Eishockey
Die Nationalliga B hat neue Aushängeschilder in ihre Reihen

Robin Leblanc, Alexei Kovalev, Michel Riesen: Auch in der NLA wäre dies eine gehaltvolle Sturmlinie. In der NLB sind immer mehr «grosse» Namen unterwegs

Daniel Gerber
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Robin Leblanc für den HC La Chaux-de-Fonds im Einsatz. zvg

Robin Leblanc für den HC La Chaux-de-Fonds im Einsatz. zvg

Jakob Menolfi

Robin Leblanc, der den HC Davos 2007 zum Meistertitel schoss. Alexei Kovalev, dessen Palmarès von Olympiasieger bis zum Stanley-Cup-Triumph reicht. Michel Riesen, Ex-Nationalstürmer und vierfacher Schweizer Meister mit Davos.

So gross die Namen, so unterschiedlich der NLB-Auftakt. In vorzüglicher Form zeigt sich Robin Leblanc. Immer torgefährlich gehört er zu den Stützen des HC La Chaux-de-Fonds, der erfolgreichsten Offensive der NLB. Leblanc schoss neun Tore, nur ein Spieler, Olten-Kanadier Shayne Wiebe, traf noch häufiger. Leblanc: «Die B-Liga ist besser geworden, viele sind aus der NLA gekommen. Die Teams sind nun eng zusammengerückt und jeder Match wird interessant.» Im Gegensatz zu anderen startete er gut vorbereitet: «Ich wusste, dass es nicht einfach ist und vermutete, dass die Liga gut ist.»

Kovalevs zweiter Frühling

Unter dem Radar der Erwartungen bewegt sich dagegen Michel Riesen. Der Sensationstransfer findet sich auf Rang 51 der Skorerliste, mit einem Schnitt von 0,54 Punkten pro Ernstkampf. Steigerungspotenzial vorhanden ist auch bei Alexei Kovalev, der mit 0,92 Punkten zumindest keinen unüberbrückbaren Rückstand auf den Massstab hat, mit dem er gemessen wird.

Kovalev betont, dass er nach dem aus der NHL in die AHL-abgeschoben-Werden froh sei, wieder spielen zu können. Dass er nun in der NLB antritt, «spielt keine Rolle. Ich bin glücklich, dass ich spielen kann. Das Level ist nicht dasselbe, aber ich liebe Hockey. Hier könnte meine letzte Station sein, zurück nach Russland wollte ich nicht.»

Jetzt folgt Tiger-Vormarsch

Durch ihren Fall in die NLB importieren die SCL Tigers klingende Namen in die Liga: So etwa Claudio und Sandro Moggi, Lukas Haas oder Abwehr-Haudegen Philipp Rytz. Die drei Emmentaler-Stürmer stehen in der «Top 10» der Liga. Alle drei verbuchen derzeit einen Schnitt von 1,15-Punkten pro Spiel.

Hauptproblem der Mannschaft ist, dass keine ausländischen Stürmer da sind, welche die gegnerischen Defensiven aufmischen. Doch während schweizweit noch über den tiefen Fall gelästert wird, hat sich der Tiger klammheimlich herangepirscht. Noch auf Rang fünf liegend fehlen noch zwei Punkte auf Position zwei. Man habe nicht erwartet, dass es so schwierig würde in der NLB, sagt Philipp Rytz: «Es ging auf und ab, jetzt aber sind wir in der Liga angekommen.»

Star lässt andere glänzen

Als Unbekannter in die Liga, zu den GCK Lions, gestossen ist der gut gelaunte Kanadier Alex Nikiforuk. Inzwischen hat er die NLB aufgewirbelt und führt mit seinem Landsmann Benoît Mondou die Skorerliste an. «Meine Rolle ist es, den jungen Spielern zu helfen, sie sind die Stars von Morgen», erläutert Nikiforuk. Keine leeren Worte, bestätigt GCK-Lions-Sportchef Simon Schenk. «Wenn er einen Fehler macht, entschuldigt er sich.

Anders als andere Ausländer, die dann jeweils die Schuld auf die Mitspieler schieben.» Nikiforuk, ein Star, der seine Mitspieler glänzen lässt. Als erfolgreich darf auch die Arbeit von Christian Weber beim HC Thurgau bewertet werden. «Wir arbeiten mit ein paar Routiniers und vielen jungen Spielern, die sich für die NLA empfehlen wollen. Mehr können wir uns nicht leisten.» Zwar steht der HCT auf dem letzten Rang. Der Rückstand auf Position acht beträgt aber nur zwei Punkte.

Guyaz: «NLB wird aufgewertet»

Langenthals Noël Guyaz, zweimal Schweizer Meister mit Lugano und Ex-Nationalspieler, gehört ebenfalls zu den Grossen der NLB. Der Verteidiger kehrte aber nicht auf diese Saison hin, sondern bereits anno 2010 zu seinem Stammklub in den Oberaargau zurück, wo er mittlerweile 168 Spiele bestritten hat und mit 108 Skorerpunkten zu den Baumeistern der jüngsten Erfolge wurde (NLB-Meister 2012, NLB-Bronze 2013).

Dass nun grosse Namen auf dem Eis und an der Bande sind, zeigt laut Guyaz, «dass die Liga einen höheren Stellenwert hat. Diese Zuzüge werten die NLB auf und machen die Spiele schneller».

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