Unter den Neuen beim FC Grenchen finden sich ein paar interessante Namen wie Diego Schaad, der zuletzt in der 2. Liga inter bei Lerchenfeld als Goalie gesetzt war, oder – wie schon länger angekündigt – der Bipper Dugagjin Dedaj, der Rückkehrer, der beim FCG in der 1. Liga bereits gute Leistungen gezeigte hatte.

Viel verspricht sich der neue Sportchef Renato Brun vom Brasilianer João Manoel Cabral, der durch Paulo Vogt vermittelt wurde und erstmals in einer Woche im Derby gegen Solothurn eingesetzt werden kann. Vor dem Qualifikationsspiel für den Schweizer Cup in Lancy (heute, 17.30 Uhr) scheint also das mengenmässige Problem erst einmal gelöst zu sein.

Die Frage nach der Qualität

Aber wie sieht es mit der Qualität des Kaders aus? «Ich bin überzeugt, dass es nun keine Steinzeitresultate mehr geben wird», sagt Brun, der vor drei Wochen seine Arbeit beim FC Grenchen aufgenommen hat und vor zwei Wochen offiziell ins Amt als Sportchef eingesetzt wurde.

Die meisten der Neuen sind aber Spieler, die zuletzt in ihren Vereinen nicht zum Aufgebot der ersten Mannschaft gehörten. Freuen darf man sich auch auf den Auftritt von Senior Gaetano La Rocca, der nach fast zwei Jahren Pause sein Comeback geben will.

Spielt in Grenchen ein Zufalls-Kader?

Täuscht der Eindruck, oder ist dieses Kader per Zufall entstanden, indem man einfach jeden Spieler akzeptierte, der sich selber meldete? «Einige Spieler haben wir aktiv geholt und andere brauchen wir als Ergänzungsspieler, um das Kader aufzufüllen», erklärt Brun. Man wolle die eigenen FCG-Junioren schliesslich nicht verheizen.

«Das war für sie ein Erlebnis, so jung erstmals in der 1. Liga eingesetzt zu werden, aber bei weiteren Kanterniederlagen würde den Junioren vermutlich das Fussballspielen verleiden.» Nötig wurden die vielen Transfers, nachdem der FC Grenchen mitten in der Saison die versprochenen Spesenentschädigungen gestrichen hatte.

Neun Stammspieler verliessen daraufhin schlagartig den Verein und eine nie da gewesene Serie von Kanterniederlagen folgte. Der neue Trainer Patrick Bösch hatte Mühe, überhaupt elf Spieler auf den Rasen schicken zu können. Diese Phase ist überwunden, wenn es nach Renato Brun geht: «Ordnung, Disziplin, alle auf derselben Linie», beschreibt er seine Devise, wie er den FCG aus dem Chaos herausführen will. «Es macht mir nichts aus, der Hardliner zu sein und dem Trainer den unangenehmen Teil der Arbeit abzunehmen.»

Kontakte zu echten Verstärkungen

Er sei sich bewusst, dass die Qualität des jetzigen Kaders noch nicht genügt, um dauerhaft in der 1. Liga wirklich mithalten zu können, nur schon wegen des Trainingsrückstands einiger Spieler. «Aber ich bin optimistisch, dass wir in der Herbstrunde noch den einen oder anderen Punkt holen werden.» Die Zeit habe einfach nicht gereicht. Wunder dauern etwas länger. In der Winterpause werde man deshalb erneut über die Bücher gehen. «Ich habe bereits jetzt Kontakt mit drei bis vier echten Verstärkungen», verspricht Renato Brun. «Deshalb bin ich überzeugt, dass der FC Grenchen nicht absteigen wird.»