Eishockey
Die Oltner legten den Schalter just auf die NLB-Playoffs wieder um

Der EHC Olten besiegt La Chaux-de-Fonds zum Playoff-Auftakt glanzvoll mit 7:1. Vor allem Marco Truttmann und Justin Feser stachen mit je zwei Toren und insgesamt vier Skorerpunkten aus einem starken Kollektiv heraus.

Markus Angst
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Justin Feser (r.) und sein EHC Olten drückten stark auf das Tor von Gästetorhüter Ciaccio.H.R. Aeschbacher

Justin Feser (r.) und sein EHC Olten drückten stark auf das Tor von Gästetorhüter Ciaccio.H.R. Aeschbacher

HR.Aeschbacher

Nach den drei Niederlagen in den drei letzten Spielen der Qualifikationsrunde wurden EHCO-Trainer Scott Beattie und seine Schützlinge nicht müde zu betonen, man hätte angesichts des sicheren 1. Platzes etwas experimentiert und sei dann für den Start zu den Playoffs schon bereit. Und tatsächlich: Als hätte es die drei Niederlagen in Serie gegen La Chaux-de-Fonds, Visp und Langenthal nie gegeben, zeigten die Oltner im ersten Playoff-Match gegen La Chaux-de-Fonds wieder ihr wahres Gesicht.

«Wir haben trotz der Niederlagen in den letzten Spielen, in denen wir ein paar Sachen probiert haben, immer an unsere eigenen Stärken geglaubt», sagte EHCO-Stürmer Philipp Wüst nach der Partie. «Die paar letzten Qualifikations-Spiele waren nicht so einfach», betonte auch Scott Beattie. «Denn sie waren praktisch für nichts. Da ist es menschlich, wenn sich die Spieler etwas zurückgenommen haben. Aber zum Playoff-Auftakt haben wir nun wieder sehr temporeich und physisch gespielt.»

Die Stärke im Powerplay wiedergefunden

Bezeichnend für die Leistungssteigerung der Oltner war die wiedergewonnene Stärke im Powerplay. Bereits den ersten Ausschluss von La Chaux-de-Fonds nutzten sie durch den wiedergenesenen Kanadier Shayne Wiebe in der 6. Minute zum 1:0. Allerdings ging der Anerkennung des Führungstreffers, bei dem zugleich noch eine Strafe gegen Devin Muller angezeigt war, eine Kleinholz-Premiere voraus. Denn die beiden Headschiedsrichter Ken Mollard und Daniel Wirth nahmen den Videobeweis zu Hilfe, ehe sie das Tor gaben. Auch das 2:0 fiel in Überzahl.

Der EHC Olten besiegt La Chaux-de-Fonds zum Playoffauftakt deutlich Otens Torhüter Thomas Bäumle stand kaum im Fokus.
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Der EHC Olten besiegt La Chaux-de-Fonds zum Playoffauftakt deutlich Cédric Schneuwly (Nr. 12) und seine Oltner Teamkollegen setzten das Tor von La Chaux-de-Fonds Goalie Damiano Ciacco häufig unter Druck.
Der EHC Olten besiegt La Chaux-de-Fonds zum Playoffauftakt deutlich Oltens Marco Truttmann (l., Nr. 94), Justin Feser (am Boden) und Cédric Schneuwly bejubeln ein Tor.
Der EHC Olten besiegt La Chaux-de-Fonds zum Playoffauftakt deutlich Oltens Remo Meister (M.) schirmt seinen Torhüter Thomas Bäumle gegen La Chaux-de-Fonds' Michael Neininger ab.
Der EHC Olten besiegt La Chaux-de-Fonds zum Playoffauftakt deutlich Die Oltner Jubel wollten gar nicht mehr aufhören: Insgesamt sieben Mal hatten die Gastgeber Grund dazu.
Der EHC Olten besiegt La Chaux-de-Fonds zum Playoffauftakt deutlich Oltens Torhüter Thomas Bäumle macht sich breit.

Der EHC Olten besiegt La Chaux-de-Fonds zum Playoffauftakt deutlich Otens Torhüter Thomas Bäumle stand kaum im Fokus.

H.R. Aeschbacher

«Die beiden frühen Powerplaytore waren natürlich sehr wichtig», analysierte Philipp Wüst, «denn sie haben viel Druck von uns genommen.» Allerdings konnten sich die Oltner nur gerade 26 Sekunden über die Zwei-Tore-Führung freuen. Denn die 10. Minute lief immer noch, als Victor Barbero nach einem der wenigen Gästeangriffe auf 2:1 verkürzte. Doch es vergingen wiederum nur 75 Sekunden, bis die Oltner den alten Abstand wiederhergestellt hatten. Marco Truttmann war der Schütze zum 3:1.

Pleiten endgültig vergessen gemacht

Innerhalb von zwölf Minuten hatten die Oltner die Pleiten in den drei letzten Quali-Spielen endgültig vergessen gemacht. Wie sie den Schalter wieder umlegten, war beeindruckend. Sie imponierten nicht nur im Powerplay, sondern überzeugten auch mit schnellen und druckvoll vorgetragenen Angriffskombinationen.

Denn auch im zweiten Drittel hielten die Oltner das hohe Tempo aufrecht. Mit nur drei Gegentoren von Remo Meister (23.), wiederum Marco Truttmann (34.) und Philippe Wüst (38.) war La Chaux-de-Fonds im Mittelabschnitt noch gut bedient. Die Oltner hatten nämlich noch ein paar zusätzliche hochkarätige Chancen.

Gäste nahmen zu viele Strafen

Der HCC-Verteidiger Danick Daucourt war ob eines Puckverlustes von sich selbst offensichtlich so verdrossen über seinen (folgenlos geblieben) Fauxpas, dass er Wüst gleich mit einem Stockschlag niederstreckte. Der Oltner Stürmer blieb zwar eine gute Minute benommen liegen, konnte aber weiterspielen, während Daucourt auf die Strafbank wanderte. Eine mehrere Minuten dauernde Pause gab es gleich im Anschluss an diese Szene glücklicherweise nicht für eine Pflege Wüsts, sondern wegen einer zerbrochenen Plexiglas-Scheibe im Speaker-Häuschen.

Daucourts Fruststrafe war im Übrigen nicht die letzte für La Chaux-de-Fonds. Fünf Minuten später liess sich Pierrick Pivron nach einem Zwei-Minuten-Ausschluss zu einer obszönen Geste gegen das Publikum hinreissen und kassierte gleich zehn Minuten dazu.

Wenn die Neuenburger nicht annähernd eine Chance hatten, dann lag das natürlich primär am starken EHCO. Die Gäste schadeten sich aber auch selber mit zu vielen Strafen. 28 Minuten hatten sie am Ende auf ihrem Konto – gegenüber 12 von Olten. Das letzte Oltner Tor fiel jedoch bei Vollbestand. Schütze des 7:1 war Feser, der damit ebenso wie Truttmann zweimal traf und zwei Assists buchte.