Als Miriam Jäggi in Altendorf in der zweiten Minute der Verlängerung das goldene Tor zum 7:6 schoss, brachen bei den Ö-Queens sämtliche Dämme. Zusammen mit den gut 100 Fans, die in den Kanton Schwyz gereist waren, ging die grösste Party in der 24-jährigen Vereinsgeschichte ab.

Ribery des Kleinfelds

Doch bis zu ihrer Krönung mussten die Ö-Queens leiden und kämpfen. Das erste Finalspiel ging beim Titelverteidiger Altendorf 5:6 verloren. Am Samstag im Sportzentrum Zuchwil gelang dann den Oekingerinnen die Revanche mit einem souveränen 6:3-Sieg.

Nicht weniger als vier Tore hatte die überragende Franziska Müller zu diesem Erfolg beigesteuert. Im Stile eines Franck Ribery des Kleinfeld-Unihockeys nahm sie jeweils den Ball auf der rechten Seite an, zog parallel zur Mittellinie vor dem Tor vorbei und verzögerte den Schuss so lange, bis die Lücke für den erfolgreichen Abschluss aufging.

Nach dem Spiel sagte die Matchwinnerin vom Samstag freudestrahlend: «Den Cup haben wir schon, jetzt werden wir am Montag auch noch Schweizer Meister.»

Die grosse Wende

Doch danach sah es dann am Ostermontag zunächst überhaupt nicht aus. Die Red Devils aus Altendorf, ihres Zeichens Cupsieger und Schweizer Meister 2016, hatten sich taktisch besser auf Oekingen eingestellt und gingen im ersten Drittel 2:0 in Führung.

Nach der ersten Pause wollten die Ö-Queens Vollgas geben und das Steuer herumreissen. Doch die Nervosität war noch immer zu gross. Sie spielten zu hektisch und nach nur 22 Minuten führte Altendorf sogar 4:0. Alles schien verloren.

Doch im Kleinfeld-Unihockey ist vieles möglich und zum Glück für die Oekingerinnen blieben ja noch 38 Minuten, um den alles entscheidenden Playoff-Match zu kehren. Tatsächlich gelangen ihnen bis zur zweiten Pause drei Treffer und als sie nur noch 4:3 führten, wurden plötzlich die Red Devils nervös.

Erste Chance genutzt

Denn die Statistik sprach nun für die Ö-Queens, die in solchen Situationen das letzte Drittel immer für sich entscheiden konnten. Daran änderte auch das 5:3 der Schwyzerinnen nichts. Oekingen gelang mit drei Toren die Wende zur erstmaligen Führung.

Altendorf musste nach dem 5:6 alles riskieren, nahm den Goalie heraus und brachte eine vierte Feldspielerin. Tatsächlich gelang so kurz vor Schluss noch das 6:6.

Drei der sechs Oekinger Treffer hatte Jessica Vogel geschossen, doch zur Frau des Abends wurde Miriam Jäggi. Sie nutzte die erste Chance, die sich in der Verlängerung bot, zum 6:5-Siegestor der Ö-Queens, die sich so selber krönten: Nach dem Cupsieg vor sechs Wochen sind sie nun auch noch Schweizer Meister geworden.

«In einer Situation, in der ein anderes Team aufgegeben hätte, zeigte alle riesigen Kampfgeist. Jede einzelne hat ihren Teil dazu beigetragen, dass wir dieses Spiel doch noch gewinnen konnten», lobte Vereinspräsident und Coach Simon Linder seine Ö-Queens.