Eishockey
Die NLB ist lanciert: Langenthal schlägt Olten im Penaltyschiessen

Der Saisonauftakt mit dem Mittelland-Derby wird erst in letzter Sekunde entschieden. In einem ausgeglichenen Spiel behalten die Oberaargauer mit einem 4:3 die Oberhand.

Michael Forster
Merken
Drucken
Teilen
Er ist zurück: Stefan Schnyder (in Blau) im Zweikampf.
4 Bilder
Langenthal's Pascal Gemperli (r.) erzielt den 1:1 Ausglich.
Langenthal's Joel Froehlicher (r.) im Kampf um den Puck gegen Olten's Diego Schwarzenbach.
Impressionen vom Derby EHC Olten-Langenthal

Er ist zurück: Stefan Schnyder (in Blau) im Zweikampf.

Marcel Bieri

Es war eine enge, über weite Strecken ausgeglichene Angelegenheit zwischen den beiden Erzrivalen zum Auftakt in die Saison 2013/14. «Ich denke, wir haben gut gespielt», meinte ein zufriedener Justin Feser kurz nach dem Ende der Partie, «beide Teams haben gut gespielt.

Es war ein Auf und Ab auf beiden Seiten, mit guten Aktionen und vielen Chancen.» Feser (21), neben Shayne Wiebe einer der beiden neuen Ausländer des EHCO, war eine der, wenn nicht die auffälligste Figur des Abends und es war kein Zufall, dass er in der 9. Minute das Score für die Gäste eröffnete.

Erste Chance nach wenigen Sekunden

Dabei wurde das erste Derby der Saison mit einer Aktion auf der anderen Seite so richtig lanciert. Langenthal gewann das erste Bully, und Brent Kelly hatte, nach zwölf Sekunden, den perfekten Saisonauftakt für Gelbblau auf der Kelle. Es folgten acht Spielminuten, in welchen die Gastgeber zwar ein bisschen mehr Scheibenbesitz vorzuweisen hatten, an deren Ende jedoch die Gäste ein erstes Mal jubeln konnten.

Shayne Wiebe war mit Vehemenz vors SCL-Tor gezogen, und sein Linienpartner Feser, der Jüngste im gestrigen EHCO-Line-up, verwertete die ungenügende Abwehr Marc Eichmanns zum 0:1. Beinahe wäre Weber nach feiner Vorarbeit von Wüst gar zum 2:0 gekommen, doch dann standen sich die Oltner an der eigenen blauen Linie selber im Weg, und Gemperli nutzte die freie Bahn auf Tobler zum sehenswerten Ausgleich.

Möglichkeiten auf beiden Seiten

Es folgten Möglichkeiten auf beiden Seiten, und nachdem zuerst Tschannen und dann Schwarzenbach am 2:1 scheiterten, nutzte der SCL seine zweite Powerplaymöglichkeit aus. Zwar passte auch diesmal praktisch nichts zusammen, und doch konnten die Gastgeber das 2:1 bejubeln, dank Mosers Ablenker unmittelbar vor dem Torraum.

Noch glücklicher kam nach gut 25 Minuten das 3:1 zustande. Marc Kämpf spielte die Scheibe, aus ähnlicher Position wie Tschannen beim 2:1, zur Mitte, wo Carbis, mit dem Gesicht zum Tor, unbemerkt ablenkte.

Rückstand wettgemacht

Die Gäste, deren Wege auf dem Eis zuweilen noch ein bisschen umständlich verliefen, legten ob des 2-Tore-Rückstandes einen Zacken zu und bekamen von Head-Schiedsrichter Peer eine erste Überzahl zugesprochen. Die beiden Ausländer, Truttmann, Di Pietro und Lüthi, also fünf nominelle Offensivspieler, stellten sich im Gästedrittel auf, variierten Tempo und Passlänge geschickt, bis Lüthi, alleinstehend, einen Bandenabpraller zum 3:2 verwerten konnte. Es war ein Powerplay-Auftakt nach Mass für die Gäste, welche auf dem Eis jetzt das Zepter übernahmen.

Es war kein Zufall, dass auch beim Ausgleich die Linie mit den beiden Kanadiern und Marco Truttmann auf dem Eis stand. Sie konnten ihre Qualitäten, in spielerischer wie kämpferischer Hinsicht, des Öfteren unter Beweis stellen und erzwangen zwei Sekunden vor Drittelsende den 3:3-Ausgleich. «Wir wussten genau, dass auch wir zwei schnelle Tore würden nachlegen können», so Feser zur zwischenzeitlichen 3:1-Führung des SCL. «Gegen Ende waren beide Teams nahe dran am Siegtreffer, doch es wollte nicht sein.»

Schweizer drehen auf

Die beiden Ausländer-Duos waren der vielleicht markanteste Unterschied in einer sonst relativ ausgeglichenen Partie. Kelly/Campbell, welche vor drei Jahren von Olten zum SC Langenthal stiessen, tauchten nach einer ersten Spielphase völlig ab und überliessen ihren Schweizer Sturmkollegen das Parkett. Stefan Tschannen zum Beispiel, oder Daniel Carbis, standen am Ende so manch guter Aktion des SCL.

Zwar bekamen die Oberaargauer in den letzten zehn Minuten noch zweimal die Gelegenheit, sich in Überzahl zu probieren, doch liessen sie diese Möglichkeit ebenso verstreichen, wie die Gäste ihre zwei zuvor. Am nächsten dran am entscheidenden vierten Treffer der Partie war Philipp Wüst: Zuerst in einem Powerbreak in Unterzahl zusammen mit Feser, später vergab Tschuor eine Vorlage des schnellen EHCO-Flügels. Apropos Ausländer: Einen Auftritt hatten Kelly und Campbell dann doch noch: Die beiden verwerten ihre Penaltys, nachdem in der fünfminütigen Verlängerung kein Treffer gefallen war.