Faustball

Die Region Olten soll von einem Virus befallen werden

Eingespieltes Team: Franco Giori vom Sportverein (l.) und Martin Näf vom Turnverein sind die OK-Vizepräsidenten der faustball euro 2014.

Eingespieltes Team: Franco Giori vom Sportverein (l.) und Martin Näf vom Turnverein sind die OK-Vizepräsidenten der faustball euro 2014.

Mit der Europameisterschaft kommt im August bereits zum vierten Mal ein internationaler Titelkampf der Faustballer nach Olten. Dies, obwohl die Region auf Spitzenniveau Provinz ist.

Olten ist keine Faustball-Hochburg in der Schweiz. Dennoch ist es für Grossanlässe eine willkommene Stätte. Gern erinnert man sich in diesem Zusammenhang an den WM-Final 1999 zwischen Deutschland und Brasilien im Kleinholz: Mehr als 8000 begeisterte Zuschauer fieberten beim Match mit, dass die Südamerikaner mit 3:2 gewannen.

Packende Duelle gibts in Olten auch diesen Sommer wieder, wenn sich die Männer Ende August an den europäischen Titelkämpfen die Faustbälle um die Ohren schlagen. Nach der besagten WM und zwei Europameisterschaften in den Jahren 1970 und 1991 ist es bereits der vierte Faustball-Grossanlass, der im beschaulichen Städtchen stattfindet.

Kein Zufall. Aber ein Glücksfall ist es, dass es mit dem Sportverein SVO und dem Turnverein TVO in Olten zwei derart engagierte Klubs gibt. Und das, obschon die Region insachen Spitzen-Faustball Provinz ist. Zwar spielt mit Kevin Nützi aktuell ein Neuendörfer Eigengewächs in der Nationalmannschaft, und sind mit Olten und Oberentfelden zwei Klubs aus der Umgebung in der höchsten Liga vertreten. Die Meisterschaft machen indes meist Vereine aus der Ostschweiz unter sich aus.

Guten Erinnerungen

Initiant der faustball euro 2014 ist SVO-Präsident Franco Giori. Er präsidiert den nationalen Verband Swiss Faustball und ist auch für den internationalen Faustball als Funktionär tätig. Als er mit seiner Idee, die europäischen Titelkämpfe der Männer in diesem Jahr nach Olten zu holen, beim Turnverein vorstellig wurde, stiess er auf offene Ohren: «Wir haben damals die WM zusammen organisiert, das war ein Topanlass.

Deshalb waren wir sofort dabei», sagt Martin Näf vom TVO. Der 51-Jährige hat zusammen mit Giori das Vizepräsidium im Organisationskomitee der Europameisterschaft inne. Die beiden Vereine haben viel Erfahrung in der Organisation von grossen Anlässen.

Der SVO führte bereits Faustballturniere mit bis zu 120 Mannschaften durch, hat schon Kantonalturnfeste mitgestemmt und ist im kleineren Rahmen auch in Olten am Schulfest und an der Chilbi aktiv. Der TVO, der grössere der beiden Klubs, hat ebenfalls schon beim Veranstalten von Kantonalturnfesten mitgewirkt und führte zudem unter anderem die Proben in der Schweiz für den internationalen Show-Event Gymnaestrada mit rund 800 Turnerinnen und Turnern durch. Den MIO-Cup, das älteste Faustball-Turnier der Schweiz, musste der Turnverein letztes Jahr erstmals absagen: Das Interesse daran ist geschwunden.

Bei der Durchführung der Europameisterschaft helfen Mitglieder querbeet durch beide Vereine mit, nicht nur die Faustballriegen. Sie stehen vor allem während der drei Turniertage im Kleinholz im Einsatz. An Essens- und Getränkeständen oder etwa bei der Eingangskontrolle.

«Hochstehende Spiele und eine grossartige Ambiance, sodass die Besucher sagen, es sei ein toller Anlass», erwartet Martin Näf von den Titelkämpfen, «und natürlich solls dem TVO auch finanziell etwas bringen.» Er hat selbst mal Faustball gespielt und ist fasziniert von der Szene: «Auf dem Platz wird hart um jeden Punkt gekämpft, aber es geht trotzdem kameradschaftlich zu und her.»

EM heute mit Eventcharakter

Franco Giori ist zuweilen noch immer auf dem Faustballfeld anzutreffen. Er ist seit 40 Jahren aktiv, gibt indes unumwunden zu, «dass ich besser organisieren als spielen kann». Nun kann er sein Know-how an der EM einbringen.

Der Anlass sei zwar kleiner als die WM 1999. «Die hat eine Woche gedauert und fand an vier Orten in der Schweiz statt.» Aber die Herausforderungen seien heute dennoch nicht kleiner geworden. «In den 15 Jahren hat sich einiges verändert.

Die Sportart hat sich entwickelt und das Drumherum an Bedeutung gewonnen», sagt der 57-Jährige. «Ein internationaler Faustball-Titelkampf ist ein Event geworden - und jeder Veranstalter will es noch ein wenig besser machen als sein Vorgänger.»

Auch das Organisationskomitee, das die faustball euro 2014 mit viel Engagement aufgleist, will das Optimum aus dem Anlass rausholen. Und zahlreiche Vereinsmitglieder packen beherzt mit an. Vielleicht schaffen es der SVO und der TVO, das Faustballfeuer in der Region wieder ein wenig stärker zu entfachen. Dabei helfen kann die Nationalmannschaft, die am 31. August im Final ihren Titel verteidigen will.

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