Voltigieren
Die perfekte Harmonie zwischen Himmel und Huf

Die regionalen Vertreterinnen und Vertreter haben der nationalen Voltigier-Meisterschaft geglänzt.

Hans Peter Schläfli
Merken
Drucken
Teilen
Pascale Wagner vom RSZ Rusmatt gewann die Silbermedaille.

Pascale Wagner vom RSZ Rusmatt gewann die Silbermedaille.

Für durchschnittlich begabte Hobbysportler ist der Handstand bereits eine grosse Herausforderung. Ein solches Kunststück nun auf dem Rücken eines galoppierenden Pferdes zu vollbringen, scheint für Normalsterbliche ein Ding der Unmöglichkeit.

Doch über das vergangene Wochenende war in Deitingen dies und noch viel schwierigere Akrobatik zu bewundern, denn im Pferdesportzentrum Rusmatt standen die Schweizer Meisterschaften im Voltigieren auf dem Programm.

Wurzeln im Mittelalter

Im Mittelalter turnten Ritter zum Verbessern ihrer Geschicklichkeit auf Pferden, und daraus, so sagt man, habe sich die Voltige entwickelt. Voltigieren heisst, turnerisch-gymnastische Übungen in Harmonie mit Musik auf dem Pferd auszuführen.

Das Pferd, der Longenführer und Voltigierer beeinflussen sich gegenseitig und bilden dabei eine Einheit. Ähnlich wie beim Eiskunstlaufen gibt es auch beim Voltigierpflichtübungen turnt jeder Voltigierer einzeln. Die Kür beinhaltet frei gewählte Übungen, bei denen sich ein, zwei oder drei Voltigierer gleichzeitig auf dem Pferd befinden.

Biel-Ipsach holt sich den Titel

Das Voltigieren ist ein aufstrebender Sport, wie die prallgefüllte Halle im Reitsportzentrum Rusmatt bewies. Es dominieren mehrheitlich Reiterinnen und Reiter aus der Ostschweiz, wie die Grüppe Lütisburg, ihres Zeichens Weltmeister 2012. Doch in Deitingen holte sich nun die aufstrebende Gruppe Biel-Ipsach die Goldmedaillen.

Auch beim Nachwuchs gehört die Schweiz zur Spitze: Die Juniorinnen der Gruppe Harlekin aus Freudwil bei Uster gewannen letztes Jahr die Bronzemedaille an den Europameisterschaften und die Favoritinnen begeisterten auch in Deitingen mit einer spektakulären Vorführung, die die Goldmedaille einbrachte.

Silber für Pascale Wagner

Bei der Frauen war die Kronfavoritin Simone Jäiser kraft ihrer wunderbar harmonierenden Eleganz und Akrobatik einmal mehr eine Klasse für sich. Die Vorführung der einheimischen Pascale Wagner mit ihren spektakulären Sprüngen war ein weiterer Höhepunkt. Zur Freude des Publikums wurde sie mit der Silbermedaille belohnt.

Trotz lädiertem Knie zeigte auch Tabea Tschanz einige ganz starke Übungen – unter anderem den eingangs erwähnten Handstand. «Die Kür ist mir ausgezeichnet gelungen, bei der Technik muss ich noch ein wenig arbeiten», kommentierte sie ihren 8. Schlussrang, «ich bin sehr glücklich, dass ich es bis ins Finale geschafft habe.»