiten, in denen Ungemach droht, behält die Oekingerin ihre Fröhlichkeit und Zuversicht. Gleichzeitig ist die 26-Jährige eine profunde Kennerin ihrer Körpersignale. Ein Übermüdungsbruch, nicht der erste, zwang Strähl Anfang Jahr zu einer Wettkampfpause. Sie verfiel nicht in Hektik, sondern vertraute, eine weitere Stärke, ihrem Gefühl.

Das zahlte sich aus: Den neben Fröhlichkeit, Zuversicht, Geduld und Gefühl, verfügt Martina Strähl noch über eine weitere Begabung. Sie ist schnell, sehr schnell. Die Psychologiestudentin gewann den legendären Murtenlauf (Bild). Am Luzern-Marathon siegte sie und unterbot die geforderte EM-Limite um fast fünf Minuten. Bei ihrem Debüt am Jungfraumarathon bewies sie ihre Leidensfähigkeit gefragt. Ihr Kampfgeist wurde belohnt. Als Dritte schaffte es Strähl aufs Podest und war beste Schweizerin.

AUFSTEIGERIN DES JAHRES

Sheena Cameron (21, Küttigkofen)

Goldfisch: Sheena Cameron

Goldfisch: Sheena Cameron

Bis in diesem Jahr stand die 21-jährige Studentin der Gesundheitswissenschaften aus Küttigkofen noch nie zuoberst auf einem Schweizer-Meisterschafts-Podest. Inzwischen weiss die ehemalige Delfin-Spezialistin, wie es sich als Nummer 1 anfühlt. Über 200 m Brust holte sich die Solothurnerin heuer sowohl den Meistertitel auf der Kurz- wie der Langbahn. Dazu kamen 2 Staffel-Goldmedaillen mit ihren Kolleginnen von den Limmat Sharks.

Noch heute fühlt sich Cameron nicht wirklich als Brustschwimmerin. Die Delfin- und Lagenstrecken, auf denen sie als Schülerin viele Erfolge feiern konnte, sind ihr emotional immer noch näher. Grund, vermehrt auf die etwas eigenwillige Brustlage zu fokussieren, war ein schwerwiegender Bandscheibenvorfall 2010. Die Fortsetzung ihrer Karriere stand auf der Kippe. Die Schwimmerin konnte kaum noch gehen. Was, fragt man sich, kann da noch kommen, wenn sich Sheena Cameron mit dem Herz zum Brust bekennt?

COMEBACK DES JAHRES

Ronny Keller (34, Niederuzwil)

Zurück im Kleinholz: Ronny Keller

Zurück im Kleinholz: Ronny Keller

Alle die am 5. März im Stadion Kleinholz zuschauten, werden die Bilder nie mehr vergessen. Nach einem Check des Langenthalers Stefan Schnyder knallt der Oltener Verteidiger Ronny Keller kopfüber in die Bande und bleibt regungslos auf dem Eis liegen. Nicht nur unter den Augen der schockierten Fans, Gegner und Teamkollegen, sondern auch seiner Familie, die just an dem Abend im Stadion weilte.

Am 23. November ist der sympathische Ostschweizer exakt an der Stelle, wo sich der verheerende Unfall ereignete und von wo er später auf der Bahre und per Helikopter abtransportiert wurde, ins Kleinholz zurückgekehrt. Im Rollstuhl. Ein aussergewöhnliches und beeindruckendes Comeback. Keller kann nie mehr laufen. Eishockey, das Spiel, das er so sehr liebt und das bis zum 5. März sein Leben prägte, wird er nie mehr spielen. Vieles, was vorher ohne nachzudenken ging, geht heute nicht mehr. Und doch kam Keller zurück, um zu zeigen, dass es trotzdem weitergeht und wie er sagt: «Das Leben noch viel Schönes bietet».

ENTERTAINER DES JAHRES

Mike Kurt (33, Solothurn)

Mike Kurt

Mike Kurt

Ist das nicht ...? Nein, es ist nicht Robbie Williams. Es ist Mike Kurt. Obwohl eine gewisse Ähnlichkeit nicht von der Hand zu weisen ist. An den Credit Suisse Sports Awards befand sich der Solothurner Kanufahrer mit dem Entertainer stilistisch und optisch jedenfalls auf Augenhöhe. Anzug, weisses Hemd, schwarze Krawatte, gepflegter Scheitel. Wie es um die Gesangskünste von Mike Kurt steht, entzieht sich unseren Kenntnissen.

Fest steht, dass der 33-Jährige auf seiner Bühne eine gute Figur abgab. Nach der Enttäuschung an den Olympischen Spielen lieferte er an den Europameisterschaften eine starke Antwort. Kurt paddelte zu Silber und feierte den grössten Einzeltriumph seiner Karriere. Erfolgreich laufen seine Aktivitäten auch ausserhalb des Wildwasserkanals. Kurt setzt sich für die Finanzierung von Sportprojekten ein. Mit seinem Engagement befindet er sich in bester Gesellschaft: Der echte Robbie Williams tritt als Unicef-Botschafter auf und unterstützt die Soccer-Aid-Kampagne.