Gestern Sonntag ist im «Fall Ganz» ein Grundsatzentscheid gefällt worden. Nach dem dritten Viertelfinal gegen Visp besprachen Teamarzt Eric Reiss und der Unglücksrabe das weitere Vorgehen und kamen zum Entschluss, dass vorerst auf eine Operation verzichtet wird. Damit lässt sich der drittbeste Oltner Skorer der Qualifikation zumindest die Hintertür offen, im Verlaufe dieser Playoffs noch einmal einen Einsatz für den EHCO absolvieren zu können. Wann genau er auf das Eis zurückkehren wird und ob es überhaupt zu einem nächsten Ernstkampf kommen wird, ist hingegen ungewiss.

Dass man in diesem Fall konservativ entschied, mag auch damit zu tun haben, dass sich Ganz bereits einmal, im November 2014, von einer praktisch identischen Verletzung auf wundersame Art und Weise erholte. Im Unterschied zu heute stand der Operationstermin damals bereits fest – beanspruchen musste ihn der 26-Jährige aber nicht.

Denn obwohl die MRI-Bilder ziemlich gravierende Verletzungen zutage gebracht hatten, verbesserte sich der Zustand rasch. Die Schmerzen waren plötzlich weg, die Schulter wieder voll belastbar. Anstatt einer Operation kehrte Ganz nach fünf Wochen aufs Eis zurück und spielte bis zum jüngsten Vorfall ohne Einschränkungen auf höchstem Niveau. Deshalb kann er auch ausschliessen, dass die neuerliche Verletzung mit jener vom November 2014 im Zusammenhang steht.

El Assaoui als starker Ersatz

Sollte der erste Viertelfinal gegen Visp dennoch der letzte Ernstkampf für den 26-Jährigen in Grünweiss gewesen sein, so würde das ein ebenso kurioser wie bitterer Abgang in Richtung La Chaux-de-Fonds bedeuten, wo Ganz einen Zweijahresvetrag unterzeichnet hat. Es war beim überschwänglichen Torjubel zum 4:1, als Cyrille Scherwey ungebremst auf Ganz prallte. «Das Ganze war schon sehr unglücklich, ich war auf eine solche Wucht nicht vorbereitet.»

Die Rochade in der Verteidigung bedeutet automatisch mehr Verantwortung für Sami El Assaoui, welcher vor allem im Powerplay in die Rolle des wichtigsten Blueliners bei den Oltnern schlüpft. Der Walliser, welcher die Oltner im Hinblick auf die nächste Saison ebenfalls verlassen wird (Martigny), machte seinen Job auch am Sonntagabend wieder sehr gut, blieb aber bei zwei, drei sehr kernigen Versuchen aus der Distanz ohne Fortüne.

Die Revanche folgt sogleich

Den dritten Vergleich mit den Vispern hatte auch Fabian Ganz als «harten Playoff-Fight» erlebt, nachdem die ersten beiden Partien noch nicht ganz auf diesem Intensitätsniveau ausgetragen worden waren. «Es haben Kleinigkeiten zugunsten von Visp entschieden», resümierte Ganz, welcher den Gästen den besten Auftritt bislang attestierte, gleichzeitig auch den aggressivsten. «Ein Sieg zu Hause wäre sehr wichtig gewesen, aber wir wissen um unsere Möglichkeiten und werden diese in Visp bestimmt wieder abrufen.»