Laufsport

Die Premiere war ganz in kenianischer Hand

Patrick Kiplagat (rechts) hier beim Lausanne-Marathon

Patrick Kiplagat (rechts) hier beim Lausanne-Marathon

Bei besten äusseren Bedingungen konnten am 1. Mizuno-Städtlilauf in Wangen an der Aare 595 Läuferinnen und Läufer begrüsst werden. In den Hauptkategorien setzten sich die beiden kenianischen Favoriten Patrick Kiplagat und Betty Chepkwony durch.

Der Kenianer Patrick Kiplagat war der grosse Name bei der Premiere des Mizuno-Städtlilaufs. Der 29-jährige Langstreckenspezialist reiste für den Lauf zusammen mit drei Teamkollegen aus Frankfurt am Main via Lörrach an, wo sie am Tag zuvor noch im Einsatz standen. Kiplagat hielt sich auf den topfebenen 10 Kilometern dann aber lange Zeit vornehmlich zurück und liess seinen letzten Begleiter, den Eriträer Sium Zerehannes, erst deutlich nach Rennhälfte stehen.

„Er ermunterte mich immer wieder, dranzubleiben“, so Zerehannes, der schliesslich den zweiten Gesamtrang deutlich vor Martin Zürcher ins Ziel rettete. „Heute war es nicht unsere Absicht, gleich bei der Premiere einen Streckenrekord für die nächsten zehn Jahre hinzuknallen“, sagte Alex Hempel, welcher die schnellen Kenianer in die Schweiz begleitete. „Für den Anlass ist es besser, sich in dieser Beziehung Schritt für Schritt zu steigern.“

So blieben die Uhren für den Sieger bei knapp unter 32 Minuten stehen, was über die 10 Kilometer noch immer einer starken Zeit entsprechen. Mit gut einer halben Minute Rückstand zeigte sich auch Zerehannes sehr zufrieden, mit der Zeit, aber auch mit der Strecke. Die nächsten Ziele verfolgt der Athlet des TV Olten wieder auf der Bahn, wo er kommenden Samstag die Limite für die Schweizer Meisterschaften über 1500 Meter schaffen will.

Eher über die Langdistanz zu Hause ist die Frauensiegerin Betty Chepkwony, welche als nächstes den Aletsch-Halbmarathon absolviert. In Wangen setzte sich die 20-Jährige 18 Sekunden vor der Lengnauerin Salome Marmet und gut 40 Sekunden vor Tanja Amiet durch. Dafür, dass sie vor Wochenfrist einen Ultratrail über 75 Kilometer und 3000 Höhenmeter absolviert hatte, habe sie sich sehr gut gefühlt, so die 33-jährige Amiet.

Während die Luterbacherin schon lange Zeit im Ausdauersport zu Hause ist, bedeuten Wettkämpfe dieser Art für Ariella Käslin Neuland. Die ehemalige Europameisterin im Kunstturnen, welche 2011 ihre (erste) Karriere beendete, hat bewusst auf etwas völlig Neues gesetzt: „Erstens lassen sich da Fortschritte viel schneller realisieren, zudem gibt es im Ausdauersport viel zu entdecken.“ Den ersten Städtlilauf beendete die Luzernerin auf Rang 24 im vorderen Mittelfeld.

Überlegene Sieger gab es auch auf der Kurzstrecke über 5 Kilometer. Ziemlich locker gar sah es bei Kidane Tewelde (Langendorf) aus, welcher als Junior die beiden erfahrenen Beat Rufer und Thomas Hostettler klar hinter sich liess.

Erst seit gut einem Jahr in der Schweiz, entschied sich der Eriträer aufgrund von Trainingsrückstand für die Kurzstrecke. Den ersten Lauf nach einer Verletzung bestritt in Wangen Iris Lauper. Für die Oensingerin war es zudem eine Rückkehr an ihren früheren Wohnort: „Das Ziel war, ein schnelles Training zu laufen, und das ist mir gut gelungen“, so die frischgebackene Kantonalmeisterin über 800 und 1500 Meter zu ihrem Lauf, welchen sie grösstenteils alleine absolvieren musste.

Zufrieden sein mit der Premiere konnte auch das OK um Jörg Niederer. Fast 600 Läuferinnen und Läufer waren auf den verschiedenen Strecken dabei und übertrafen damit die Erwartungen. Sie alle genossen, bei perfekten äusseren Bedingungen, das Laufen entlang der Aare sowie den stimmungsvollen Rahmen in der Altstadt. 

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