Neun Spieler verlassen den FC Solothurn, der die Saison auf dem ausgezeichneten vierten Rang beendet. Sportchef Francisco Fernàndes blickt trotzdem sehr zuversichtlich in die Zukunft.

Das letzte Meisterschaftsspiel der Saison 2014/2015 mündete für Solothurn und Wangen bei Olten in einem Derby. Einem interkantonalen Vergleich, in dem es immerhin noch um die virtuelle Solothurner Meisterkrone ging. Vor dem Match lag Wangen auf Rang 4, zwei Punkte vor Solothurn auf Rang 5. Dass die Gastgeber letztlich «nur» 5:0 gewannen, ist in erster Linie auf deren mangelnde Kaltschnäuzigkeit im Abschluss zurückzuführen. Das Team von Coach Aziz Sayilir dominierte das Geschehen gegen nicht wahnsinnig Bock auf die «goldene Torte» für den Chef im Kanton versprühende Wangener.

Offensiv vielversprechende Aktionen der Gäste waren locker an einer Hand abzuzählen. Was den FC Solothurn betrifft, so hat Effizienz im Abschluss häufig auch mit Routine zu tun – und davon ist logischerweise bei dieser jungen Truppe (noch) nicht viel da. Dass es trotzdem für einen Kantersieg reichte, spricht für die Qualität der Jungs. «So wollten wir die Saison sicher nicht beende», hielt Wangens Sportchef Günay Sengül fest.

Selbst wenn bei den Seinen nach der 0:3-Niederlage im März gegen Münsingen die Luft draussen gewesen sei. Jene Pleite, die Wangen den Einzug in die 1. Hauptrunde des Cups kostete. «Diese zu erreichen, wäre unser grosses Ziel gewesen», so Sengül. Nach der eineinhalbjährigen Ära von Coach Pekas, der von Willy Neuenschwander abgelöst wird, steht der FCW nun vor einem neuen Kapitel. Selbst wenn ein gutes Dutzend Spieler aus dem aktuellen Kader bleibt.

Kontinuität herrscht dagegen in Solothurn. In der Hauptstadt baut man weiterhin prioritär auf den aktuellen und ehemaligen eigenen Nachwuchs. Es soll Solothurnern in Solothurn; selbst wenn der FCS vor dem Spiel gegen Wangen neun Kaderspielern verabschiedete. Nazim Eleni, Onur Kara, Loris Ltühi, Tolga Mertoglu, Berkay Sülüngöz, Guilherme Appelt, Goalie Vilson Dedaj, Volkan Karaboga und Luca Meier laufen nächste Saison nicht mehr für den FCS auf.

Der 19-jährige, technisch versierte Sülüngöz wechselt in die U21 des FC Basel, der 21-jährige Lüthi zu Breitenrain ebenfalls in die Promotion League. Bei allen anderen steht der neue Klub nicht fest oder dann heisst der Grund des Abgangs: Rücktritt oder Ausbildung. Kein Grund für FCS-Sportchef Francisco Fernàndez, einen auf Düster zu machen: «Nein, Sie können davon ausgehen, dass wir alle Abgänge zumindest gleichwertig ersetzen werden.» Was man noch brauche, «sind zwei «Topstürmer». Aber auch die wird man bis zum Trainingsstart Ende Juni/Anfang Juli finden, so dass der FCS das Niveau sicher wird halten können. Ein Niveau, das heuer hinter den Liga-Krösusen von Cham, Kriens und Zug zum sehr bemerkenswerten vierten Rang ausgereichet hat. «Wer hätte das vor Saisonbeginn gedacht?», fragt Fernàndez zurecht.

Matchtelegramm:

Solothurn – Wangen 5:0 (2:0)
Stadion West. – 400  Zuschauer. – SR: Skalonja. – Tore: 9. Lüthi 1:0. 41. Fleury 2:0 (P). 68. Osaj 3:0. 75. Osaj 4:0. 87. Appelt 5:0

Solothurn: Jeffrey Grosjean; Disler, DuBuission, Waylon Grosjean, Büchli; Mertoglu (ab 56. Osaj), Sülüngöz (ab 73. Appelt), Hunziker, Fleury, Lüthi (ab 60. Veronica); Stauffer.

Wangen: Häfliger; Da Silva, Kokanovic (ab 63. Tahiri), Hajdan, Bekthesi; Wernli, Nabarro, Husi, Zeqiri (ab 78. Dibrani), Moser (ab 85. Krasnic); Halimi.